Personalmangel in der Energiewende Zündet den grünen Jobmotor

Die Energiebranche hat massenhaft neue Jobs geschaffen. Foto: Imago/Joerg Boethling

Es besteht die Chance auf Hunderttausende neue Arbeitsplätze – doch das Jobwunder Energiewende droht zu verpuffen, weil das Personal fehlt, kommentiert unser Autor.

Digital Desk: Jonas Schöll (jo)

Rosiger könnten die Aussichten für angehende Auszubildende und Jobwechsler kaum sein. Während der Abgesang auf den Wirtschaftsstandort Deutschland kaum zu überhören ist, haben Unternehmen in der Energiebranche derzeit alle Mühe, Tausende Stellen zu besetzen.

 

Die Kritiker hatten Unrecht: Die Energiewende ist kein Jobkiller. Sie hat sogar das Zeug zum Jobmotor. Doch damit dieser nicht abgewürgt wird, braucht es deutlich mehr Fachkräfte – und die müssen besser aus- und fortgebildet werden.

Anstatt zu nörgeln, wie teuer die Energiewende ist, heißt es für die Unternehmen: Ärmel hochkrempeln und die Weichen für ein grünes Beschäftigungswunder stellen. Es besteht die große Chance auf Hunderttausende Arbeitsplätze.

Klima-Jobs erfordern zusätzliche Kompetenzen

Allein im Ausbau erneuerbarer Energien, also Solar, Wind und Co., arbeiten in Deutschland heute knapp 400 000 Menschen – fast viermal mehr als im Jahr 2000. Schätzungen prognostizieren einen Bedarf an bis zu 700 000 weiteren Stellen in den kommenden zehn Jahren.

Doch sind die schönsten Jobprognosen wertlos, wenn der Klima-Umbau am Personal scheitert. Die Unternehmen müssen keine neuen Berufe erfinden, sondern die Menschen gezielt fit machen. Viele der Energiewende-Stellen passen grundsätzlich zu klassischen Handwerksberufen.

Doch klassische Bauberufe wie der Dachdecker brauchen ein Energiewende-Update. Wer bislang Einfamilienhäuser mit Dachpfannen gedeckt und Fabrikdächer wetterfest gemacht hat, ist nicht automatisch für das Installieren von Photovoltaik-Anlagen qualifiziert.

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