Das Personalkarussell der Stadt Esslingen dreht sich munter weiter. Neueste Änderung in der Besetzung der Verwaltung: Jochen Schilling, der bisherige Leiter des Ordnungs- und Standesamts, hat diese Position nach Angaben von Corinna Breitkopf vom städtischen Personalamt aus gesundheitlichen und privaten Gründen aufgegeben und stattdessen die Leitung der neu gegründeten Stabsstelle Wahlen, Zensus und Sonderprojekte übernommen. Das Bewerbungsverfahren zur Nachbesetzung der Amtsleitung sei aktuell am Laufen.
Zwei andere Vakanzen konnten aber laut Corinna Breitkopf geschlossen werden: Die Leitung der Stabsstelle Mobilität übernehme Teresa Engel aus Kaiserslautern, die einen Mastertitel in Raumplanung, Stadt- und Regionalentwicklung mitbringe. Die Abteilungsleitung Straßenbau habe intern mit einem Mitarbeitenden besetzt werden können, der bisher als Projektingenieur im Straßenbau für die Stadtverwaltung tätig gewesen war.
80 Stellen sind unbesetzt
Zum Jahreswechsel gab es bei der Stadt Esslingen nach Angaben von Pressesprecherin Nicole Amolsch rund 80 offene Stellen. Am größten sei der Personalmangel mit etwa 50 Vakanzen im pädagogischen Bereich, „wobei das Defizit durch ein Maßnahmenpaket und gezielte Ausbildungserweiterung im Vergleich zu den Vorjahren bereits verringert werden konnte“. Personal werde zudem in den Bereichen IT, Ingenieurwesen sowie in technischen und handwerklichen Berufen gesucht.
Fachkräftemangel – das ist nach Darstellung von Corinna Breitkopf kein spezifisches Esslinger Problem, sondern belaste die Kommunen ganz allgemein. Die Leiterin des Personalamtes führt dies auch auf die geringeren Verdienstmöglichkeiten im Vergleich zur freien Wirtschaft, ein großes Angebot an offenen Stellen, den demografischen Wandel und das „verstaubte Image zurück, das dem öffentlichen Dienst fälschlicherweise teilweise noch anhängt“: „Die Vakanzen im technischen Bereich, insbesondere im Tiefbauamt, im Stadtplanungsamt und bei den Städtischen Gebäuden Esslingen (SGE), stellen im Zeitalter des Fachkräftemangels und des immer größer werdenden Wettbewerbs durch namhafte Unternehmen der Region eine große Herausforderung dar.“
Headhunter sollen helfen
Allerdings verweist Corinna Breitkopf auch auf die Stärken des öffentlichen Dienstes aus ihrer Sicht. Er könne etwa im Bereich von flexiblen Arbeitszeitmodellen, Sozialleistungen, Hilfe bei der Wohnungssuche oder Fortbildungsmöglichkeiten punkten. Während der Coronakrise hätten sich die Vorteile eines krisensicheren Jobs gezeigt, und vielen Bewerbern seien Mitgestaltungsmöglichkeiten bei Themen wie Umweltschutz, Stadtentwicklung oder -planung wichtiger als das große Geld: „Und dies kann man bei einer Stadtverwaltung eher als bei einem nach Gewinn strebenden Wirtschaftsunternehmen verwirklichen.“
Die Stadt Esslingen versuche, dem Personalmangel gegenzusteuern, sagt Corinna Breitkopf. Das Personalamt lege Wert auf ein zügiges Auswahlverfahren. Geachtet werde auch auf die modernen Aspekte der Personalgewinnung, das Nutzen von Social-Media-Kanälen für eine direkte Kandidatenansprache, die Teilnahme an Rekrutierungsmessen oder das Zurückgreifen auf Headhunter: „Gleichzeitig ist es so, dass wir gerade im Bereich der Führungskräfte verstärkt darauf setzen werden, unsere Mitarbeitenden intern weiterzuentwickeln, sodass sie künftig Führungsaufgaben übernehmen können.“