Personalpolitik der Stadt Leere Büros und Büromangel
Hunderte neue Stellen schaffen, aber keine Büroarbeitsplätze – das erscheint inkonsequent, meint StZ-Autor Jörg Nauke.
Hunderte neue Stellen schaffen, aber keine Büroarbeitsplätze – das erscheint inkonsequent, meint StZ-Autor Jörg Nauke.
Wenn man nicht mehr weiter weiß, dann macht man einen Arbeitskreis. Diese Erkenntnis ist durch starken Druck des ungeduldig gewordenen Gemeinderats nun in der Verwaltungsspitze gereift. Es wollte bisher einfach nicht klappen mit der Koordination von Personal- und Immobilienpolitik. Die Stadtverwaltung schafft es nicht, in den Dienststellen die Anforderungen an moderne Büroarbeitsplätze und den Personalbedarf zu ermitteln und dafür die nötige Infrastruktur bereitzustellen. Das gilt übrigens auch für die Betriebshöfe.
Seit Jahren weiß die Rathausspitze um den Sanierungsstau in ihren Gebäuden und die Notwendigkeit, am Arbeitsmarkt attraktiv zu sein. Klar ist auch, dass es einen Befreiungsschlag in Form eines neuen Bürogebäudes für rund 2000 Mitarbeiter braucht. Aber anstatt sich einen von Personalrat und Verwaltung zu erarbeitenden Masterplan vorzunehmen und rechtzeitig die Finanzierung zu regeln, begnügte man sich bisher mit Stückwerk.
Bestes Beispiel: die ehemaligen Telekom-Büros in Bad Cannstatt. Für drei Millionen Euro pro Jahr angemietet, ist man nach eineinhalb Jahren immer noch am Umbau, der zehn Millionen Euro Eigenmittel verschlingt. Der Großteil der Flächen ist noch ungenutzt. Dabei endet der Mietvertrag in neun Jahren schon wieder.
Reichlich uninspiriert erscheint auch die städtische Strategie hinsichtlich des Gebäudes Torstraße 15, das 2019 erworben wurde und nicht vor 2024 saniert wird. Vor dem Hintergrund, dass OB Nopper und Co. keine Vorstellung haben , wer in ein neues zweites Rathaus ziehen könnte, empfiehlt es sich, vor der Standortdebatte einen Belegungsplan zu erstellen. Und das ganz schnell.