Personalpolitik in L.-E. Amtschefin sucht „anspruchsvollere Aufgaben“

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Nach nur zwei Jahren muss sich die Stadt Leinfelden-Echterdingen erneut einen Leiter für das Umwelt-, Grünflächen- und Tiefbauamt suchen.

Die für Grünflächen, Umwelt und Tiefbau zuständige Amtsleiterin Nicole Preußner (links, beim Streuobstwiesenumgang des Gemeinderats) verlässt die Stadtverwaltung von Leinfelden-Echterdingen nach nur zwei Jahren Foto: Archiv Stefanie Käfferlein
Die für Grünflächen, Umwelt und Tiefbau zuständige Amtsleiterin Nicole Preußner (links, beim Streuobstwiesenumgang des Gemeinderats) verlässt die Stadtverwaltung von Leinfelden-Echterdingen nach nur zwei Jahren Foto: Archiv Stefanie Käfferlein

Leinfelden-Echterdingen - Am Mittwoch ist bereits ihr letzter Arbeitstag im Rathaus in Echterdingen. Nach nur zwei Jahren räumt Nicole Preußner, die Leiterin des Amts für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau, ihren Schreibtisch aus. Es zieht sie fort: In Ludwigsburg wird die 44-Jährige zum 1. Oktober im sogenannten Fachbereich 67 die Leitung der Abteilung Grünflächen und Ökologie übernehmen.

Mit dieser überraschenden Personalangelegenheit befasst sich der Technische Ausschuss am heutigen Dienstagabend in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause – nicht unter „ferner liefen“, sondern an erster Stelle. Schnellstmöglich soll ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Preußner gesucht werden. Vor dem Jahreswechsel, da sind sich Stadträte und Stadtverwaltung einig, ist allerdings kaum mehr mit einer Neubesetzung dieser an Aufgaben reichen Stelle zu rechnen.

L.-E. ist ländlicher als Ludwigsburg

Mit dem Grund für ihren Wechsel hält die Amtsleiterin auf Nachfrage nicht hinter dem Berg: „Ich habe eine Chance genutzt und wechsle auf eine Stelle, die mich mehr angesprochen hat.“ Und sie freut sich auf die im Vergleich zu L.-E. „anspruchsvolleren Aufgaben“. Von den Strukturen her sei die Filderkommune eben ländlicher als Ludwigsburg mit seinen vielen Parks und Grünanlagen. „Vom Straßenbegleitgrün einmal abgesehen haben wir hier im Prinzip keine städtischen Grünanlagen“, zieht Preußner ein wenig schmeichelhaftes Fazit über ihre Wirkungsstätte.

Eine gewisse Enttäuschung über die Unterstützung aus der Politik wie auch vonseiten der Verwaltungsspitze ist bei Preußner nicht zu überhören. „Der Stellenwert für mein Sachgebiet und der Gestaltungsspielraum haben sich hier als zu gering herausgestellt“, sagt die Diplomingenieurin für Landschaftsarchitektur, die im März 2010 vom Gemeinderat zur Nachfolgerin des langjährigen Amtsleiters Hansmartin Finkbeiner gewählt worden war. Vor ihrem Wechsel nach L.-E. im Juli 2010 hatte sie von 1991 an als Projektleiterin im Baureferat der bayerischen Landeshauptstadt München gearbeitet.

Bedauern über den Weggang

Aus den Gemeinderatsfraktionen ist vor allem eines zu dieser Personalie zu hören: ein Bedauern über den Weggang. Preußner sei eine „taffe Frau“, sagt etwa die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Barbara Sinner-Bartels, „gut und pragmatisch in der Herangehensweise“. Lob gibt’s sogar von den Freien Wählern, die auf Sachthemen aus dem Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau ansonsten eher kritisch-distanziert reagieren. Preußner habe „immer sehr fundiert und gut vorgetragen“, erinnert sich Walter Vohl an zurückliegende Ausschusssitzungen. Dass man nicht immer einer Meinung gewesen sei, liege in der Natur der Sache.

Auf einer politischen Wellenlänge hat Preußner auch mit den Christdemokraten im Gemeinderat sicherlich nicht gefunkt. Aber auch von dort kommen anerkennende Worte für ihre Arbeit. „Sie war sicherlich grün angehaucht“, sagt Ralf Bauer und fügt an: „Aber das muss man in dem Job auch sein.“ Trotz dieser bemerkenswerten Feststellung wird der letzte Halbsatz wohl nicht in das Anforderungsprofil der obligatorischen Stellenausschreibung übernommen.

Blumenschmuckwettbewerb umgekrempelt

Bürger der Stadt werden Nicole Preußner als die Amtsleiterin in Erinnerung behalten, die den Blumenschmuckwettbewerb in der Großen Kreisstadt umgekrempelt hat. Statt vieler Hundert Topfblumen wird es im nächsten Frühjahr erstmals zu einer echten Preisverteilung kommen. Vielleicht springen die Stadträte auch noch auf Ideen von Studenten für eine Umgestaltung des eher tristen Bereichs zwischen dem S-Bahnhof und dem Neuen Markt an. Große Hoffnung hegt Preußner allerdings nicht. Sie habe für derartige Dinge in L.-E. leider „nur eine geringe Investitionsbereitschaft kennengelernt“, sagt die scheidende Amtsleiterin.