Pest in Afrika Wie das Pest-Bakterium entstanden ist

Von wa 

Tübinger Forscher haben das Erbgut des Pesterregers entschlüsselt

Schon 2011 haben Tübinger Forscher um den damals noch dort tätigen Genetik-Professor Johannes Krause, der inzwischen als Gründungsdirektor ans Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena gewechselt hat, es geschafft, das Erbgut des Pest-Erregers Yersinia-pestis zu entschlüsseln. Die Wissenschaftler konnten dadurch erstmals nachweisen, wie das Ur-Pestbakterium entstanden ist und seine todbringende Wirkung verbreiten konnte. Demnach hat es sich vor Jahrtausenden aus dem im Boden vorkommenden harmlosen Mikroorganismus Yersinia pseudotuberculosis entwickelt. So gehen die Forscher davon aus, dass der Erreger frühestens etwa um das Jahr 1282 aufgetaucht sein muss. Kein Wunder, dass Mitte des 14. Jahrhunderts die Menschen von der Seuche massenhaft dahingerafft wurden: Ihrem Immunsystem war der Erreger noch nie begegnet, es wusste also nicht mit ihm umzugehen. Heute helfen dagegen Antibiotika.

So verheerend wie im Mittelalter hat die Pest nie wieder gewütet. Da das Yersiniapestis-Bakterium sich bis heute nur wenig verändert hat, schließen die Forscher daraus, dass die Menschen anfingen, sich vor der Pest zu schützen – sei es durch eine bessere Hygiene oder Quarantänen für Schiffe aus Übersee. Im Mai 1720, so ist es vom Deutschen Hygiene-Museum dokumentiert, kam die Seuche zum letzten Mal nach Europa – angeblich weil sich ein Schiff aus Übersee nicht an die Quarantäne gehalten hatte.