Peta beim Bundesverfassungsgericht Tierrechtsorganisation legt Beschwerde im Namen von Ferkeln ein

Von red/epd 

Die Tierrechtsorganisation Peta hat vor dem Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingelegt. Die Tierschützer gehen gegen die Fristverlängerung bei der betäubungslosen Kastration männlicher Ferkel vor.

Peta setzt sich für Ferkel ein. Foto: dpa/Jens Büttner
Peta setzt sich für Ferkel ein. Foto: dpa/Jens Büttner

Karlsruhe - Im Namen von Schweinen hat die Tierrechtsorganisation Peta beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Beschwerde eingereicht. „Wir fordern für alle männlichen Ferkel, die ohne Betäubung kastriert werden, das Recht auf Schmerzfreiheit“, sagte Peta-Rechtsanwalt Christian Arleth nach dem Einwurf der Beschwerde am Dienstag in Karlsruhe. Erstmals in der deutschen Rechtsgeschichte würden Ferkel vor dem höchsten deutschen Gericht als Beschwerdeführer erscheinen. Ziel sei es, einen Präzedenzfall zu schaffen, der Tieren zu juristischen Grundrechten verhelfe.

Die Beschwerde richtet sich gegen die Fristverlängerung bei der betäubungslosen Kastration männlicher Ferkel. „Es widerspricht dem Tierschutzgesetz, dem Staatsziel Tierschutz und es gibt wirtschaftlichere Alternativen“, sagte Arleth. „Tiere müssen ihre Rechte einfordern können, auf dem Papier sind sie nichts wert“, betonte er.

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Der Jurist sieht gute Erfolgschancen. „Das Grundgesetz selbst sagt nicht direkt, wer Beschwerdeführer sein darf“, erklärte er. Immerhin könnten auch juristische Personen, etwa Aktiengesellschaften, vor Gericht auftreten. Begleitet wurde die Aktion von zehn Aktivisten, die sich als Schwein, Hahn oder Wal verkleidet hatten.

Männliche Ferkel werden kastriert, um den für manche Menschen unangenehmen „Ebergeruch“ zu vermeiden, der bei der Zubereitung auftreten kann. Das deutsche Tierschutzgesetz schreibt vor, dass ein schmerzhafter Eingriff bei einem Wirbeltier nicht ohne Betäubung durchgeführt werden darf. Es lässt allerdings auch die Ausnahme zu, dass Ferkel bis zu ihrem siebten Lebenstag ohne Betäubung kastriert werden dürfen.

Bundestag verlängert Frist

Der Bundestag hatte das Ende dieser Praxis 2013 mit einer Übergangsfrist bis Ende 2018 beschlossen. Kurz vor Ablauf der Frist verlängerte der Bundestag die Übergangsfrist um zwei weitere Jahre bis Ende 2020. Peta vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, an ihnen zu experimentieren, sie zu essen, sie anzuziehen oder sich von ihnen unterhalten zu lassen. Hauptsitz des Vereins ist seit 2014 Stuttgart, eine weitere Niederlassung befindet sich in Berlin.