Peter Egl dirigiert den Musikverein Neuhausen Spielerische Vorbereitung auf das Musizieren im Orchester

  Foto: Rainer Kellmayer

Als Digirent ist Peter Egl sehr erfahren. Er leitet unter anderem das Orchester des Musikvereins Neuhausen, hat aber auch eine eigene Musikschule. Und er fährt in der Freizeit leidenschaftlich gerne Motorrad.

Neuhausen - Trompeter, Dirigent, Inhaber einer Musikschule und Musikfunktionär: Peter Egl ist breit aufgestellt und in der Szene gut vernetzt. Schon früh kam der aus der Gemeinde Bartholomä im Ostalbkreis stammende Egl in Berührung mit dem weiten Kosmos der Töne: „Mit sechs Jahren erhielt ich den ersten Trompetenunterricht“, blickt der Musiker zurück, der in Ebersbach-Roßwälden (Kreis Göppingen) lebt. Damals habe ihn sein Vater, ein begeisterter Amateurmusiker, an das Blasinstrument herangeführt.

 

Die Liebe zur Blasmusik begleitet Peter Egl durchs Leben. Heute ist er musikalischer Leiter des Musikvereins Neuhausen auf den Fildern, zudem betreut der Dirigent seit mehr als zehn Jahren im Landkreis Göppingen den Musikverein Süßen. In den Vereinen sorgt er mit Begeisterung und Tatkraft für den guten Ton. Sein Credo: „Die Musik muss Spaß machen.“ Peter Egl schätzt das Engagement der Musikanten sehr. Er möchte ihnen in den Proben Hilfestellung geben und in der Gemeinschaft beglückende Musikererfahrungen machen: „Musizieren darf nie zur Pflicht werden – es muss begeistern und Freude bringen“.

Der schönste Lohn sei für ihn ein gelungenes Konzert. Das Glücksgefühl danach entschädige für manche Mühen in der Vorbereitung. Bei der Vermittlung seiner musikalischen Vorstellungen ist der Dirigent kreativ: Oft zieht der Fan des FC Bayern München da in den Proben Parallelen zum Fußball. „Wie beim Passspiel müssen die musikalischen Fäden nahtlos von Musiker zu Musiker weitergeleitet werden. Wichtig ist die Harmonie in der Mannschaft“. Dabei sei ein falscher Ton oder ein nicht ganz stimmiger Akkord kein Problem: „Wegen eines Fehlpasses geht kein Fußballspiel verloren“.

Das musikalische Handwerk hat Peter Egl von der Pike auf gelernt. Nach dem Anfangsunterricht beim Vater lernte er an der Musikschule in Steinheim die bläserischen Feinheiten kennen. Damals spielte der Trompeter im Musikverein Bartholomä und setzte sich in Jugendbands mit der Popmusik der 1970er-Jahre auseinander. „Die Hits der angesagten Popbands nachzuspielen, hat unheimlichen Spaß gemacht“, erinnert sich der 63-Jährige. Derart motiviert war für ihn nach dem Schulabschluss klar: Ich werde Berufsmusiker. Das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr stellte die Weichen. Egl wurde Soldat auf Zeit und legte 1981 im Rahmen eines Musikstudiums in Uniform an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf die Abschlussprüfung zum Orchestermusiker ab. Nach der Versetzung ins damalige Heeresmusikkorps 9 in Stuttgart stand er als Stimmführer der Trompetengruppe vor. Doch damit nicht genug: Neben dem Dienst besuchte Egl an der Stuttgarter Musikhochschule das Pädagogisch-Methodische Seminar für Blechbläser und bildete sich in der Klasse von Professor Richard Zettler zum „Staatlich geprüften Musiklehrer“ weiter.

Damit war sein Wissensdurst jedoch noch immer nicht gestillt: Nach dem Ende der achtjährigen Dienstzeit als Militärmusiker erweiterte Egl seinen Horizont an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen. Dort erwarb er den B-Schein für Dirigenten, absolvierte einen Musikschulleiterkurs und belegte 2012 den internationalen Fortbildungskurs für Blasmusik-Juroren.

Der Trompeter spielte unter der Leitung Erwin Lehns in der Bigband der Stuttgarter Musikhochschule, war über zwei Jahrzehnte Mitglied des Orchesters am Stadttheater Heilbronn und unterrichtete an den Musikschulen in Göppingen und Ebersbach. Da ihn die Struktur einer Musikschule eingeengt habe, wagte der Musiker im Jahr 2003 den Sprung in die Selbstständigkeit: Er gründete in Roßwälden die „Musikschule Peter Egl“ und beschritt – über den Bläserunterricht hinaus – neue Wege im Bereich der Grundstufe und im Klassenmusizieren. „Ich war schon immer ein Visionär. Einige meiner Ideen haben sich später in der Musikszene etabliert“, berichtet Egl.

Möglichst früh will er seinen Schülerinnen und Schülern das Erlebnis gemeinschaftlichen Musizierens vermitteln. Deshalb hat er beim Musikverein Neuhausen ein Stufenkonzept etabliert: von der Bläserklasse und dem Vorstufenorchester über die Junior-Band hin zum Jugendorchester. „Auf diesem Weg machen die jungen Musikanten spielerisch Bekanntschaft mit wichtigen musikalischen Parametern wie Artikulation und Phrasierung. Zielgerichtet werden sie an die musikalischen Herausforderungen des Stammorchesters herangeführt“, sagt er.

Neben der Vereinsarbeit engagiert er sich im Tonkünstlerverband Baden-Württemberg: Seit 2009 betreut er im Landesverband als Regionalvorsitzender die freischaffenden Musiklehrer im Kreis Göppingen. Bleibt dem Musiker Zeit für Hobbys? „Ich fahre gerne Fahrrad und erkunde auf Wanderungen die Natur.“ Das Highlight war für den Motorrad-Enthusiasten eine Tour in den USA: „Auf einer Harley Davidson die 4000 Kilometer der berühmten Route 66 von Chicago bis Los Angeles mit dem Feuerstuhl zu befahren, war für mich und meine Frau unvergesslich.“

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