Petition gegen „Good Omens“ Christliche Seriengegner blamieren sich

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Weil sie der Auffassung sind, die TV-Serie „Good Omens“ verspotte Gottes Weisheit, haben Christen den Streamingdienst Netflix aufgefordert, die Serie nach dem Roman von Terry Pratchett und Neil Gaiman abzusetzen – und haben sich damit lächerlich gemacht.

Michael Sheen als Engel Erziraphael (links) und David Tennant als Dämon Crowley in der Serie „Good Omens“ Foto: Amazon
Michael Sheen als Engel Erziraphael (links) und David Tennant als Dämon Crowley in der Serie „Good Omens“ Foto: Amazon

Stuttgart - 20 000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die den Streamingdienst Netflix dazu auffordert, die Serie „Good Omens“ abzusetzen. Ihre Begründung: Die Serie „sei ein weiterer Schritt in die Richtung Satanismus als normal, harmlos und akzeptabel darzustellen“, außerdem mache sich die Serie über „die Weisheit Gottes lustig“. Auch dass als Gottes Stimme eine Frau zu hören ist, passt den Unterzeichnern der Online-Petition nicht. Dieser Meinung kann man selbstverständlich sein. Das Problem ist aber, dass die Serie gar nicht von Netflix ausgestrahlt wird, sondern von Amazon Prime Video.

Netflix statt Amazon

Der Fantasyautor Neil Gaiman, der zusammen mit Terry Pratchett die Romanvorlage geliefert hatte, und der jetzt die Serie geschrieben und produziert hat, zeigte sich auf Twitter amüsiert: „Das ist so schön . . . Versprecht mir bitte, es ihnen nicht zu verraten?“

Terry Pratchett und Neil Gaiman erzählen in dem im Jahr 1990 erschienenen Roman „Good Omens (deutscher Titel: „Das gute Omen“) von dem Engel Erziraphael und dem Dämonen Crowley, die gemeinsam den bevorstehenden Weltuntergang verhindern wollen. In der fantastisch-skurrilen Story gibt es unter anderem Platz für Auftritte des Erzengels Gabriel, des Beelzebubs, von Hexen und satanischen Nonnen.

Gaiman hat nicht mit Protesten gerechnet

Im Interview mit unserer Zeitung hatte Neil Gaiman verraten, dass er sich damals bei der Veröffentlichung des Buchs bereits mit heftigen Reaktionen strenggläubiger Christen gerechnet hätte, diese seien aber weitgehend ausgeblieben, stattdessen habe sich sogar der Erzbischof von Canterbury als ein großer Fan des Romans geoutet. Auf die Frage, ob er jetzt mit Protesten rechnet, antwortete Gaiman: „Was jetzt passiert, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht werden irgendwelche Fanatiker mit heiligem Groll ihre Fernsehgeräte abfackeln. Wer weiß. Aber trotz zahlreicher Boykottversuche ist ja auch die TV-Serie ‚Lucifer‘ ziemlich erfolgreich. Da unsere Charaktere eigentlich viel gutmütiger sind als die in ‚Lucifer‘, rechne ich nicht unbedingt mit Protesten.

Das vollständige Interview mit Gaiman und den Hauptdarstellern der Serie „Good Omens“ lesen Sie hier.

Inzwischen haben die Initiatoren den Fehler bemerkt und die Petition korrigiert.