Petition in Berlin Trockenobst statt Tafelschokolade

Caroline Rosales Foto: dpa
Caroline Rosales Foto: dpa

Im Berliner Familienkiez gibt es jetzt einen Supermarkt mit „Familienkasse“. Das ist typisch Prenzlauer Berg. Und doch hat die „Stadt-Mama“ Caroline Rosales mit einer Online-Petition mehr bewirkt als einst Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner.

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Berlin - Vielleicht hat der Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg eine neue Heldin. Im gutbürgerlichen und kinderreichen Kiez, in dem viele Paare ihren Traum vom coolen Elterndasein leben, kann das nur eine junge Mutter sein. Eine wie Caroline Rosales: clever, hübsch, dazu als „Stadt-Mama“ mit eigenem Blog unterwegs. Und ausgestattet mit der Energie, ihre Welt ein bisschen besser zu machen.

Caroline Rosales hat vergangene Woche diesbezüglich einen kleinen Erfolg gefeiert: Sie brachte einen Supermarkt in der Nachbarschaft dazu, von Januar an „Familienkassen“ einzurichten: Bezahlpunkte ohne Süßigkeiten als Lockmittel für die Warteschlange, außerdem frei von Alcopops und Miniaturschnäpsen. Rosales’ Argument: Man lebe „in Zeiten, in denen immer mehr Kinder aus westlichen Industrieländern übergewichtig sind und mit den gesundheitlichen Folgen oft ein Leben lang zu kämpfen haben“. Außerdem quengelten Kinder ständig, dass Mama oder Papa ein oder zwei süße Sünden aufs Band legen.

Erfolgsrezept Online-Petition

Die Mama aus dem Familienbezirk hat sich mit ihrem Anliegen schriftlich an die Leiterin einer Supermarktfiliale in der Winsstraße gewendet. Sie tat dies auf der Internetseite change.org, einer Petitionsplattform. Petenten können dort für so ziemlich alles Unterschriften sammeln: aktuell etwa für die Sanierung einer aktuell wegen Einsturzgefahr geschlossenen Kita in Berlin, die Nominierung der 15-Jährigen Malala Yousafzai aus Pakistan – oder eben die süßwarenfreie Supermarktkasse in Prenzlauer Berg.

„Erfolg“ meldet change.org seit gut einer Woche. Fast 700 Gleichgesinnte haben die Petition online unterzeichnet – und die Supermarktkette ist darauf eingegangen. In der Filiale in Prenzlauer Berg werden von Januar an bei der Familienkasse Traubenzucker, Müsliriegel oder Trockenobst angeboten, erklärte Regionalmanager Tobias Tuchlenski. Wenn sich die Praxis bewähre, könne er sich solche Familienkassen auch in anderen Märkten vorstellen.




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