Petruskirchengemeinde Gablenberg Der grüne Gockel hängt an der Wand

Martina und Dietmar Tietke mit dem „Grünen Gockel“. Ende Juli wurde die evangelische Petruskirchengemeinde mit dem Ökosiegel ausgezeichnet. Foto: Fatma Tetik
Martina und Dietmar Tietke mit dem „Grünen Gockel“. Ende Juli wurde die evangelische Petruskirchengemeinde mit dem Ökosiegel ausgezeichnet. Foto: Fatma Tetik

Die evangelische Petruskirchengemeinde hat das begehrte Umweltzertifikat erhalten. Der grüne Gockel dient als Auszeichnung für Gemeinden, die sorgsam mit ihren Ressourcen umgehen.

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Gablenberg - Im Juli ist die Petruskirchengemeinde Gablenberg mit dem Ökosiegel „Grüner Gockel“ ausgezeichnet worden. Dessen Ziel ist es, dass Gemeinden sorgsamer mit Ressourcen umgehen. Der Kirchengemeinderat hatte sich 2010 dazu entschlossen, sich um das Umweltzertifikat zu bemühen. Seither ist in der Petruskirchengemeinde viel passiert.

Rückblick: Die Liste mit den Kriterien, die eine Kirchengemeinde für das Zertifikat erfüllen muss, ist lang. Als Dietmar Tietke 2010 den Verantwortlichen der Gemeinde diese Liste präsentiert, merkt er schnell, dass sich deren Denken ändern muss. Tietke leitet das eigens einberufenen Umweltteam der Gemeinde. Der ehemalige EnBW-Ausbildungsleiter bringt viel Fachwissen in die Gespräche ein. „Beliebt habe ich mich mit meinen Vorschlägen zur Verbesserung der Umweltbilanz nicht gemacht, und ich habe auch deutlichen Widerstand zu spüren bekommen“, erklärt Tietke heute im Rückblick.

Augenmerk auf Umweltfreundlichkeit

Bei der Begehung der Kirche, des Gemeindehauses und den vier dazugehörigen Kindergärten werden die Verbrauchsdaten in allen Räumen erfasst. Schnell wird klar, wo es Einsparpotenzial gibt. So wird die Kirchenheizung um zwei Uhr morgens automatisch eingeschaltet, damit es im Kirchenschiff um 16 Uhr angenehm warm ist. Tietke regt an, die Heizung auf Funksteuerung umzustellen und die Heiztemperatur im Kirchenschiff um einige Grade zu senken. „Ein bis zwei Grad wären zumutbar“, erklärt er. Die Drosselung würde eine enorme Heizkostenersparnis bringen.

Künftig sollen auch Büromaterialien bewusster eingekauft und Reinigungsmittel sparsamer verwendet werden. Der Einbau von Sparperlatoren und Wasserspartasten an Toilettenspülungen soll den Wasserverbrauch senken, Lebensmittel fair gehandelt oder möglichst regional gekauft werden. Kleinigkeiten sparen jede Menge Energie: zum Beispiel, die Türen zu schließen. „Es zieht hier drinnen wie Hechtsuppe, weil ständig alle Türen offen stehen“, kritisiert Tietkes Frau Marina, die der Gemeinde als Mesnerin dient. „Wir mussten die Kirchenmitglieder ein Stück weit erziehen“, ergänzt Ehemann Tietke mit einem Augenzwinkern.

Finanzielle Engpässe

Die Kirchengemeinde stößt jedoch auch an Grenzen: So ist der Einbau einer modernen Dreifachverglasung in der über hundert Jahre alten Kirche nicht möglich. Auch finanziell tun sich Engpässe auf. Die Petruskirchengemeinde will nun mithilfe des Umweltteams um Dietmar Tietke erst einmal die schnell umsetzbaren, einfacheren Punkte angehen. Innerhalb eines Jahres sollen etwa alle alten Leuchtkörper im Kirchenschiff durch adäquate LED-Leuchten ersetzt werden. Die Kirche wird nur so hell beleuchtet, wie es für das Lesen im Gesangsbuch nötig ist.

Da sich die Kirchentüren bislang nicht von alleine schließen und Tietkes Appell an die Gemeindemitglieder nicht fruchtet, sollen an den acht Zugangstüren zum Kirchenraum automatische Türschließer eingebaut werden. „Wir haben bei Null angefangen“, sagt Tietke. Mittlerweile ernte man die ersten Früchte. Bei der Zertifizierung Ende Juli soll es nicht bleiben. „Wir haben noch einiges zu tun in der Petruskirche“, sagt Dietmar Tietke. In drei Jahren wird die Kirche bei Einhaltung aller umweltrelevanten Leitlinien erneut mit dem Ökosiegel „Grüner Gockel“ ausgezeichnet.




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