Pfaffensteigtunnel auf den Fildern Bahn treibt Pläne voran – Kritik am Zeitplan
Die Deutsche Bahn hat das Genehmigungsverfahren für einen weiteren Abschnitt des Pfaffensteigtunnels gestartet, der Flughafen und Gäubahn verbinden soll.
Die Deutsche Bahn hat das Genehmigungsverfahren für einen weiteren Abschnitt des Pfaffensteigtunnels gestartet, der Flughafen und Gäubahn verbinden soll.
Die Deutsche Bahn hat das nächste Genehmigungsverfahren für den sogenannten Pfaffensteigtunnel eingeleitet. Die gut elf Kilometer lange unterirdische Strecke soll den neuen Fern- und Regionalbahnhof am Flughafen mit der Strecke der Gäubahn bei Böblingen verbinden.
Die nun beim zuständigen Eisenbahn-Bundesamt zur Genehmigung eingereichten Pläne beziehen sich auf nur 300 Meter des Tunnels selbst sowie auf den rund 3,5 Kilometer langen Abschnitt der bestehenden Gäubahnstrecke zwischen dem künftigen Portal des Pfaffensteigtunnels in einem Waldstück bei der Autobahnanschlussstelle Sindelfingen-Ost sowie dem Haltepunkt Goldberg in Böblingen. Bis zu dieser Stelle soll die bestehende Trasse für höhere Geschwindigkeiten hergerichtet werden.
Für den eigentlichen Tunnel, der mithilfe zweier großer Tunnelvortriebsmaschinen von den Fildern aus hergestellt werden soll, läuft das Genehmigungsverfahren seit gut einem Jahr. Die während des Prozederes geäußerten Vorbehalte Betroffener haben sich in Grenzen gehalten. Das sogenannte Planfeststellungsverfahren „hierfür ist bereits weit fortgeschritten“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn.
Dass nun auch für den zweiten Bauabschnitt das Genehmigungsverfahren angestoßen worden ist, hält Bahninfrastrukturvorstand Berthold Huber für einen Beleg, dass sich das in der Planung angewendete „Partnerschaftsmodell Schiene“ bewährt habe, bei dem Bauunternehmen schon in der Planungsphase eingebunden werden. „Wir haben den neuen Abschnitt des Pfaffensteigtunnels in Rekordzeit geplant. Das Modell ist ein Paradebeispiel für mehr Tempo und Effizienz“. Man brauche mehr Tempo beim Bauen.
Die Bahn setzt darauf, 2026 mit dem Bau des Tunnels beginnen zu können. 2032 sollen erste Züge fahren. Kritiker ziehen diesen Zeitplan in Zweifel – auch unter Verweis auf wiederkehrend zu optimistische Voraussagen der Bahn. Nach jüngsten Äußerungen von Huber stehen Kosten von zwei Milliarden Euro im Raum, eine Finanzierungsvereinbarung ist bislang nicht unterzeichnet.
Der Pfaffensteigtunnel soll die Züge der Gäubahn über den Flughafenbahnhof zum Durchgangsbahnhof von Stuttgart 21 führen. Die Anrainer entlang der Strecke fürchten einen etwaigen Verzug bei dem Vorhaben, denn nach aktuellem Stand soll die Gäubahn im April 2026 in Stuttgart gekappt werden. Durchgehende Fahrten vom Hauptbahnhof in Richtung Schwarzwald, Bodensee und Schweiz sind erst wieder dann möglich, wenn der Pfaffensteigtunnel eröffnet ist. Der Verein „Deutsche Umwelthilfe“ (DUH) sowie der Landesnaturschutzverband (LNV) gehen gegen die geplante Kappung juristisch vor. In der ersten Instanz sind sowohl die DUH wie auch der LNV gescheitert.