Pfandbecher-System für Stuttgart Recup bringt bald Stuttgart-Edition auf den Markt

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Im Oktober startet das Münchner Unternehmen mit seinen Stuttgart-Bechern. Parallel initiiert die Landeshauptstadt eine große Kampagne für das neue Pfandbecher-Kreislaufsystem.

Ab Oktober bringt Recup zusammen mit der Stadt eine Stuttgart-Edition der Becher heraus. Foto: factum / Jürgen Bach
Ab Oktober bringt Recup zusammen mit der Stadt eine Stuttgart-Edition der Becher heraus. Foto: factum / Jürgen Bach

Stuttgart - Sogar in Südafrika will das Münchner Start-Up Recup bald mit seinen Pfandbechern starten. In zahlreichen deutschen Städten ist das Unternehmen bereits auf dem Markt. In Stuttgart kooperieren auch schon einige Bäckereien und Cafés mit ihm wie das Café Gustav im Westen und die Claus Eismanufaktur an der Tübinger Straße – insgesamt sind es in der Landeshauptstadt schon mehr als 20 Betriebe.

Doch der nächste Schritt ist bereits geplant: Im Oktober startet nun auch das zentrale Mehrwegbechersystem mit Unterstützung der Stadt Stuttgart, die eine Startfinanzierung von rund 200 000 Euro in Aussicht stellt. Flächendeckend will Recup dann die Becher in einer Stuttgart-Edition in die hiesigen Läden, Gaststätten, Cafés und Verkaufsstände bringen.

Flächendeckendes Pfandsystem soll im Oktober starten

Die Stuttgart-Edition des Kunststoffbechers lasse man bereits produzieren, sagt Torsten von Appen von der städtischen Wirtschaftsförderung. Die große, begleitende Kampagne der Stadt starte auch im Oktober. Man wolle dabei an die bereits laufende Sauberkeitskampagne der Stadt andocken. Auf ein genaues Datum will sich von Appen noch nicht festlegen, vermutlich werde man dieses aber schon in Kürze bekannt geben können. Man führe bereits zahlreiche Gespräche mit Bäckereien und Cafés, die dann die Becher ebenfalls anbieten sollen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt von Appen

Das Start-Up kooperiert auch mit einem Spüldienstleister

Recup arbeite bereits an den Verträgen mit einem Partner, um auch einen Spüldienst anbieten zu können. In Stuttgart soll das Unternehmen zudem ein Transportsystem entwickeln. Kunden oder Händler müssen dann die Becher in der Landeshauptstadt nicht mehr selbst zu Hause reinigen, wie das in anderen Städten der Fall ist. Auch der Transport soll in der Stadt umweltschonender sein. Für die lokale Umverteilung in Stuttgart ist man im Gespräch mit Velocarrier, das schon länger Lieferdienste mit dem E-Bike anbietet.

Das sei die bisher größte städtische Kooperation für sein Unternehmen, auch einen Zuschuss in der Höhe hätten sie bisher nicht gehabt, sagt der Recup-Gründer Fabian Eckert. „Es geht nun auch alles wie geplant los, und wir freuen uns drauf“, ergänzt er. Von Gastronomen-Seite würden sie eine große Resonanz erfahren. Etwa 30 hätten schon zugesagt. Das Spül- und Automatensystem startet allerdings nicht gleich im Oktober. Das schaffe man zeitlich nicht. „Anfangs müssen die Kunden ihre Becher also noch einige Zeit lang selbst spülen“, sagt Eckert. Wann genau man damit einsteige, könne er im Moment noch nicht sagen.

Stuttgart hat den höchsten Etat für Mehrwegbecher bereitgestellt

Die Stadt Stuttgart arbeitet seit etwa knapp zwei Jahren an einem ausgeklügelten und nachhaltigen Pfandsystem, um die Vermüllung drastisch zu reduzieren. Dazu hat man lange in anderen Städten recherchiert, um zu schauen, welche Methoden funktionieren und welche nicht. So ist eben oft das Problem bei Pfandbechern, dass Kunden diese zwar kaufen, aber dann oft nicht mehr zurückbringen. Auch sinkt der Anreiz nachweislich, wenn Kunden ihren Pfandbecher nur am selben Ort wieder abgeben können, an dem sie diesen gekauft haben. Das widerspricht auch völlig der To-Go-Kultur. Dem will man in Stuttgart nun mit einem Kreislaufsystem entgegenwirken.

Stuttgart habe den „höchsten Etat in Europa“ für das geplante Mehrwegbechersystem. In das nachhaltige Pfandsystem investiere Stuttgart mehr Geld als jede andere Stadt, sagt von Appen. So habe die Firma Recup schon einmalig etwa 107 000 Euro Zuschuss erhalten. Der Vertrag mit der Münchner Firma läuft zunächst über zwei Jahre. Für Beratungen oder Maßnahmen bei der Einführung des Systems würde die Stadt eventuell noch Beträge von bis zu 100 000 Euro zuschießen.

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