Pferdefleisch-Skandal Verdächtige Lasagne auch im Südwesten

Ein Pferdefleisch-Skandal erschüttert mittlerweile auch Deutschland: Auch im Südwesten ist verdächtige Ware aufgetaucht. Foto: dpa
Ein Pferdefleisch-Skandal erschüttert mittlerweile auch Deutschland: Auch im Südwesten ist verdächtige Ware aufgetaucht. Foto: dpa

Im Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch ist verdächtige Ware auch nach Baden-Württemberg gelangt. Eine Tiefkühl-Lasagne von Eismann wurde aus dem Handel genommen.

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Stuttgart - Im Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch ist verdächtige Ware auch nach Baden-Württemberg gelangt. Tiefkühl-Lasagne kam über Nordrhein-Westfalen in den Südwesten und wurde aus dem Handel genommen, wie das Verbraucherministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Es liefen Untersuchungen sowohl bei Eigenkontrollen des Unternehmens als auch durch amtliche Proben, um abzuklären, ob das Produkt tatsächlich falsch deklariertes Pferdefleisch enthalte. Ergebnisse sollen bis spätestens Anfang der kommenden Woche vorliegen.

Lasagne von Eismann betroffen

Eine Sprecherin bestätigte auf Nachfrage, dass es sich um Ware handele, die von der Firma Eismann vertrieben worden sei. Sie wies darauf hin, dass Pferdefleisch zwar nicht gesundheitsschädlich sei. Hier liege jedoch der Verdacht auf eine massive Verbrauchertäuschung vor, dem die Lebensmittelüberwachung intensiv nachgehe. „Die Behörden auf Länder- und Bundesebene stehen in engem Kontakt und tauschen sich permanent über neue Erkenntnisse aus.“

Die Verbraucherzentrale reagierte gleichfalls auf den Skandal. Fragen wie: Was bedeutet das für Verbraucher? Besteht eine Gefahr beim Verzehr der Produkte? Welche Kennzeichnungsvorschriften gibt es? Wie kann Abhilfe geschaffen werden?, würden auf ihrer Website beantwortet, teilte die Zentrale mit. Eine strengere Überwachung und auch eine vollständige Herkunftskennzeichnung bei Fleisch sei nötig, so Christiane Manthey, Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung.

Besitzer entscheidet

Ob das Fleisch eines Pferdes verzehrt werden kann, entscheidet sein Besitzer. „Innerhalb der ersten sechs Lebensmonate muss im Equidenpass festgehalten werden, ob es sich um ein „Lebensmittelpferd“ handelt“, sagte Volker Renz vom Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. Dann dürften bestimmte Medikamente dem Pferd nicht mehr verabreicht werden. Das sei besonders bei Pferden im Reitsport wichtig.

Pferdefleisch sei in Deutschland ein Nischenprodukt, weshalb es auch kaum Pferdemetzgereien gebe. „Importe kommen vor allem aus Osteuropa“, sagte Renz. Pferdewurst im Supermarkt müsse entsprechend gekennzeichnet werden. Qualitativ gebe es keinen Unterschied zu anderen Fleischsorten. „Das ist nur eine Frage des Geschmacks.“

 

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