Die Polizei hat Bilanz zum Pferdemarkt in Bietigheim gezogen. Insgesamt sind die Beamten zufrieden. In einem Fall werden noch Zeugen gesucht.

Insgesamt 33 Straftaten hat die Sonderwache des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg), die regelmäßig während des Pferdemarkts eingerichtet wird, in den vergangenen fünf Festtagen registriert. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren die Veranstaltung coronabedingt ausgefallen war, stieg die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Jahr 2019 um sieben Fälle.

Eine einzige Person, ein 22-jähriger Mann, der am Sonntagabend mit einer Schere in der Hand über den Krämermarkt gelaufen war und anschließend mehrere Marktbesucher mit Steinen bewarf, dürfte nach derzeitigem Ermittlungsstand allein für vier der registrierten Straftaten verantwortlich sein. Er wird wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, Körperverletzung und Beleidigung angezeigt.

14 Fahrzeuge werden pro Tag abgeschleppt

„Insbesondere dieser Fall macht deutlich, dass unser Sicherheitskonzept greift. Nur wenige Minuten nach dem ersten Notruf hatten die Einsatzkräfte den Tatverdächtigen bereits lokalisiert, sodass er im Anschluss vorläufig festgenommen werden konnte“, betont der Leiter des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen, Volker Kehl. Gleichzeitig lobte er die gute Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt der Stadt Bietigheim-Bissingen sowie dem Technischen Hilfswerk, der Freiwilligen Feuerwehr Bietigheim-Bissingen, dem Deutschen Roten Kreuz und den eingesetzten Sicherheitsdiensten.

Abseits des aufsehenerregenden Vorfalls schrieben die Beamten zehn Anzeigen wegen Körperverletzung, ein Festbesucher wehrte sich gegen Beamte, ein andere muss sich wegen Beleidigung von Polizeibeamten verantworten. Zudem kam es auch zu einem sexuellen Übergriff. Sieben Personen wurden auf dem Fest bestohlen, fünf wurden mit Betäubungsmitteln erwischt. Außerdem registrierte die Polizei einen Verstoß gegen das Waffengesetz sowie drei Sachbeschädigungen. Durchschnittlich mussten pro Tag außerdem 14  Fahrzeuge wegen Parkverstößen abgeschleppt werden.

Jugendlicher wird ins Gebüsch gezerrt

Zu einem Diebstahl, der sich am Dienstagabend unterhalb des Viadukts ereignet hat, sucht die Polizei noch Zeugen. Ein 14-Jähriger war gegen 19 Uhr mit vier Freunden auf der Ellentalstraße in Richtung der Parkplätze gelaufen. Dabei wurden die Jugendlichen von einer zehn- bis fünfzehnköpfigen Gruppe junger Männer verfolgt. Einer der Männer sprach den 14-Jährigen an und zog ihn am Unterarm in ein Gebüsch. Dort verlangte er dessen Umhängetasche. Der Jugendliche übergab ihm diese, woraufhin der Unbekannte das Mobiltelefon herausnahm und es dem 14-Jährigen zurückgab. Die Tasche selbst nahm er mitsamt Geldbeutel mit und ging mit dem Rest der Gruppe davon.

Bei der Tasche handelte es sich um eine schwarze Umhängetasche mit rotem Band. Der Wert des Diebesgutes wird auf rund 50 Euro geschätzt. Der Unbekannte soll etwa 17 Jahre alt und zwischen 1,85 und 1,90 Meter groß sein. Er trug eine schwarze Basecap und eine schwarze Jacke mit blauer Aufschrift. Er hatte einen Kinnbart und eine „südländische Erscheinung“. Hinweise nimmt das Revier in Bietigheim-Bissingen, Telefonnummer 07142/40 50, entgegen.