Pfingstferien Manege frei für die bunte Wunderwelt

Von Philipp Braitinger 

Seit 20 Jahren begeistert der Kinder- und Jugendzirkus Rondelli das Publikum. In diesem Jahr verschlägt es die Artisten auf eine exotische Südseeinsel, wo sie viele spannende Abenteuer erleben.

Für die Vertikaltuchartistin Nikola Hönig geht es hinauf bis in schwindelerregende Höhen. Foto: Ines Rudel
Für die Vertikaltuchartistin Nikola Hönig geht es hinauf bis in schwindelerregende Höhen. Foto: Ines Rudel

Uhingen - Grazil bewegen sie sich dahin, elegant und gelassen zugleich. Die pinkfarbenen Flamingos gehören zum diesjährigen Programm des Kinder- und Jugendzirkus Rondelli in Uhingen-Holzhausen. Dort schlüpfen die Kinder und Jugendlichen in der Manege für ihre teils wagemutigen Kunststücke in bunte Kostüme und fantasievolle Rollen. Am Samstag war die Premiere des Programms mit dem Titel „Die geheimnisvolle Insel“. Bis kommenden Freitag finden drei weitere Vorstellungen statt.

Wie eine große Familie

Mit dem Vertikaltuch ist die 14-jährige Nikola Hönig eine der dienstältesten Artisten im Kinderzirkus Rondelli. „Die Gemeinschaft ist schön, wir sind wie eine große Familie“, freut sie sich jedes Jahr auf das Zirkuscamp des Turn- und Gesangvereins (TGV) Holzhausen an Pfingsten. Die Aufregung vor dem Auftritt kann sie auch im sechsten Jahr dennoch nicht ganz abschütteln. Insgesamt drei Auftritte hat sie im diesjährigen Programm.

Die Akrobatik mit dem Vertikaltuch sei sehr anstrengend, besonders wenn es nach oben unter das Dach des Zeltes gehe, erklärt die Artistin. Dort staue sich die Hitze und es herrschten hohe Temperaturen. Dass unter dem großen Druck des Auftritts und der körperlichen Anstrengung manchmal auch etwas nicht ganz rund läuft, hat die Zirkusakrobatin schon selbst erlebt. Wichtig sei, dass das Publikum nichts merke. „Zur Not muss man improvisieren“, verrät sie.

Popcorn, Waffeln und Äpfel

Zur Erholung zwischen den Auftritten könnten sich die Artisten hinter der Manege mit Popcorn, Waffeln und Äpfeln stärken, erklärt die 14-Jährige. Damit dabei niemand seinen Einsatz verpasse, werde das Geschehen in der Manege über einen Bildschirm übertragen. 26 Kinder und Jugendliche zwischen neun und 17 Jahren gehören zur Künstlergruppe des Zirkus. Sie zeigen viel Akrobatik, Tanz, Jonglage, Trapez-, Zauber- und Feuerkunst. Neue Zirkuskinder, auch mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen, sind stets willkommen.

Eingebunden sind die Kunststücke in eine spannende Geschichte, die in kurzen Theaterszenen erzählt wird. Es geht um eine Gruppe, die nach einem Flugzeugabsturz nur knapp den Haien Haidi und Hainer entkommt. Auf einer exotischen Insel mit Affen und Palmen findet die Gruppe Zuflucht. Dort müssen die Überlebenden zwischen gefährlichen Tieren, veganen Kannibalen und geheimnisvollen Forschern den Weg nach Hause finden. Am Ende, so viel darf verraten werden, gibt es natürlich ein Happy End.

Eltern helfen mit

Damit alles reibungslos klappt und sich die Künstler auf ihre Auftritte konzentrieren können, müssen die Eltern beim Auf- und Abbau sowie beim Betrieb der Zeltstadt mit ihrem Jahrmarkt anpacken. „Wir sind sehr eingebunden. Es ist ein großer Aufwand“, erklärt Ivonne Hönig. Sie ist die Mutter der Artistin Nikola und gehört zum Vorverkaufsteam des Kinderzirkus.

Es ist nicht allein der Auf- und Abbau der Zelte, die zum Zirkus gehören. Es gibt ein Marketingteam, ein Küchenteam, das die Verpflegung während der Auftrittswoche in den Pfingstferien sicherstellt, ein Sponsoringteam, das für finanzielle Unterstützung sorgt, ein Technikteam und so weiter. Besonders eingebunden sind die Eltern, die für das Nähen der kreativen Kostüme verantwortlich sind. Etwa 80 Kostüme mussten für den diesjährigen Auftritt hergestellt werden, schätzt Hönig. Teilweise könne sich der Zirkus aber auch aus seinem inzwischen umfangreichen Fundus bedienen.

80 Kostüme mussten genäht werden

Rund um den Zirkus gibt es einen Jahrmarkt mit einer Schiffschaukel, einer Hüpfburg und einer Rollenbahn. „Das Jahrmarktteam lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen“, sagt Hönig. In diesem Jahr gibt es ferngesteuerte Rennautos, die von den Besuchern des Jahrmarkts gefahren werden können. Auch ein Kasperletheater und ein Tischzauberer gehören zu den Attraktionen.

Die Sorge, dass sich die Ränge nicht mit Zuschauern füllen, haben die Organisatoren nicht. „Wir haben Stammgäste, die jedes Jahr kommen“, berichtet Hönig. Ferner sei bereits vor der Premiere ein Drittel der Karten verkauft gewesen. Im vergangenen Jahr sei es vorgekommen, dass Besucher an der Abendkasse keine Karte mehr bekamen und das bei 280 Plätzen. Eine Reservierung lohne sich.

Weitere Vorstellungen finden am Dienstag, 11. Juni, und Donnerstag, 13. Juni, jeweils um 16 Uhr statt. Die letzte Vorstellung am Freitag, 14. Juni, beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro für Erwachsene und sieben Euro für Kinder. Der Eintritt auf den Jahrmarkt kostet drei Euro. Karten können im Vorverkauf unter der Telefonnummer 0 71 61 / 8 08 73 62 bestellt werden.