Die Pfingstfestspiele präsentieren Barockmusik, Wiener Klassik, Jazz – und einen konzertanten „Rosenkavalier“ mit Weltstar Jonathan Tetelman.

Hier war die charmant gefälschte Imitation schöner als die Wirklichkeit: Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal ließen im „Rosenkavalier“ das Rokoko-Wien in schillernder Pracht auferstehen – und mischten es augenzwinkernd mit Walzerseligkeit, obwohl zur Zeit Maria Theresias eigentlich Menuette das Parkett beherrschten. Dieser spielerische Umgang mit Tradition und künstlerischer Freiheit bildet auch das Grundprinzip der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Gemeinsam mit dem SWR Symphonieorchester und François-Xavier Roth entsteht ein Programm, das Barock und Wiener Klassik, Expressionistisches, Jazz und Strauss’ Opernwelt verbindet. Ein bewusstes Springen zwischen Jahrhunderten und Klangsprachen – um Herzen zu öffnen und Ohren durchzulüften.

 

Strauss’ „Rosenkavalier“ im Mittelpunkt

Im Zentrum steht der konzertante „Rosenkavalier“ am 17. und 24. Mai um 16 Uhr. Strauss’ Liebe zu weiblichen Stimmen ist legendär, und so eröffnet sein Opernkosmos mit einem intimen Morgengrauen zwischen der Marschallin und ihrem jungen Octavian – letzterer wird von einer Frau gesungen. Julia Kleiter, in Wien und Berlin für ihr nobles Rollenverständnis gefeiert, singt die Marschallin. An ihrer Seite die Mezzosopranistin Emily D’Angelo, OPUS-„Sängerin des Jahres 2025“, als Octavian. Katharina Konradi komplettiert das Trio als Sophie. In dieser Rolle versetzte sie das Publikum an der Bayerischen Staatsoper in Verzückung. Ihnen gegenüber stehen die Herren der Produktion: Weltklasse-Tenor Jonathan Tetelman mit Strauss’ gefürchteter Tenorarie, Wilhelm Schwinghammer als Baron Ochs und Roman Trekel als Sophies Vater.

Ich atmet' einen linden Duft: Mahlers Rückert-Lieder

Am 21. Mai um 19 Uhr stehen Gustav Mahlers „Rückert-Lieder“ auf dem Festspielprogramm, interpretiert von Daniela Köhler in einer kammermusikalischen Fassung. Zuvor erklingen die Musik für sieben Saiteninstrumente des jung verstorbenen Expressionisten Rudi Stephan und das Klavierquintett des erst 16-jährigen Gustav Mahler.

Jazznacht mit Libor Šíma

Jazzige Farben bringt die Late Night am 22. Mai um 21 Uhr. Libor Šíma, Solofagottist des SWR Symphonieorchesters, zeigt sich vielseitig als Jazz-Saxofonist, Komponist, Arrangeur und musikalischer Grenzgänger, der mit internationalen Größen zusammenarbeitete.

Höfisches Musikpanorama

Am 23. Mai um 18 Uhr führt das Konzert „Von Versailles nach Wien“ von Lullys höfischem Glanz über den Esprit von Mozarts letztem Klavierkonzert – mit dem stilistisch brillanten Kristian Bezuidenhout – bis zu Haydn. François-Xavier Roth, der mühelos zwischen historischer Aufführungspraxis, Romantik und Moderne wechselt, kombiniert Werke, die man selten an einem Abend hört. So entsteht ein Panorama europäischer Musikkultur, das zugleich einen Bogen zum „Rosenkavalier“ schlägt.

Tickets und Informationen

Die Pfingstfestspiele finden vom 17. bis 24. Mai 2026 in Baden-Baden statt. Tickets und weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Pfingstfestspiele, in der Festspielhaus-App sowie telefonisch im Service-Center Ticketing unter 07221/3013-101 oder per Mail an info@festspielhaus.de.