Eitel Sonnenschein bei frühsommerlichen Temperaturen und Besucherzahlen weit im fünfstelligen Bereich – ein voller Erfolg ist am Pfingstmontag die 185. Auflage des erstmals 1837 durchgeführten Ehninger Pfingstmarktes gewesen. Zu den mehr als 130 Ständen, die sich von der Königstraße über Garten- und Schlossstraße bis hinauf zum Marktplatz zogen, kam das Pfingstfest, das bereits am Samstag- und Sonntagabend zahlreiche Gäste ins Festzelt auf der Festwiese lockte. Traditionell nicht fehlen durfte außerdem der große Vergnügungspark auf dem unteren Festplatz. Zudem gab es einen spannenden Vorgeschmack auf die mobile Zukunft in Ehningen.
„Es ist einer unserer Lieblingsmärkte im Jahr“, erklärte Oliver Hopp aus Albstadt. Zwar ist er mit Frau und Sohn fast jedes Wochenende mit seinem Stand für Haushaltswaren bei einem Markt im Land unterwegs, doch den Ehninger Pfingstmarkt streicht er sich jedes Mal ganz besonders dick im Kalender an. War doch sein Vater hier bereits mehr als 40 Jahren lang ein gern gesehener Marktbeschicker. Viele Stammkunden wissen das Angebot an allem, was im Haushalt so gebraucht wird, seit Langem zu schätzen. Nicht anders ergeht es einer Kollegin aus Winterlingen, die Holzwaren wie Vesperbrettle, aber auch Bürsten und Besen feilbietet. „Wenn es gut ist, kommt man immer wieder“, lobte sie die Ehninger Veranstaltung, der sie ebenfalls schon seit vier Jahrzehnten die Treue hält.
Ab fünf in der Früh bauten die ersten Aussteller ihre Stände auf, verschafften sich vor dem Beginn noch einen Überblick, was die Mitbewerber so dabei hatten, bevor von acht Uhr an bereits die Gäste aus nah und fern in den Flecken strömten. Schnell waren alle Parkplätze rundherum besetzt und am Mittag ging es angesichts der Besuchermassen nur noch im geschobenen Schneckentempo durch die Gassen zwischen den Auslagen, die von Feinkost über Handwerkskunst, Kleidung und Spielwaren bis hin zu Haushaltswaren für jeden etwas bereit hielten.
Auch kulinarisch: An der einen Ecke durfte es nach Crêpes, an der anderen nach Döner und vor allem das große Festzelt, das diesmal der TSV Ehningen auf dem Festplatz mit bis zu 150 Helferinnen und Helfern je Schicht bewirtschaftete, wartete mit Steaks und Wurst im Brötchen, Hähnchen, aber auch Fleischkäse und Maultaschen auf. „Eine Tonne Pommes und 8000 Liter Bier“, nannte TSV Präsident Marco Saile nur zwei beeindruckende Zahlen. Außerdem kämen am verlängerten Wochenende locker 2500 Arbeitsstunden - „alles ehrenamtlich“ – zusammen, rechnete Saile vor, der wie viele seiner Mitstreiter extra eine Woche Urlaub genommen hatte.
Der Erfolg gab dem TSV-Team recht. Die Samstagabendveranstaltung mit der Live-Band Daily Friday war gut besucht, der Auftritt der Gruppe Party Maschine am Sonntagabend ausverkauft und auch am Montagmittag und –nachmittag sorgten die Hotzenplotzer Musikanten vom Bodensee für mächtig Stimmung auf der Bühne. Direkt unterhalb des Festzeltes bot der große Vergnügungspark mit Autoscooter, Karussells und anderen Fahrgeschäften, Bungeetrampolin, Schießbude, Dosenwerfen und Preisangeln Spiel, Spaß und Nervenkitzel für Groß und Klein.
Das alles findet, wie geschrieben, mit ganz viel Tradition seit mehr als 180 Jahren statt. Ein Stück Zukunft schon einmal anschauen und sogar mit Händen greifen konnten Interessierte allerdings auch, und zwar direkt unterhalb des Marktplatzes. Mit dem Mobilitätsprojekt „Ameise“, bei dem ihm Rahmen einer Kooperation des Fraunhofer Institutes mit der örtlichen Firma Bertrandt und der Gemeinde schon bald ein autonomes Bus-Shuttle mit 18 Stundenkilometern durch den Flecken kurven soll. An 60 Arbeitstagen zwischen Juli und Oktober ist ein Versuchsbetrieb geplant. „Probanden zum Mitfahren sind gesucht“, warb Projektverantwortlicher Alexander Merkel – genauso wie Slogan und Design fürs vorgestellte sechssitzige Bussle im Rahmen eines Gewinnspiels unter allen „Ameise“-Standbesuchern beim Pfingstmarkt.