Pflanzenschutz Freisetzung von genetisch veränderten Insekten

Von Katrin Collmar 

Europa
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Risikobewertungskriterien für den Einsatz gentechnisch veränderter Insekten herausgegeben. Doch die Entscheidung, ob solche Tiere für Freilandversuche zugelassen werden, liegt letztlich in Länderhand. Die Mitglieder der britischen Non-Profit-Organisation Gene Watch beobachten kritisch neue Entwicklungen in der Gentechnik. Sie kritisieren die EFSA und die erarbeiteten Kriterien öffentlich: Im Expertenkomitee seien die Interessenkonflikte eines Mitglieds nicht offengelegt worden. Die Prüfung durch die europäische Bürgerbeauftragte gab der Organisation recht.

Oxitec
Die britische Firma Oxitec, mittlerweile aufgekauft von dem US-amerikanischen Großkonzern Interxon, hat schon mehrere gentechnisch veränderte Insekten entwickelt und bereits im Freiland getestet. Am weitesten fortgeschritten ist ihr Projekt mit einer gentechnisch veränderten Ägyptischen Tigermücke. Im Rahmen von Freilandversuchen wurden bereits Milliarden Mückenmännchen ausgesetzt – vorwiegend in Ländern, die sich keinen Risikobewertungen zur Biosicherheit verpflichtet haben.

Brasilien
Im Jahr 2014 erteilte Brasilien Oxitec die Erlaubnis, die gentechnisch modifizierte Tigermücke kommerziell zu vertreiben. Nach Regierungsangaben sind in den letzten fünf Jahren 3,2 Millionen Menschen am Denguevirus erkrankt. Es wird von der Ägyptischen Tigermücke übertragen und geht mit schweren Gliederschmerzen einher, in seltenen Fällen führt die Erkrankung zum Tod. In Brasilien ist das Denguefieber gefürchtet, denn die Fallzahlen nehmen jährlich zu.