Der zoologisch-botanische Garten in Stuttgart bietet derzeit eine besondere Wechselschau über Flora und Fauna des fünften Kontinents. Wir zeigen, was dort blüht.

Die Wilhelma bietet seit dem vergangenen Sommer nicht nur eine Terra Australis im ehemaligen Menschenaffenhaus, in dem besondere Tiere und Pflanzen des fünften Kontinents leben. Denn auch in der historischen Gewächshauszeile der Wilhelma hat nun eine neue Wechselschau eröffnet, welche die australischen Landschaften von der größten Insel der Welt zeigen. Bis Oktober erleben die Besucher eine botanische Reise quer durch Australien. „Mit viel Liebe zum Detail wurde eine Auswahl der Lebensraumtypen des fünften Kontinents mit ihren charakteristischen Pflanzenarten naturgetreu nachgebildet“, erklärt Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann. Wir stellen die botanischen Besonderheiten vor.

 

Im temperierten Regenwald

Große Baumfarne im Zoo. Foto: Wilhelma/Birger Meierjohann

Von den tropischen Regenwäldern im nordöstlichen Queensland mit der Nussfrucht Macadamia, die zur Familie der Silberbaumgewächse gehört, über australische Gummibäume bis zu den temperierten Regenwäldern Tasmaniens. Dort gibt es beeindruckende Baumfarne mit ihren filigranen Blättern zu sehen.

Im trockenen Zentralaustralien

Die Eukalyptuswälder. Foto: Wilhelma/Birger Meierjohann

Neben den trockenen Eukalyptuswäldern Zentralaustraliens mit verschiedensten Pflanzen und dem unverwechselbaren Duft nach Eukalyptus sind in den historischen Gewächshäusern auch die australischen Heide- und Dünenlandschaften zu erleben. Die Wilhelma hat auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes eine eigene Eukalyptuszucht mit mehr als 100 Bäumen, auch für die Koalas. Der Stuttgarter Zoo hat in seiner wissenschaftlichen Sammlung mehr als 38 Eukalyptus-Arten.

Blau blühende australische Farbtupfer

Die Billardiera . Foto: Wilhelma/Birger Meierjohann

Zwischen den Bäumen, Sträuchern und Farnen, die im historischen Gewächshaus der Wilhelma zu sehen sind, sind Blumen wie die Billardiera, die aus dem östlichen Australien stammt und mit blauen Glöckchen blüht, eine echte Augenweide. Ebenso ist die Staude Australische Morgenblüte zu erleben und die Große Kängurupfote sorgt für Farbtupfer.

Australische Gespenstschrecken und Frösche

Die Gespenstschrecke. Foto: Wilhelma/Birger Meierjohann

Auch zwei australische Tierarten sind in den historischen Gewächshäusern in der üppigen Vegetation zu finden: der leuchtend grüne Korallenfinger-Laubfrosch, der ein Vertreter des tropischen Regenwalds ist. Besonders gut getarnt erscheinen die grünen, pflanzenfressenden Gespenstschrecken, die in Eukalyptuswäldern beheimatet sind. Größere Tiere wie Koalas & Co. sind natürlich in dieser Wechselausstellung „Australische Landschaften“ nicht zu sehen: Sie sind unweit nördlich des Amazonienhauses in der neuen Terra Australis der Wilhelma zu finden.

Der blühende australische Flaschenbaum

Der Flaschenbaum Foto: Wilhelma/Birger Meierjohann

Der australische Flaschenbaum (Brachychiton paradoxus) ist noch Teil vom trockenen Eukalyptuswald. Er ist ebenfalls in der Wechselschau zu sehen und trägt bezaubernde rote Blüten. Mit diesen und anderen Raritäten kann die Wilhelma besondere Pflanzen präsentieren, die sich sonst hinter den Kulissen befinden. Im Anschluss an jede Wechselschau zieht zudem ein Teil der gezeigten Pflanzen in die zum geografischen Thema passenden Terrarien und Tierhäuser um. Das Ziel: „Auf diese Art und Weise erschafft die Wilhelma ein authentisches und einzigartiges Zusammenspiel zwischen Flora und Fauna“, beschreibt es Meierjohann.