Pflegeheim Bethanien in Möhringen Letzter Bauabschnitt im 65-Millionen-Euro-Projekt
Am Altbau des Pflegeheims Bethanien in Möhringen nagen derzeit die Abbruchbagger. Nach dem Teilabriss entsteht an der Stelle ein Mitarbeiterwohnheim.
Am Altbau des Pflegeheims Bethanien in Möhringen nagen derzeit die Abbruchbagger. Nach dem Teilabriss entsteht an der Stelle ein Mitarbeiterwohnheim.
Der Teilabriss des sechsstöckigen Altbaus des Pflegezentrums Bethanien sorgt derzeit in Möhringen für Aufmerksamkeit. Nachdem im vergangenen Jahr auch der zweite Neubau des Pflegeheims fertiggestellt werden konnte, sind seit Januar im Onstmettinger Weg die Abbruchbagger im Einsatz. An der Stelle des alten Pflegeheims entsteht ein Gebäudekomplex mit Wohnungen für das Pflegepersonal der Einrichtung.
Stück für Stück knabbern sich die Bagger in das 1978 errichtete Gebäude am Feldrand von Möhringen. Mal brechen sie einen Teil einer Balkonbrüstung ab, dann verbeißen sie sich in eine der grauen Wände des Altbaus. Doch ganz verschwinden wird der Betonkoloss nicht, der einst den Kern des Pflegeheims Bethanien bildete. „Es handelt sich um einen Teilabriss“, erläutert Annette Attanasio, die Geschäftsführerin des Pflegeheimträgers, der Diak Altenhilfe Stuttgart.
„Der Altbau wurde zuerst komplett entkernt“, sagt Annette Attanasio, die zugleich die Hausleitung im Pflegezentrum innehat. Nach dem Teilabriss bleibe ein Kubus auf vier Etagen mit einer Grundfläche von 500 Quadratmetern stehen. Dieser Rohbau bildet dann das Grundgerüst für ein neues Personalwohnheim mit 53 Wohneinheiten auf 2400 Quadratmetern Geschossfläche. Der Bau des Wohnheims sei Bedingung des städtebaulichen Vertrags gewesen, betont die Geschäftsführerin.
Mit dem 2021 fertiggestellten Haus Maria und dem im vergangenen Jahr eröffneten Haus Martha hat das Pflegezentrum Bethanien der Diak Altenhilfe Stuttgart die ursprüngliche Kapazität von rund 220 Pflegeplätzen wieder erreicht. 48 davon stehen erneut dem gerontopsychiatrischen Fachbereich zur Verfügung, in dem vor allem demenzkranke Menschen untergebracht sind.
Das neue Wohnheim, das genau zwischen den beiden neuen Pflegehäusern liegen wird und auf rund zwölf Millionen Euro veranschlagt ist, soll im kommenden Jahr bezugsfertig sein. Gleichzeitig saniert werden die drei Mitarbeiterwohnheime im Ebinger Weg 7, 9 und 11. Kostenrahmen hier: 17 Millionen Euro. Zuletzt sollen noch die Tiefgarage saniert und die Außenanlagen erneuert werden. Mit den Wohnungen für Pflegekräfte, sagt die Diak-Geschäftsführerin, steige auch die Attraktivität der Einrichtung als Arbeitgeber. In Zeiten der Personalknappheit ein Trumpf.
Am Ende wird die seit 2019 laufende Modernisierung des Pflegezentrums auf einem 19 000 Quadratmeter großen Grundstück etwa neun Jahre in Anspruch genommen haben und rund 65 Millionen Euro kosten, sagt Attanasio. Für das entstehende neue Wohnheim, an dessen Vorgängerbau noch die Abbruchbagger zugange sind, stehe die Baugenehmigung allerdings noch aus.
Verändert hat sich mit den beiden neuen Pflegehäusern auch die Wohnstruktur im Pflegezentrum: So gibt es im neuen Bethanien, entsprechend der geltenden Heimbauverordnung, nur noch Einzelzimmer mit eigenem Bad. Damit auch Paare sich wohl fühlen, sind einige Zimmer mit einem Durchgang zum Nachbarzimmer versehen. Zudem ist das ganze Pflegeheim in Wohngruppen von 15 Personen aufgeteilt. Sie bilden Hausgemeinschaften, die sich eine große Wohnküche teilen, in der auch gemeinsam gegessen wird. Das Konzept verbessere den Kontakt der Bewohner untereinander.