Pflegestift Stuttgart-Münster Drei „Schmetterlingszimmer“ für Paare

Von Edgar Rehberger 

Im April hat der Umbau des Pflegestifts Münster begonnen. Aufgrund der Landesheimbauverordnung sind keine Doppelzimmer mehr möglich. Das Pflegestift reduziert daher die Zimmerzahl von 116 auf 75.

Münster - Im September 2009 trat die neue Landesheimbauverordnung in Kraft, die allen Heimbewohnern das Recht auf eine geschützte Privatsphäre in den stationären Einrichtungen des Landes sichert. Die Folge: Doppelzimmer sind nicht mehr zulässig. Pflegeeinrichtungen müssen bis spätestens September 2019 die Verordnung umgesetzt haben. Das Pflegestift Münster hat seine Hausaufgaben gemacht, den Umbau sehr gut vorbereitet und alle Betroffenen informiert. „Das macht sich jetzt bezahlt“, sagt Einrichtungsleiter Michel Hömke. Umbau am laufenden Betrieb funktioniere nur im Miteinander. „Alle konnten sich darauf einstellen: Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige.“ Hömke ist „unheimlich stolz“ auf sein Team, das alles mittrage.

Von ursprünglich 116 Zimmern wird durch den Umbau auf 75 Zimmer reduziert – in drei Bauabschnitten. Im ersten Teil, mit dem im April begonnen wurde, wird im Ost- und Westflügel gearbeitet. Dort, wo die Handwerker aktiv sind, ist alles vom Pflegebetrieb abgetrennt. Sicherheitstüren sorgen unter anderem dafür, dass keine Unbefugten in den Baubereich gelangen. Im Pflegestift-Betrieb sieht man daher vom Umbau nicht viel. „Das wird nicht groß wahrgenommen.“ Einschränkungen bleiben natürlich nicht aus. So kann beispielsweise die Physio-Abteilung derzeit nicht genutzt werden. Das wird durch eine mobile Physio aufgefangen. Es wird auch streng darauf geachtet, dass die Ruhezeiten eingehalten werden. „Die Bauarbeiter nehmen extrem Rücksicht“, zollt Regionalleiter Hömke den Handwerkern großes Lob. Es gibt zum Wohle der Bewohner klare Absprachen. „Da wurde im Vorfeld einiges besprochen und geklärt.“

Umbau soll Ende 2019 fertig sein

Im ersten Bauabschnitt entstehen 28 neue Zimmer, die, so der Plan, im Februar kommenden Jahres bezugsfertig sind. Dann geht es an den Südbereich. Die Bewohner von dort können dann in die neuen Zimmer ziehen. Die Arbeiten im Südflügel sind bis Juli 2019 terminiert, ehe es dann an die Restarbeiten geht, die bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein sollen. Viele Einzelzimmer bekommen eine Größe von 20 bis 23 Quadratmetern. „Sie sind dann schon wie ein Appartement“, beschreibt der Regionalleiter. Es werde nur so wenig wie möglich in die Grundstruktur des Hauses eingegriffen. Deshalb könnten besonders komfortable Zimmergrößen entstehen. Da keine Doppelzimmer mehr möglich, aber durchaus auch Ehepaare im Pflegeheim untergebracht sind, entstehen für Paare drei sogenannte Schmetterlingszimmer: Diese haben einen gemeinsamen Flur, die beiden Zimmer sind über eine Tür miteinander verbunden. Nach dem Umbau, der mit 8,5 Millionen Euro Kosten veranschlagt ist, bietet das Pflegestift mehr Zimmer als bisher mit Blick auf den Neckar. Neu gestaltet werden die Aufenthaltsbereiche. Sie erhalten eigene Teeküchen. Den Wohngruppen für künftig noch 12 bis 13 Bewohnerinnen und Bewohner stehen in den zugewiesenen Wohnzimmer- und Essbereichen Raum für gemeinsame Mahlzeiten, Beschäftigungsangebote und Betreuung zur Verfügung.

Pflegestift-Personal wurde gedacht. „Die Mitarbeiter bekommen komplett neue Dienstzimmer mit Klimaanlage und Lärmschutzglas.“ Da können dann auch vertrauliche Gespräche geführt werden. Die Dachterrasse im Ostflügel wird aufgestockt und zu zwei Bewohnerzimmern sowie einem Aufenthaltsbereich. Während Vorbereitung und bisheriger Bau reibungslos verlaufen, kommen die Bemühungen nach einem neuen Standort, um den Wegfall von 44 Zimmern zu kompensieren, nicht voran. „Da gibt es keine neuen Erkenntnisse“, bedauert Hömke. Priorität und Augenmerk liegen derzeit beim Umbau.

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