Schock und Trauer in Hollywood: Der 46-jährige Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman ist tot. Berühmt wurde der Schauspieler vor neun Jahren in der Rolle des Schriftstellers Truman Capote.

Schock und Trauer in Hollywood: Der 46-jährige Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman ist tot. Berühmt wurde der Schauspieler vor neun Jahren in der Rolle des Schriftstellers Truman Capote.

 

New York - Die traurige Nachricht schlug am Super-Bowl-Sonntag wie eine Bombe ein. Freunde und Kollegen reagierten fassungslos und schockiert. Der Schauspieler Philip Seymour Hoffman war am Mittag (Ortszeit) in seiner Wohnung in Manhattan tot aufgefunden worden. Wie der Sender CNN berichtete, soll ein Kollege den leblosen Körper des 46-Jährigen im Badezimmer entdeckt haben. Wieder waren es Drogen, die ein weiteres Hollywoodtalent forderten, wurde in Medienberichten sofort spekuliert. Die Polizei habe CNN mitgeteilt, dass Heroin und eine Nadel bei der Leiche gefunden wurden, berichtete der Sender.

Der Schauspieler und dreifache Familienvater hatte in früheren Interviews erklärt, vor Jahren Drogen missbraucht zu haben. Nach Medienberichten war Hoffman im vergangenen Mai nach einem Rückfall erneut auf Entzug gegangen. Doch derartige Probleme des schwergewichtigen, charismatischen Stars konnten seinen Siegeszug in Hollywood nicht bremsen. Klein, dicklich, hin und wieder verschwitzt, passte er auf den ersten Blick so gar nicht ins glamouröse Hollywood. Doch er galt als Schauspiel-Genie, das in den schwierigsten Rollen glänzte.

Unsterblich als Capote mit Fistelstimme

Er war schon lange ein Star im Independent-Kino, der vor allem in Nebenrollen brillierte, als er 2006 mit „Capote“ auf der Leinwand unsterblich wurde. In der Rolle des Schriftstellers Truman Capote überzeugte er den Mainstream und die Oscar-Akademie, die ihn zum besten Hauptdarsteller kürte. Genial war er auch in dem Sektendrama „The Master“ (2013). Unter der Regie von Paul Thomas Anderson verwandelt er sich in einen charismatisch-herrischen Guru, der seinen Anhängern Heilung und Glück verspricht.

Sein Talent hatte keine Grenzen. Er spielte einen Transsexuellen in „Makellos“, einen umstrittenen Pfarrer in „Glaubensfrage“, einen Snob in „Der talentierte Mr. Ripley“ oder einen Stalker in „Happiness“. Auch auf Blockbuster-Filme ließ sich Hoffman ein. In die „Die Tribute von Panem - The Hunger Games“ gab er als Spielleiter Plutarch Heavensbee den Ton an.

Ensetzen und Trauer bei den Kollegen

Kollegen rissen sich darum, an seiner Seite zu spielen. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, das Hoffman ein neues Regie-Projekt übernehmen wollte. Die beiden Hollywoodstars Amy Adams und Jake Gyllenhaal sollten in dem übernatürlichen Drama „Ezekiel Moss“ die Hauptrollen spielen.

„Welch ein großer Verlust“, schrieb Schauspieler Elijah Wood (33) über den Tod seines Kollegen. Sein Herz sei gebrochen und er sei geschockt. Viele Hollywoodgrößen stimmten mit Worten von Trauer und Fassungslosigkeit ein. Der Schock und die Anteilnahme weckte Erinnerungen an den plötzlichen Tod von Schauspieler Heath Ledger. Der „Brokeback Mountain“-Star war 2008 tot in seiner New Yorker Wohnung entdeckt worden. Neben der Leiche des 28-Jährigen fand die Polizei Beruhigungsmittel, Angstlöser und Schlafmittel. Eine versehentliche Überdosis, hieß es später. Es dürfte Wochen dauern, bis im Fall Hoffman die Todesursache amtlich festgestellt ist.