Physik-Weltmeisterschaft 28 Nationen im Wettstreit um den Physik-Weltcup

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Sie sind Schüler zwischen 16 und 19 und sie haben sich ein Jahr lang auf 17 knifflige Aufgaben vorbereitet. In Bad Saulgau stellen sich in dieser Woche Teams aus 28 Ländern den kritischen Fragen ihrer Mitstreiter und einer Jury, die am Ende die Sieger kürt.

Das deutsche Team mit Maskottchen Tux und, wie alle Teams, mit Fahne. Foto: IYPT
Das deutsche Team mit Maskottchen Tux und, wie alle Teams, mit Fahne. Foto: IYPT

Bad Saulgau - Zum 25. Mal stellen sich in dieser Woche Teams von Schülern zwischen 16 und 19 Jahren einem der anspruchsvollsten Wettbewerbe in den Naturwissenschaften. Ein Jahr lang haben sie Antworten auf 17 knifflige Fragen gesucht, die sie nun gegen kritische Fragen verteidigen müssen. Die Veranstaltung, kurz Physik-Weltcup genannt, heißt offiziell International Young Physicists Tournament – internationaler Wettkampf junger Physiker.

Das Logo mit der sperrigen Abkürzung IYPT prangt in diesem Jahr über Bad Saulgau. Die 18 000-Einwohner-Stadt steht in einer Reihe mit Millionenmetropolen wie Teheran (2011), Wien (2010) und Tianjin (China, 2009). Grund für die Wahl der oberschwäbischen Stadt ist der außergewöhnliche Erfolg deutscher Teams, zu denen immer Teilnehmer des in Bad Saulgau angesiedelten Schülerforschungszentrums (SFZ) gehörten. In den 17 Jahren, in denen der Saulgauer Lehrer Rudolf Lehn und das SFZ Schülern Raum und Förderung für ein Jahr der Vorbereitung auf den Wettstreit gegeben haben, hat das deutsche Team siebenmal Gold, achtmal Silber und zweimal Bronze gewonnen.

Teammitglieder aus Biberach, Lörrach, Erlangen und Kassel

Das Modell hat deshalb Schule gemacht, wie die Zusammensetzung des deutschen Teams zeigt (im Foto von links): Captain Michael Kern (17) aus Biberach kommt vom SFZ-Standort Ulm, Tobias Schemmelmann (18) aus Lörrach vom dortigen Phaenovum, Lars Dehlwes (16) aus Erlangen vom dortigen Schülerforschungszentrum, Clemens Borys (18) aus Kassel vom Schülerforschungszentrum Nordhessen in Kassel, und Paul Hege (16) ebenfalls aus Kassel.

Dass das Saulgauer Vorbild auch international Schule gemacht hat, betonte bei der Eröffnung der Australier Alan Allinson, Präsident des IYPT. Als Beispiele nannte er sein eigenes Land sowie die Schweiz, Schweden und Österreich.

Bürgermeisterin Doris Schröter sprach vor den 500 Gästen und Wettkämpfern von einer „ganz besonderen Zeit für Bad Saulgau“. Bundesforschungsministerin Annette Schavan würdigte die Verdienste Rudolf Lehns, der in zwei Jahren in den Ruhestand geht. Lehn hat im Vorstand der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) den Bereich Schule übernommen, wie Metin Tolan für die DPG sagte. Tolan, Physikprofessor aus Dortmund, stimmte die Teilnehmer mit einem augenzwinkernden Festvortrag zur Physik in James-Bond-Filmen ein.