Pianistenfestival Böblingen Erfolgsreihe: Wiederhören macht Freude

Im Jahr 2019 hatten Evgenia Rubinova (links mit Festivalleiter Ulrich Köppen) und Evgeny Konnov gemeinsam konzertiert. Foto: /Thomas Bischof

Das 27- Internationale Pianistenfestival findet vom 10. Januar bis zum 7. Februar in der Böblinger Kongresshalle statt. Der Vorverkauf für die Klassikreihe hat begonnen.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

Das Internationale Pianistenfestival ist seit fast drei Jahrzehnten eine feste Institution mit Strahlkraft weit über Böblingen hinaus. Das belegen Jahr für Jahr die hochkarätigen Namen, die der Festivalorganisator und künstlerische Leiter Ulrich Köppen in den Württembergsaal der Kongresshalle holt. Die 27. Auflage des Klassikformats, die vom 10. Januar bis zu 7. Februar 2025 stattfindet, bildet da keine Ausnahme.

 

Der Vorverkauf für die Konzertreihe hat bereits begonnen und dank eines treuen Abonnentenstamms sind laut Kulturamtsleiter Sven Reisch bereits rund 40 Prozent der Tickets verkauft. Nun hofft das Kulturamt gemeinsam mit dem im vergangenen Jahr für sein Engagement als Festivalorganisator mit dem Böblinger Kulturpreis ausgezeichneten Ulrich Köppen, dass der Vorverkauf weiterhin so „super stabil“ läuft, wie das laut Sven Reisch bisher stets der Fall war.

Publikumslieblinge statt Debütauftritte junger Talente

Eine besondere Anziehungskraft des Festivals macht der hohe Qualitätsanspruch aus, den der Organisator Jahr für Jahr bei Programmgestaltung ansetzt. Entsprechend hohes Niveau haben die virtuosen Gäste, die jeweils auf dem Sauter-Flügel im Württembergsaal ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Köppens Kontakte in die Klassikszene sowie Kooperationen mit namhaften Klavierwettbewerben wie dem Brahms-Klavierwettbewerb in Detmold und dem Concours Géza Anda in Zürich helfen ihm dabei, immer wieder aufs Neue vielversprechende junge Talente nach Böblingen zu holen. Diese freuen sich ihrerseits, bei diesem weithin beachteten Festival spielen zu dürfen.

In diesem Jahr erwarten das Publikum allerdings keine jugendlichen Debütauftritte, sondern das Wiedersehen und Wiederhören mit lauter Publikumslieblingen – darunter die gebürtige Usbekin Evgenia Rubinova, die bereits auf zahlreiche Auftritte in Böblingen zurückblicken kann.

Musste bei seinem letzten Konzert in Böblingen eine halbstündige Zugabe spielen: Jong Hai Park. /Stefanie Schlecht

Wie gewohnt, stellt Ulrich Köppen das musikalische Programm auch im kommenden Jahr wieder unter ein sämtliche Klavierabende überspannendes Motto. Diesmal hat sich der promovierte Musikwissenschaftler und Journalist für „große Zyklen“ entscheiden. Diesen Begriff kennt man insbesondere aus der Vokalmusik. Beispielhaft nennt der Grafenauer Liedzyklen wie Schuberts „Winterreise“, seine „schöne Müllerin“ oder Schumanns „Dichterliebe“.

Bei Klavierzyklen bilden statt Lyrik und Gedichten die Musik das verbindende Element – zum Beispiel in Form eines Themas, einer bestimmten Abfolge von Tonarten oder auch einer übergeordneten poetischen Idee. „Die Welt der Zyklen ist damit so reich wie die Vielfalt der Stilmittel in der Musik“, sagt der künstlerische Leiter Ulrich Köppen. Für das Genre des Klavierzyklus gelte das ganz besonders. Einigen dieser großen Zyklen werden sich die Künstlerinnen und Künstler bei dem Festival widmen.

Mihály Berecz, der das Auftaktkonzert am 10. Januar gestaltet, wird etwa Bela Bartóks Improvisationen über ungarische Bauernlieder präsentieren, der Koreaner Jong Hai Park wird am 17. Januar mit Duettpartner Kyumin Park (Violine) unter anderem Robert Schumanns Kinderszenen op.15 darbieten.

Publikum weiß hohes Niveau zu schätzen

Evgenia Rubinova nimmt nimmt sich am 24. Januar mit Peter Tschaikowskys 18 Stücken für Klavier op. 72 einer pianistische Großaufgabe an, die sie zuletzt auch als CD-Aufnahme veröffentlicht hat. Im Interview mit einem Fachmagazin spricht sie davon, wie sie dieser Zyklus wegen seiner unterschiedlichen Charaktere und seiner emotionalen Welt schon zu Studienzeiten fasziniert habe. Evgeny Konnov spielt am 31. Januar die „12 Études d’exécution transcendente“ von Franz Liszt und Eugène Mursky beschließt das Festival am 7. Februar mit Sergej Prokofjews Romeo und op 75.

„Mit allen Künstlerinnen und Künstlern sind jeweils mindestens ein bis zwei Stücke mit sehr hohem virtuosen Anspruch vereinbart“, gibt Köppen Einblicke in seine Programmplanung. Genau dieser hohe Anspruch mache die besondere Atmosphäre bei den Klavierabenden im Württembergsaal aus. Das fachkundige Publikum bringe großes Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Akteure auf der Bühne mit. „Das spürt man und es überträgt sich dann auf die Bühne“, ist der Festivalleiter überzeugt.

27. Pianistenfestival in Böblingen

Programm
 Den Auftakt im Württembergsaal am 10. Januar macht der gebürtige Ungar Mihály Berecz. Am 17. Januar konzertiert der Koreaner Jong Hai Park im Duett mit seinem Landsmann Kyumin Park (Violine). Am 24. Januar ist Evgenia Rubinova wieder in Böblingen zu Gast. Am 31. Januar folgt Evgeny Konnov. Den Schlusspunkt setzt Eugène Mursky am 7. Februar – alle drei stammen aus Usbekistan in Zentralasien.

Vorverkauf Einzelkarten und Abonnements kosten zwischen 25 (ermäßigt 12,50) beziehungsweise 100 (ermäßigt 50) Euro und sind erhältlich bei Magic Ticketing über die Internetseite boeblingen.magic-ticketing.com
sowie über das Böblinger Amt für Kultur unter Telefon 0 70 31/6 69 16 12 (Mail: reservierung@boeblingen.de). Auf Anfrage stellt das Kulturamt die Tickets
auf dem Postweg zu.

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