Seit frühester Kindheit ist Sabine Layer vom Singen begeistert. „Mein Opa Walter Eberspächer war Vorstand der Concordia Wäldenbronn“, erzählt die bekannte Chorleiterin und Pianistin, die seit einigen Jahren in Aichwald wohnt. Gelegentlich durfte sie in den Proben zuhören, und von den Konzerten des Gesangvereins war sie stets fasziniert. Schon früh reifte der Entschluss: Ich werde Musikerin.
Layer wuchs in einer musikalischen Familie auf Esslingens Höhen in Hohenkreuz auf. „Bei uns wurde immer musiziert und viel gesungen“, erinnert sich die 62-Jährige. Sie hatte Klavierunterricht, sang in der Jugendkantorei der Stadtkirche, und nach dem Abitur am Esslinger Schelztor-Gymnasium führte 1979 ein Gastsemester an die Oregon State University im Nordwesten der USA.
Schulmusikstudium an der Musikhochschule Stuttgart
Nach Deutschland zurückgekehrt, begann Sabine Layer an der Musikhochschule Stuttgart das Schulmusikstudium. Da sie als Pianistin herausragende Leistungen zeigte, konnte sie nach dem Staatsexamen noch ein künstlerisches Aufbaustudium draufsatteln. „Pianistisch und in puncto Liedbegleitung habe ich von meinem Professor Konrad Richter viel gelernt“, sagt Layer. Bis heute ist das Klavierspiel ein Eckpfeiler in ihrer Karriere: Als Begleiterin ist die Musikerin sehr gefragt.
Regelmäßig ist sie als Klavierbegleiterin für die Internationale Bachakademie Stuttgart tätig, arbeitete dort mit internationalen Gesangsstars wie Arleen Augér und Marlis Petersen zusammen und unterstützte Dirigentengrößen wie John Elliot Gardiner und Zubin Mehta.
Wenn für Orchesteraufführungen eine Pianistin benötigt wird, ist Sabine Layer für die Stuttgarter Philharmoniker erste Wahl. Zudem ist sie seit vielen Jahren als Korrepetitorin in den Gesangsklassen an der Stuttgarter Musikhochschule jungen Sängerinnen und Sängern eine wertvolle Stütze.
Sabine Layers zweites Standbein ist das Dirigieren. 2012 wurde sie zur musikalischen Chefin der Staufer Festspiele in Göppingen berufen. „Neben diversen Operettenproduktionen waren die Aufführungen von Wolfgang Amadeus Mozarts ,Zauberflöte’ und Engelbert Humperdincks Märchenoper ,Hänsel und Gretel’ besondere Highlights“, blickt Layer zurück, die auch den Kinder- und Jugendchor der Festspiele aufgebaut hat.
„Als Dirigentin muss man immer super gut vorbereitet sein, damit die Energie fließt und die Orchestermusiker und Sänger inspiriert werden“, sagt Layer, die auch die Proben beim Philharmonischen Chor Esslingen, den sie seit dem Jahr 2000 leitet, akribisch vorbereitet. Neben den großen Oratorienkonzerten des profilierten Chors erinnert sie sich gerne an ungewöhnliche Aufführungen wie die szenisch inszenierten Projekte „Opera!“ oder „Nacht im Traum“.
Sabine Layers Opa war Vorstand der Concordia Wäldenbronn
Im Jahr 2003 schloss sich ein Kreis: Sabine Layer wurde Dirigentin der Concordia Wäldenbronn, jenem Gesangverein, den ihr Großvater einst als Vorstand geführt hatte. Die Jahreskonzerte des gemischten Chors stellt Layer stets unter ein besonderes Thema – sei es „Sommer im Tal“ oder „Der Traum vom perfekten Chor“, bei dem die Concordia, unterstützt von der WLB-Schauspielerin Susanne Weckerle und jungen Ballerinen, das Publikum auf eine Traumreise durch 100 Jahre Chorgesang geschickt hat. In guter Erinnerung geblieben ist auch die szenische Präsentation „Die verborgene Stadt“, die von der Concordia Wäldenbronn 2015 im Rahmen des Esslinger Kulturfestivals „Stadt im Fluss“ aufgeführt wurde.
Sabine Layer ist ein musikalischer Tausendsassa. Sie dirigiert und korrepetiert, war im Vorstand des Schwäbischen Sängerbunds aktiv, leitet Lehrgänge für Gesangsensembles, unterrichtet Klavierschülerinnen und -schüler. Und für einen bekannten Verlag hat sie im Rahmen der CD-Reihe „Chorsingen leicht gemacht“ die Klavierauszüge aller gängigen Oratorien von Johann Sebastian Bachs „Johannes-Passion“, über Haydns „Schöpfung“ bis hin zum „Stabat Mater“ des tschechischen Meisters Antonín Dvořák eingespielt.
Doch damit nicht genug: Im Rahmen des Education-Programms der Internationalen Bachakademie entwickelte Sabine Layer eine spezielle Zeichensprache, die Grundschülern ermöglicht, große Musikwerke aufzuführen. „Die ständige Abwechslung hält mich frisch im Kopf“, schmunzelt die rührige Musikerin, die in ihrer karg bemessenen Freizeit gerne Krimis liest und sich mit Gartenarbeit beschäftigt.
Vielseitige Chorarbeit
Concordia Wäldenbronn
Im gemischten Chor des im Jahr 1855 gegründeten Esslinger Gesangvereins Concordia Wäldenbronn sind aktuell 60 Sängerinnen und Sänger aktiv. Auf den breit gefächerten Programmen stehen weltliche und geistliche Lieder, wobei zumeist in deutscher Sprache gesungen wird. Neben den musikalischen Aufgaben kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz.
Philharmonischer Chor
1965 gründete der Musikpädagoge und Dirigent Helmut Gramlich den Philharmonischen Chor, der sich schon bald in der ersten Reihe der Esslinger Chöre etablierte. Unter der Leitung von Sabine Layer singen derzeit mehr als 90 Choristen, die sich insbesondere der Aufführung großer Oratorienwerke widmen. Auch szenische Produktionen stehen gelegentlich auf der Agenda.
Staufer Festspiele
Neben der Leitung des Festspielchors hat Layer, die bis 2019 musikalische Chefin der Staufer Festspiele war, einen Kinder- und Jugendchor gegründet. Im Festspielchor, der sich projektbezogen in jeder Spielzeit neu formiert, singen passionierte Choristen aus zahlreichen Chören der Region. Um die hohe Qualität zu halten, erfolgt die Auswahl durch ein Vorsingen.