Startschuss Picnic liefert jetzt in Stuttgart aus

, aktualisiert am 23.06.2025 - 11:48 Uhr
10 000 Stuttgarter Haushalte haben sich nach Unternehmensangaben bereits für den Lebensmittel-Lieferdienst Picnic registriert. Foto: Picnic

Lebensmittel online bestellen und liefern lassen: Dieser Markt ist umkämpft. Mit Picnic startet nun einer der größten Lieferdienste in Stuttgart. Das schafft auch Arbeitsplätze.

Geld/Arbeit: Daniel Gräfe (dag)

Der Lebensmittel-Lieferdienst Picnic liefert ab 23. Juni auch in Stuttgart aus. Bis auf Vaihingen würden zum Start alle Stadtteile beliefert, teilte Frederic Knaudt, Geschäftsführer und Mitgründer von Picnic Deutschland, unserer Zeitung mit.

 

30 Fahrerinnen und Fahrer seien in 25 E-Fahrzeugen unterwegs. Als so genannter Hub, eine Art Verteilstelle, wurde in Hedelfingen eine 2500 Quadratmeter große Halle angemietet. Von dort aus werden ab dem 23. Juni auch Kunden in Esslingen und Waiblingen bedient. In Stuttgart gibt es bereits einen Hub in Zuffenhausen, der unter anderem die Kundschaft in Ludwigsburg versorgt.

10 000 Stuttgarter Haushalte bei Picnic

„Vor dem Lieferstart in Stuttgart haben sich bereits mehr als 10 000 Haushalte für unseren Lieferdienst registriert“, betont Knaudt. Picnic bietet mehr als 10 000 Supermarkt- und 1600 Drogerie-Artikel an und wirbt damit, Lebensmittel kostenlos zu Supermarkt- und Discountpreisen auszuliefern – allerdings erst ab einem Bestellwert von 40 Euro. Picnic bietet ein großes Sortiment von Eigenmarken an und kooperiert mit Edeka. Rund jede zehnte Eigenmarke kommt von Picnic selbst.

Picnic-Geschäftsführer Frederic Knaudt. Foto: Calo Ballaera

Branchenexperten sehen in Picnic den vielversprechendsten, weil am effizientesten aufgestellten Wettbewerber. Das Unternehmen wurde 2015 in den Niederlanden gegründet und fokussierte sich ohne eigenes Filialnetz früh auf Online-Lebensmittellieferungen und die Logistik. In Deutschland expandierte Picnic seit 2018 über Nordrhein-Westfalen immer weiter in den Süden. Inzwischen liefert Picnic in mehr als 230 Städten aus, die häufig zwischen 80 000 und 100 000 Einwohner zählen. Zielgruppe sind vor allem junge Familien, die über den Lieferdienst ihren Wocheneinkauf machen.

Im Gegensatz zu Mitbewerbern bietet Picnic keine schnellen oder auf eine genaue Zeit buchbare Lieferungen an, sondern fährt nach dem Milchmann- bzw. Paketdienst-Prinzip aus: Lieferungen werden gebündelt, das Zeitfenster für den Liefertag kurzfristig mitgeteilt. In Stuttgart sind bereits unter anderem Rewe und der Schnelllieferdienst Flink, an dem Rewe beteiligt ist, vertreten. Zudem gibt es weitere spezialisierte Lebensmittel-Lieferdienste.


100-Picnic-Mitarbeiter für Stuttgart

Bis Jahresende will Picnic in Stuttgart die Zahl der Beschäftigten von 30 auf 100 steigern. In Baden-Württemberg zählt Picnic derzeit rund 900 Beschäftigte, das überwiegende Gros arbeitet in den Lagern sowie als Fahrerin und Fahrer. Bundesweit zählt Picnic rund 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nach Tarif zahlt die Firma nicht, Betriebsräte gibt es nicht. Das Entgelt liegt sowohl in der Logistik wie auch bei den Fahrern etwas über dem Mindestlohn.

Picnic statt Gorillas

Der Markt für Lebensmittel-Lieferdienste, der in der Pandemie wegen der Kontaktbeschränkungen boomte, ist schwierig wie umkämpft. So zog sich der Schnelllieferdienst Gorillas vor zwei Jahren aus Stuttgart zurück. Die Kosten für die Lagerung, Transport und Auslieferung der Waren lassen sich bei normalen Preisen selbst in den Ballungsräumen kaum einspielen. Bundesweit liegt der Anteil von online bestellten und ausgelieferten Lebensmitteln derzeit bei unter vier Prozent.

Im Gegensatz zu den Lebensmittel-Lieferdiensten sind die Essens-Lieferdienste wie etwa Lieferando oder Wolt seit Jahren etabliert.

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