Auf Drängen von Matthias Gastel wird die Bahn bis 2028 auf dem Dach des Mittelbahnsteiges in Nürtingen eine Photovolktaikanlage installieren. Was den Bundestagsabgeordneten der Grünen sonst noch politisch umtreibt.
Bisher baute man Bahnsteigdächer, um Fahrgästen Witterungsschutz zu bieten. Am Nürtinger Bahnhof sollen sie Dächer bald auch Strom liefern. Wie der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel informiert, will die Bahn die Überdachung auf dem Mittelbahnsteig der Gleise 2/3 mit einer Photovoltaikanlage versehen, die bis zu 100 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern könnte. Geplant sei dies im Zuge des Bahnhofsumbaus, der Ende 2028 abgeschlossen sein soll. Unter anderem wird dabei der Mittelbahnsteig samt Dach von derzeit 41 auf 140 Meter verlängert.
Das Projekt sei ein Novum, sagt Gastel voller Stolz. Lange habe er dafür gekämpft. „Der Nürtinger Bahnhof könnte bundesweit zum Vorreiter werden.“ Seines Wissens nach seien bislang noch nirgends Solarmodule auf Bahnsteigdächern nachgerüstet worden. Das scheitere oft an den Gegebenheiten. Auch in Nürtingen sei nicht mehr möglich, bedauert Gastel: „Auf den Dächern des Hausbahnsteigs und des geplanten neuen Bahnsteigs für die S-Bahnen kann wegen des fehlenden Abstands zur Oberleitung keine PV-Anlage errichtet werden.“
Die Weichen für die Bahn der Zukunft zu stellen, dafür setzt sich der Bundestagsabgeordnete mit Verve ein. Seit 2013 sitzt er für die Grünen im Parlament und gehört dem Verkehrsausschuss an. Nein, leicht sei die politische Arbeit in der Ampelkoalition nicht. Dennoch zieht er eine positive Zwischenbilanz seiner nunmehr dritten Legislaturperiode. „Wir wussten, dass es schwierig wird. Wir sind ja nicht wegen vieler Gemeinsamkeiten, sondern aus Verantwortung für das Land zusammengegangen.“ Gleichwohl findet er deutliche Worte für die „destruktive Haltung“ der FDP, der es fast nur noch ums Geld gehe. Die Grünen würden laut Gastel „auf kreative Art Wege um die Schuldenbremse herum suchen“, um ihre Ziele voranzubringen.
Erfolge der Ampel
Seiner Ansicht nach hat die Regierung auch schon viel erreicht. Da wären die 13 Millionen Abos des Deutschlandtickets: „Ich hoffe, dass der Preis über die Bundestagswahl im kommenden Jahr hinaus weiter bei 49 Euro liegen wird.“ Da sei die Änderung des Straßenverkehrsrechts: „Die Kommunen haben jetzt mehr Gestaltungsspielräume, etwa um Tempo-30-Zonen einzurichten.“ Zudem sei die Verkleinerung des künftigen Bundestags gelungen. „Daran sind drei Vorgängerkoalitionen gescheitert.“ Und nicht zuletzt habe man die Bundesmittel für den Bahnausbau ab 2025 auf zwei Milliarden Euro verdoppelt. Das komme auch der Verlängerung der S-Bahn nach Neuhausen und Lenningen/Weilheim zugute, betont Gastel.
Dass er seit Beginn der Wahlperiode im November 2021 auch in seinem Wahlkreis Nürtingen aktiv war, belegt der Bundespolitiker mit Zahlen: Er habe 103 Unternehmen, 24 soziale Einrichtungen und 14 Schulen besucht, fünf Sprechstunden auf Wochenmärkten und Bahnhöfen, 22 Telefonsprechstunden sowie elf Gesprächstermine speziell für Jugendliche angeboten. „Und ich berichte täglich auf acht verschiedenen Social-Media-Kanälen über Politik.“
Die Botschaft hinter dieser Statistik lautet: „Dialog und Präsenz sind mir sehr wichtig“, betont Gastel. Wobei sich die Prioritäten verschoben hätten: „Es geht mir vorrangig nicht mehr um das Werben für grüne Politik, sondern vor allem um das Werben für Demokratie.“ Die Menschen wollten zunehmend über Entscheidungen und Prozesse aufgeklärt werden, stellt er fest. Gerade bei Themen wie Zuwanderung und Extremismus. „Das individuelle Recht auf Asyl soll erhalten bleiben“, sagt Gastel deutlich. Es brauche aber auch klare Regeln. So spricht er sich unter anderem dafür aus, die Abschiebung von Gewalttätern und Gefährdern zu erleichtern und konsequent umzusetzen.