Pisa-Studie der OECD Von einem Test zum nächsten

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Die OECD präsentiert am 6. Dezember die neueste Pisastudie. Vor 15 Jahren hat die erste einen Schock im Bildungswesen ausgelöst. Die Aufregung hat sich gelegt.

Seit 20 Jahren werden deutsche Schüler international verglichen und getestet. Alles im Interesse  besserer Bildung. In die Spitzengruppe hat es Deutschland aber nie geschafft. Foto: dpa
Seit 20 Jahren werden deutsche Schüler international verglichen und getestet. Alles im Interesse besserer Bildung. In die Spitzengruppe hat es Deutschland aber nie geschafft. Foto: dpa

Stuttgart - Pisa, Timss, Iglu, Vera und der IQB-Vergleich sind für deutsche Schüler ­inzwischen beinahe Routine. Kaum ein Jahr vergeht ohne Ergebnisse von internationalen Studien. Dabei hat sich Deutschland lange den internationalen Vergleichen verschlossen. Die Tests der 70er und 80er Jahre liefen ohne deutsche Beteiligung ab. Josef Kraus, der langjährige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, führt die Aversion gegen die Leistungsmessung an Schulen in Deutschland auf die Angst vor dem Vergleich der Schulsysteme und dem Vergleich der Bundesländer zurück. Unter allen Umständen sollte vermieden werden, dass einzelne Länder oder Schulformen an den Pranger gestellt würden.

Wende beim Konstanzer Beschluss

Die Wende kam 1997 mit dem „Konstanzer Beschluss“ der Kultusministerkonferenz. Da rangen sich die Kultusminister der Länder grundsätzlich dazu durch, „das deutsche Schulsystem international vergleichen zu lassen“. Zum ersten Mal war Deutschland schon 1995 bei der Tims-Studie dabei. Zwei Jahre ­später beschloss die KMK, man wolle „gesicherte Befunde über Stärken und Schwächen der Schüler in den zentralen Kompetenz­bereichen erhalten“. Syste­matische Rechenschaftslegung sollte dazu führen, dass die Leistungen besser ­würden. Die regelmäßigen Vergleichsuntersuchungen werden als „Ergänzung der länderbezogenen Qualitäts­sicherungsmaßnahmen“ betrachtet.

Viele Leistungsvergleiche

Inzwischen fehlt es nicht mehr an Leistungsvergleichen. Pisa, Timss und Iglu liefern auf internationaler Ebene Detail­ergebnisse, nationale Daten ­kommen aus Vera und IQB hinzu. Eine „systematische Gesamtschau“ fehle aber, argumentierten die Kultus­minister der Länder schon im Jahr 2003. Seit 2006 werden im zweijährigen Turnus Bildungsberichte vorgelegt, die „wichtige Daten und Entwicklungen im deutschen Schulwesen“ vom Elementarbereich bis zur Erwachsenenbildung enthalten. Alles im Interesse der Weiterentwicklung des Bildungssystems und der besseren Leistungen.

Das Tableau wird noch ergänzt durch ­Studien  diverser Stiftungen, die aber nicht  die  Leistungen  von  Schülern testen.

So recht gefruchtet haben die Tests und Berichte bisher aber nicht. Niemals schaffte es Deutschland in eine der Spitzengruppen, egal bei welchem internationalen Vergleich. Aber die Anforderungen wurden systematisiert. Seit 2009 gibt es Bildungsstandards der KMK, sie bilden inzwischen die Grundlage für die Vergleiche unter den Bundesländern.




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