Pizza, Steaks und Süßes Diese Foodtrends und Restaurants kommen 2026 auf Stuttgart zu
Die Pizzafication der Gastronomie nimmt zwar weiter zu. Aber auch Tacos, Steaks und spannende Fusionküche sind weiterhin im Kommen. Außerdem: neue Marken.
Die Pizzafication der Gastronomie nimmt zwar weiter zu. Aber auch Tacos, Steaks und spannende Fusionküche sind weiterhin im Kommen. Außerdem: neue Marken.
Das neue Jahr beginnt scheinbar, wie es gastronomisch aufgehört hat: Kaum hat L’Artista von Plieningen in die Innenstadt expandiert und im Osten Stuttgarts mit Die Pizzeria ein weiteres Lokal für neapolitanische Pizza eröffnet, setzen schon die nächsten auf den Trend. Das Bellevue ist nämlich Geschichte, wo anfangs hippes veganes Essen serviert und dann doch auf Zwiebelrostbraten umgeschwenkt wurde, zieht Mitte Februar Cumpà ein. Der Trend zum italienischen Teigfladen ist schnell erklärt, denn mit einem Warenwertanteil von nur zehn Prozent am Preis bietet er in Krisenzeiten ein sicheres Geschäftsmodell. Darüber hinaus können sich die Stuttgarter auch über andere neue Trends und Gerichte sowie neue Marken freuen.
Fusionküche ist schon längst in aller Munde. Im jüngsten Neuzugang Kaito kommen Japan, Vietnam und Südamerika zusammen – was auch im Restaurant N 14 praktiziert wird. Le Bouquet in Stuttgart und das neue Ohkawa in Fellbach verschmelzen auf hohem Niveau die französische und die japanische Küche. Der Kochstil Itameshi, eine Mélange aus den beiden in Nudeln vernarrten Ländern Italien und Japan, hat es wiederum noch nicht nach Stuttgart geschafft. Beim Lieferdienst Newpolitan vom Feuersee ist dafür neuerdings ebenfalls eine Pizza zu haben, die den New York Style beim Belag und den neapolitanischen Sauerteig in sich vereint. Das Ergebnis hat den dicken Teigrand und wird mit crunchy Toppings und Soßen beladen.
Mehr Tacos könnte eine weitere Entwicklung in diesem Jahr sein. „Es wird mehr davon geben“, hatte Micha Rieger von der Kneipe Trude im Sommer bereits prophezeit, als Tacolega beim Boschareal eröffnete. Im Dezember ist noch Chilitos Mexican Grill am Hauptbahnhof dazu gekommen. Außerdem hat die US-amerikanische Kette Taco Bell ihren Eintritt in den deutschen Markt verkündet: In Stuttgart könnte eine der ersten Filialen eröffnen, in den hiesigen US-Kasernen ist der Fast Food-Anbieter nämlich bereits mit einem Lokal präsent. Die Systemgastronomie bleibt auf dem Vormarsch: Mit Maah! dürfte 2026 ein weiteres Berliner Start-up die Schwaben mit Bulgogi, Mandu und Korean fried chicken satt machen.
Auf das Hühnchen hat sich schon die im Herbst angekommene Berliner Schnitzery in Kombination mit Käsenudeln und Krautsalat konzentriert. Die Produkte der vom Rapper Luciano promoteten Marke Loco Chicken sind ebenfalls auf Bestellung in der Stadt zu haben – aus einer Geisterküche. Da es in Ulm ein Lokal davon gibt, könnte eines in Stuttgart auch in der nahen Zukunft liegen. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht: Mit Texas Chicken hat kürzlich eine weitere US-Kette im Saarland den deutschen Markt betreten und Expansionspläne geäußert. Kentucky Fried Chicken hat es einst vorgemacht. Wegen seiner interkulturellen Kompatibilität steigt das Geflügel neuerdings wieder in der Beliebtheitsskala.
Vom Rind können sich die Steakfans in Stuttgart in 2026 auch ein Stück abschneiden: The Ash plant, Ende des Jahres ein Restaurant in der Stadt zu eröffnen. „Stuttgart und die Region in der Nähe von Stuttgart ist auf unserer Karte“, kündigt außerdem Henrik Fischer an, der Chief Expansion Officer von Pincho Nation aus Göteborg. In den schwedischen Restaurants werden Gerichte aus aller Welt serviert – in kleinen Portionen zum Teilen.
Dass die Menge an Lebensmitteln auf dem Teller künftig noch mehr schrumpfen wird, davon gehen die Trendforscher der Agentur Superstring aus – aber nicht weil die Gastronomen nach lukrativen Alternativen zur Pizza suchen oder die Menschen sich zunehmend von über den Tag verteilten Snacks ernähren, sondern weil sich immer mehr Abnehmmittel wie Ozempik spritzen. Wer weniger isst, will dafür umso edlere Gerichte, lautet ihre Prognose.
In Stuttgart ist zum Jahresbeginn erst einmal ein gegenteiliges Zeichen gesetzt worden – mit Frankies Churros, der das spanische Gebäck seit wenigen Tagen im Milaneo frisch aus der Fritteuse zieht. Aber neben den Kölner Zimtrollen, Waffeln aus Berlin und Kaiserschmarrn bleibt gesundes Gebäck gleichermaßen im Trend, wie die Schlangen bei Zeit für Brot und die Vergrößerung des Lokalmatadors Brotique zeigen. Demnächst könnte die britische Kultbäckerei Bread Ahead die Szene etwas aufmischen, denn beim Portal Franchise Focus steht Stuttgart auf der Liste der neuen Wunschstandorte.
Superstring rechnet in Zukunft mit mehr Möglichkeiten zum gemeinsamen Essen mit Fremden, um neue Freunde kennen zu lernen. Per App bucht man sich einen Platz beim „Community Dinner“. Restaurants, die ihr Grünzeug selbst züchten, sollen außerdem im Kommen sein: Die Stuttgarter Cityfarm Kleinblatt müsste also nur ihr Angebot erweitern. Mit Themen wie Nachhaltigkeit und „Zero Waste“ punktet bereits das vegane Restaurant Heaven’s Kitchen, das erst jetzt bei einer Fernsehshow mit seinem Konzept überzeugte. Der Retro-Trend – mit Käseigel oder Krautwickel – hat sich in Stuttgart noch nicht manifestiert, weil vermutlich in vielen schwäbischen Lokalen noch wie bei Oma gekocht wird. Dass Roboter in die Küchen einziehen, zeigen die Neueröffnung Togo Noodles in der Calwer Passage und Mercedes-Benz, wo von Juni an im Sindelfinger Werk eine solche Maschine im Einsatz sein wird. Aber am Ende kommt alles wieder auf die Pizza zurück: In Berlin wurde eine klappbare Version davon erfunden.