Plädoyer der Staatsanwaltschaft Porsche-Prozess geht auf die Zielgerade

Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking steht seit Oktober vor Gericht. Foto: dpa
Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking steht seit Oktober vor Gericht. Foto: dpa

Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft nähert sich der Strafprozess gegen die ehemaligen Porsche-Manager Wendelin Wiedeking und Holger Härter dem Ende.

Wirtschaft: Harry Pretzlaff (hap)
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Stuttgart - Der Strafprozess gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und den ehemaligen Finanzvorstand Holger Härter nähert sich dem Ende. An diesem Donnerstag steht in der Verhandlung vor dem Stuttgarter Landgericht das Plädoyer der Staatsanwaltschaft auf der Tagesordnung. Nach der bisherigen Planung werden die Verteidiger am Donnerstag der nächsten Woche darauf erwidern, am Freitag soll dann das Urteil gesprochen werden. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wirft den beiden Ex-Managern vor, dass sie im Übernahmekampf mit VW im Jahr 2008 die Öffentlichkeit belogen, den Kurs der VW-Aktie manipuliert und Anlegern geschadet haben. Im Juristendeutsch heißt dies „informationsgestützte Marktmanipulation“.

Zunächst haben beide dementiert

Zwischen Frühjahr und Herbst 2008 hatten Wiedeking und Härter mehrfach selbst oder über Pressesprecher dementiert, dass Porsche die VW-Beteiligung auf 75 Prozent aufstocken wolle. Die Staatsanwaltschaft glaubte beweisen zu können, dass sich Vorstand und Aufsichtsrat damals hinter den Kulissen schon darauf geeinigt hatten, die Machtübernahme bei VW anzusteuern. Erst am 26. Oktober 2008 kündigte Porsche überraschend an, dass die Stuttgarter ihre Beteiligung auf 75 Prozent aufstocken wollen. Porsche enthüllte zugleich, dass sich das Unternehmen bereits den Zugriff auf insgesamt rund 74 Prozent gesichert habe. Dies löste bei Investoren Panik und einen Run auf die VW-Aktie aus, deren Kurs explodierte. Spekulanten, darunter auch große US-Hedgefonds verloren Milliarden.

Im Verlauf des im vergangenen Oktober begonnenen Prozesses ist die Staatsanwaltschaft zunehmend unter Druck gekommen. Im Dezember sagte der Vorsitzende Richter Frank Maurer, es sei bei einem Teil der Anklage schwierig, aufgrund der vorliegenden Zeugenaussagen eine Täuschungsabsicht sicher festzustellen. Das Gericht hatte unter anderem Vertreter mehrerer Banken befragt, die Porsche in der Übernahmeschlacht beraten hatten oder mit Geld versorgen sollten. Im vorigen Monat bekannte Maurer einigermaßen ratlos, das Gericht habe „Schwierigkeiten nachzuvollziehen, welcher Verdachtshypothese die Staatsanwaltschaft nachgeht“.

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