Pläne für Esslingens Marktplatz Folgt Street-Food-Festival auf Zwiebelfest?

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Es gibt einen zweiten Bewerber, der nach dem Aus fürs Zwiebelfest Anfang August den Esslinger Marktplatz kulinarisch nutzen will. Er hat ein spannendes Konzept.

Der Anspruch der Festival-Planer ist, dass Street Food frisch zubereitet wird – von Burgern über Currys, Tacos, argentinische Fleischspieße bis zu Maultaschen. Foto: 7aktuell.de/Jüptner
Der Anspruch der Festival-Planer ist, dass Street Food frisch zubereitet wird – von Burgern über Currys, Tacos, argentinische Fleischspieße bis zu Maultaschen. Foto: 7aktuell.de/Jüptner

Esslingen - Enzo Messinese ist voller Tatendrang. Fünf Jahre lang hat der 41-jährige gebürtige Esslinger als Kooperationspartner der Zwiebelfest-Gesellschaft die Onionbar auf dem Esslinger Zwiebelfest betrieben. Nachdem die Zwiebelfestwirte Anfang Januar ihren Verzicht auf die weitere Nutzung des Marktplatzes verkündet haben, hat sich Messinese mit zwei Geschäftspartnern zusammengetan und ein eigenes Konzept für die elftägige Nutzung des Marktplatzes Anfang August erarbeitet. Die dafür notwendigen Unterlagen hat er jetzt beim Esslinger Ordnungsamt eingereicht.

Das Street-Food-Festival soll ein klarer Kontrast zum Zwiebelfest sein

Was Enzo Messinese und seine Partner vorschlagen unterscheidet sich fundamental von den Plänen, die die andere Wirtegemeinschaft um den Pächter des Roten Hirsch, Christian List, und den Accanto-Betreiber, Salvatore Marrazzo, auf dem Markt- und teilweise dem Rathausplatz umsetzen wollen. Während List in den kommenden zwei Jahren – bis die Esslinger Stadtmarketing und Tourismus-Gesellschaft ein eigenes Sommerfest organisiert – eine eher traditionelle Zeltvariante des Zwiebelfests vorschwebt – will Messinese das erste Esslinger Street-Food-Festival organisieren.

Dafür gebe es, davon ist sein Team überzeugt, sehr viele gute Argumente. Street Food sei, so heißt es in der Bewerbung, „modern, gesund, multikulturell, familienfreundlich und spiegelt die menschlichen und kulturellen Werte einer jung gebliebenen Stadt wie Esslingen wieder“. Enzo Messinese: „Das Fest ist ein klarer Kontrast zu den anderen, eher traditionellen Esslinger Festen wie dem Zwiebelfest, dem Bürgerfest, dem Hafenmarkt- oder dem Erdbeerfest.“

Weitere Vorteile sind aus seiner Sicht, dass man nur kurze Auf- und Abbauzeiten benötige und so auf die Bedürfnisse des Esslinger Wochenmarkts und die der Marktbeschicker eingehen könne. Ein Street-Food-Festival könne nur drei, aber auch zehn Tage lang stattfinden. Wichtig sei auch, dass das Konzept bereits fix und fertig sei. Es sei nämlich schon von seinem Partner in Wendlingen mit großem Erfolg umgesetzt worden.

Das Fest könnte 2021 an anderer Stelle fortgesetzt werden

Durch seine Andersartigkeit könne das Street-Food-Festival eine ideale Übergangslösung sein. Darüber hinaus werde er es, sollte das Festival ein Erfolg werden, auch in den Jahren danach an anderer Stelle in Esslingen, etwa auf dem Quartiersplatz in der Neuen Weststadt, fortsetzen. Enzo Messinese: „Wir sehen das Festival als Probelauf. Ich bin überzeugt, dass es bei den Menschen ankommt.“

Neben den Organisatoren des Wendlinger Street-Food-Festivals gehört auch Mark Wilcke zum Street-Food-Team. Der ehemalige Herausgeber des Stadtmagazins Es-presso kümmert sich jetzt als Chef einer Werbeagentur um die Vermarktung Esslinger Gastronomen und anderer Firmen.

Der Esslinger Pressesprecher Roland Karpentier bestätigt, dass eine zweite Bewerbung für die Nutzung des Marktplatzes eingegangen ist. Bis zum 31. März haben weitere potenzielle Bewerber noch die Gelegenheit, ihrerseits ihre Unterlagen beim Ordnungsamt einzureichen.

Voraussichtlich im April wird sich der Esslinger Gemeinderat dann mit der Thematik beschäftigen müssen. Dabei stellt sich die Frage, ob das Gremium den Esslinger Marktplatz überhaupt – und wenn ja, wem – für die sommerliche Nutzung in den kommenden zwei Jahren zur Verfügung stellen will. Der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger hatte bereits nach Eingang der ersten Bewerbung klargestellt, dass nicht die Verwaltung, sondern der Gemeinderat das letzte Wort bei der denkbaren Zwischennutzung des zentralen Platzes in der Altstadt haben werde.