Pläne für Esslinger Bücherei Kögel lässt schon die Statik prüfen

Alexander Kögel vor seinem Modehaus. Wird es hier künftig Bücher statt Kleidung geben? Foto: Roberto Bulgrin

Die Stadt Esslingen hat große Pläne für die Innenstadt. Unter anderem soll die Stadtbücherei in das von Januar an leer stehende bisherige Modehaus Kögel ziehen. Aber sind die Decken des Gebäudes überhaupt stark genug für so viele Bücher?

Im Modehaus Kögel sitzt seit vergangener Woche ein Statiker und studiert die Baupläne. Denn das Rathaus hatte die Idee, dort die Bücherei unterzubringen, die zurzeit in einem alten Pfleghof-Gebäude an der Heugasse ihren Sitz hat. Aber Bücher sind schwerer als Kleidungsstücke. Bevor also die Pläne überhaupt weitergetrieben werden, soll Klarheit herrschen, ob die Decken die Last einer Bücherei überhaupt aushalten. „Wer in Urlaub geht, weiß, wie schwer Klamotten im Koffer sein können. Aber Bücher sind noch schwerer“, beschreibt Alexander Kögel, Geschäftsführer und einer der Inhaber des Modehauses, die Problematik. „Wir haben allerdings auch schwere Möbel auf den Stockwerken.“

 

Nicht überall ist die Tragfähigkeit gleich

Abzusehen sei, dass die Tragfähigkeit in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich sei. „Aber es stehen nicht überall zwei Meter hohe Bücherregale. Es gibt in einer Bücherei ja auch Gaming-Ecken.“ Gaming-Ecken sind Plätze, an denen Computerspiele gespielt werden. Der Statiker zeichne jetzt ein, wo die Decken stabil genug für Bücherregale seien. Noch in diesem Monat sei ein Ergebnis zu erwarten.

Hintergrund: In der vergangenen Woche veröffentlichte das Rathaus einen Plan zur Belebung der Innenstadt. Insbesondere nachdem bekannt wurde, dass das Traditionshaus Kögel schließt, wuchsen die Ängste, Esslingen könne deutlich an Attraktivität verlieren. Zumal eine Reihe anderer kleinerer Geschäfte jüngst bereits aufgehört hatten. Dazu kommt, dass auch Karstadt Ende Januar 2024 schließt. Der Rathausplan beinhaltet große Veränderungen: Die Bücherei könnte demnach aus dem Pfleghof ins Kögel-Haus ziehen, der Pfleghof fortan als Kulturquartier dienen. Die Volkshochschule – zurzeit am Rand der Innenstadt gelegen – würde in einen Teil des Karstadtgebäudes beziehen. Damit, so die Hoffnung, könnte mehr Leben ins Zentrum einziehen.

So geht es weiter mit den Plänen

Es ist bislang nur eine Idee, die konkrete Ausarbeitung, wie sich die Pläne umsetzen lassen, steht noch aus. Eine der Voraussetzungen, den Plan weiter zu denken, ist die Statik des Modehauses. Kögel bestätigt: „Wir sind am Anfang. Wir haben noch nicht über Geld, Laufzeiten und Investitionen geredet. Es ist eine Option, die man prüfen muss.“ Auch für Kögel sei es nur eine von mehreren Optionen, „aber eine interessante Option“.

Wie geht es weiter? Der Gemeinderat muss entscheiden, ob diese Pläne tatsächlich geprüft und weitergetrieben werden. Die meisten Fraktionschefs signalisierten bereits, dass sie eine Prüfung befürworten. Entscheidend wird im Verlauf dieses Prozesses sein, wie die Bücherei künftig aussieht und welche Aufgaben sie übernimmt.

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