Pläne für Gleisbau in Stuttgart Gäubahn-Städte für neue Option

Die Gäubahn, hier ein Streckenstück durch Stuttgart,  verliert mit Stuttgart 21 ihren direkten Anschluss an den Hauptbahnhof. Foto: dpa/Franziska Kraufmann
Die Gäubahn, hier ein Streckenstück durch Stuttgart, verliert mit Stuttgart 21 ihren direkten Anschluss an den Hauptbahnhof. Foto: dpa/Franziska Kraufmann

Die Kommunen entlang der Gäubahn sehen sich nach dem Betriebsstart von Stuttgart 21 für viele Jahre abgehängt. Ein vergleichsweise kurzer Tunnel könnte ihnen den Anschluss an den Tiefbahnhof sichern.

Stuttgart - Die Anrainerkommunen der Gäubahn (Singen-Stuttgart) fordern eine erweiterte Prüfung der Anschlussmöglichkeiten der Strecke an die beim Stuttgart 21 vorgesehene Infrastruktur. Bisher ist vorgesehen, die Gäubahn bei Stuttgart-Rohr mit den Gleisen der S-Bahn Richtung Flughafen zu verbinden. Dieser noch nicht genehmigte Plan hat Konkurrenz durch die mögliche Anbindung über einen neuen Tunnel bekommen. Ihn hat der Berliner Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger (CDU) im Rahmen des kompletten Gäubahn-Ausbaus ins Gespräch gebracht. Die Röhren zum Airport würden vom Bund bezahlt werden. Außerdem gibt es die Idee einer unterirdischen Ergänzungsstation neben dem Tiefbahnhof, die Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vertritt.

Umstiegszwang für viele Jahre

Alle Pläne führten dazu, dass die Gäubahn nicht wie zunächst bei S 21 vorgesehen nur sechs Monate, sondern „fünf, acht zehn oder mehr Jahre unterbrochen wird und Reisende in Stuttgart-Vaihingen auf die S-Bahn umsteigen müssen“, sagt der Böblinger OB Stefan Belz. „Wir sehen unsere Interessen nicht berücksichtigt, mit jedem Umstieg verliert die Gäubahn an Attraktivität und Fahrgästen“, so Belz. Er fordert gemeinsam mit den Rathauschefs der Gäubahn-Anliegerkommunen, dass die sogenannte P-Option gleichwertig geprüft wird. Diese meint eine 180-Grad-Kehre im Tunnel im Stuttgarter Norden, womit die Gäubahngleise an einen S-21-Tunnel anschlössen. Kosten und Bauzeit müssten geprüft werden, fordern die 14 Bürgermeister. Die P-Variante sei die „wahrscheinlich kostengünstigste und am schnellsten zu realisierende Option“. Die Kommunen wollen auch wissen, wie das Störfallkonzept für die S-Bahn ab Ende 2025, wenn S 21 in Betreib gehen soll, aussieht, und welche Belastungen sich ergeben, wenn durch den Gäubahn-Ausbau mehr Güterverkehr rollt. Die Sache sei dringend, man habe das Verkehrsministerium angeschrieben, so Belz.

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