Pläne für Walckerareal in Ludwigsburg Die Stadt bekommt einen neuen Park

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An der B 27 in der Ludwigsburger Innenstadt soll bis 2021 ein grünes Naherholungsgebiet entstehen – derartiges wurde in der Stadt seit Jahrhunderten nicht geplant. Die Fraktionen sind begeistert, nur die CDU hätte sich etwas ganz anderes gewünscht.

Vorne Wiesen, im Hintergrund die B 27: der künftige Walckerpark. Foto: Stadt Ludwigsburg
Vorne Wiesen, im Hintergrund die B 27: der künftige Walckerpark. Foto: Stadt Ludwigsburg

Ludwigsburg - Wenn in Ludwigsburg Bagger anrücken, fließt in der Regel reichlich Beton. Das Marstall wurde saniert, Wohngebiete wurden gebaut, Hochhäuser sind in Planung, es wird versiegelt, was das Zeug hält. Neue Parkanlagen sind nicht entstanden, seit 300 Jahren wurden die Grünflächen kaum verändert – das hat ein Büro im Auftrag der Stadt recherchiert. Das soll sich jetzt ändern.

Das Rathaus plant eine neue Parkanlage. Auf einem Gelände in der Unteren Stadt, direkt gegenüber dem Residenzschloss, soll bis 2021 der Walckerpark in die City gepflanzt werden. Der Name erinnert an das Orgelbauunternehmen Walcker, das an dieser Stelle einst seinen Sitz hatte. Von einer „großen Chance für die Stadtentwicklung“ sprach Anne Mayer-Dukart, die stellvertretende Leiterin des Planungsamts, am Donnerstag im Bauausschuss.

Die Stadträte haben in der Sitzung zwar nur beschlossen, 120 000 Euro für einen Gestaltungswettbewerb freizugeben – damit aber dürfte feststehen, dass das Projekt, über das schon lange debattiert wird, nicht mehr scheitert. Zumal die Ludwigsburger Fraktionen, mit Ausnahme der CDU, die Pläne ausdrücklich loben.

Das mehr als 15 000 Quadratmeter große Areal wird eingerahmt von der Unteren Kasernenstraße, der Bietigheimer Straße und der B 27, es gilt als Schmuddelecke der Innenstadt. Hinterhöfe, Geräteschuppen, Müll, Parkplätze und natürlich viel Beton prägen die Fläche, die früher ein bedeutender Teil der historischen Stadtansicht war und exponiert am nördlichen Eingang der Innenstadt liegt.

Die Parkplätze sollen komplett in einem begrünten Parkhaus verschwinden

Es existieren bereits recht konkrete Ideen zur Umgestaltung – die nun von den an dem Wettbewerb beteiligten Büros weiter ausgearbeitet werden. Die Zahl der Parkplätze soll zwar sogar leicht aufgestockt werden, aber dafür sollen diese komplett in einem weitgehend begrünten Parkhaus am westlichen Rand verschwinden. „Der Rest wird dann frei für Grün“, sagte der Baubürgermeister Michael Ilk am Donnerstag. Konkret: Der Rest wird frei für „eine zusammenhängende Parkanlage mit hohem Freizeit- und Erholungswert – als grüne Lunge in der Stadt und als zeitgenössisches Pendant zu den großen historischen Parkanlagen“. So steht es in einer Vorlage der Verwaltung.

Da die B 27 auf einem Damm an dem künftigen Park vorbeiführt, lässt sich der Straßenlärm vergleichsweise leicht abschirmen. Vermutlich genügt es, neben der Fahrbahn eine kleine Mauer hoch zu ziehen. Die vorhandenen 160 Bäume, darunter steinalte Kastanien, bleiben überwiegend erhalten, der existierende, aber marode Spielplatz wird aufgewertet und mit Sportanlagen ergänzt, aus den versiegelten Flächen werden Wiesen. Die hässlichen Hinterhöfe werden voraussichtlich hinter hohen Hecken versteckt. Im Juli soll eine Jury den Sieger des Wettbewerbs küren, sodass Mitte 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

Die CDU will Wohnbau oder eine Asylunterkunft

Wie viel das alles kostet, ist noch völlig unklar, allerdings wird die Stadt für die Umsetzung auf Fördermittel zurückgreifen können, die der Bund und das Land für derartige Sanierungen bereit stellt. Der Walckerpark sei einer der letzten wichtigen Bausteine im Sanierungsgebiet Untere Stadt, so Mayer-Dukart. Bald werde man dort alle Missstände beseitigt haben.

Die CDU hat im Ausschuss als einzige Fraktion gegen die Planungen gestimmt. Die Christdemokraten hätten es lieber gesehen, wenn auf dem Grundstück Wohnungen oder eine Asylunterkunft gebaut würden. Das Rathaus und die anderen Fraktionen aber wollen den Park, der auch in das Konzept für die Landesgartenschau integriert werden soll. Für die Grünschau bewirbt sich Ludwigsburg, sie soll irgendwann zwischen 2026 und 2030 stattfinden.




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