Pläne in Hemmingen Nächster Schritt für umstrittene Flüchtlingsunterkunft

Die Brennereistraße im Gewerbegebiet in Hemmingen soll anders aussehen: Unter anderem wohnen dort bald weitere geflüchtete Menschen. Foto: Simon Granville

In der Brennereistraße im Gewerbegebiet von Hemmingen soll künftig anders gebaut werden dürfen als bisher. Der Gemeinderat hat den Weg dafür freigemacht.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

Die Gemeinde Hemmingen ist bei ihrem Vorhaben, in der Brennereistraße eine Flüchtlingsunterkunft zu errichten, einen Schritt weiter. Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik haben der Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet zugestimmt – und damit der Vergabe der hierfür erforderlichen Arbeiten an das Büro mquadrat. Später als geplant, denn dies sollte eigentlich bereits Anfang Februar passieren.

 

In dem Gewerbegebiet ist auf einem noch unbebauten Grundstück der Gemeinde eine zweigeschossige Anschlussunterbringung für 70 bis 94 geflüchtete Personen denkbar. Die Baukosten liegen geschätzt bei rund 5,6 Millionen Euro.

Die geplante Flüchtlingsunterkunft in Hemmingen ist umstritten

Vor allem diese Summe löste bei den Gemeinderäten Unmut aus, zumal die Kommune knapp bei Kasse und die Flüchtlingsunterkunft ohnehin umstritten ist: Direkt daneben wird der Landkreis bis zum Jahr 2027 ein Bürogebäude für die vorläufige Unterbringung von bis zu 70 Menschen umbauen – und es gibt angrenzend bereits eine Flüchtlingsunterkunft. Heftiger Widerstand kommt von Anwohnern.

Und: Auf einen Antrag der CDU-Fraktion hin soll das Gebäude auch anderweitig genutzt werden können, wenn es angesichts rückläufiger Zuwanderung einmal weniger Geflüchtete gibt und damit weniger Wohnraum für sie benötigt wird.

Dazu muss allerdings der Bebauungsplan geändert werden: Aktuell sind in dem als eingeschränktes Gewerbegebiet definierten Bereich Wohnformen wie sozialer Wohnbau oder Seniorenwohnanlagen nicht zulässig. Darüber hinaus sollen auf weiteren nicht bebauten Flächen bis zur August-Blessing-Straße Wohngebäude entstehen können. Ein Planungsbüro, in dem Fall mquadrat, muss sich deshalb um einen entsprechenden Bebauungsplan kümmern.

Es gibt weniger Einsparpotenzial als gedacht

Die Zustimmung des Ausschusses für die Vergabe an mquadrat ging geräuschlos über die Bühne, nachdem zuvor debattiert und vertagt wurde. Zuletzt, weil der Gemeinderat über mögliche Einsparungen reden wollte. Laut dem Hemminger Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU) ist dahingehend aber kaum etwas gefunden worden.

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