Plagiat in "Trottwar" "Glatter Betrug und eine Sauerei"

Von Thomas Braun u. Markus Heffner 

Der CDU-Kandidat Löffler wiegelt die Vorwürfe derweil ab. Er habe lediglich aus einer Sammlung von "innovativen und originellen" Ideen und Geschichten bedient, die aus einem ein Zirkel von IBM-Mitarbeitern namens "Wild Duck" gespeist werde und dem auch er als IBM-Direktor angehöre: "Da hat jeder Zugriff, das ist keine Frage des Urheberrechts", so Löffler gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Er habe den "lockeren Beitrag" für "Trottwar" zudem "angepasst". Löffler räumt aber ein, dass das Original von Gunter Dueck verfasst worden sei.

Für den Geschäftsführer und Chefredakteur von "Trottwar", Helmut Schmid, ist der Fall "glatter Betrug und eine Sauerei". Löffler habe den Beitrag für die letzte Ausgabe vor der Landtagswahl, die unter dem Motto Wahl und Arbeit steht, von sich aus aktiv angeboten. Gelaufen sei das Ganze über den Trottwar-Vereinsvorsitzenden Jürgen Spingler- einen Parteifreund von Löffler. "Wir müssen jetzt wohl eine Richtigstellung drucken", sagt Schmid.

Löffler war schon öfter in den Schlagzeilen

Dass es Löffler, zuletzt wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zum Autorentum drängt, hat er bereits in der Vergangenheit bewiesen. Im Oktober vergangenen Jahres verteidigte er in einem Facebook-Beitrag seinen Parteifreund Stefan Mappus gegen den Vorwurf des Grünen-Bundesvorsitzenden Cem Özdemir, der Regierungschef habe am 30. September beim aus dem Ruder gelaufenen Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner im Schlossgarten "Blut sehen wollen". Seine Replik ("Könnte es sein, dass noch immer Gedankengut von Blutfehde aus der anatolischen Vergangenheit in ihm lebendig ist?") wollte Löffler als "sarkastischen Kommentar im Stile von Tucholsky" verstanden wissen, entschuldigte sich aber wenig später.

In den Schlagzeilen war der Abgeordnete, der im Stuttgarter Norden für die CDU am Sonntag das Direktmandat holen soll, auch wegen einer Privatfehde. Das Amtsgericht Stuttgart verhängte gegen ihn am 20. Januar in einem Zivilprozess ein Schmerzensgeld von 800 Euro, weil er einem Nebenbuhler einen Kopfstoß gegen die Nase versetzt hatte. Die jüngste Affäre könnte ihn nicht nur am Wahlabend teuer zu stehen kommen, wie der Fall Guttenberg lehrt. Gut möglich, dass es manche drängt, nun auch die Dissertation des Juristen intensiv zu studieren.

Den Original-Artikel von Gunter Dueck finden Sie unter http://www.omnisophie.com

 

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