Planung in Gerlingen Es geht um die Zukunft der Stadt

Ein Mittel für das Stadtentwicklungskonzept sind Rundgänge mit Bürgern; ein solcher hat erst Mitte September stattgefunden mit Blick auf den Fußgängerverkehr. Foto: factum/Archiv
Ein Mittel für das Stadtentwicklungskonzept sind Rundgänge mit Bürgern; ein solcher hat erst Mitte September stattgefunden mit Blick auf den Fußgängerverkehr. Foto: factum/Archiv

Der Gemeinderat hat ein Stadtentwicklungskonzept in Auftrag gegeben. Als Basis sollen Bürger Auskunft geben – noch in diesem Herbst und im Internet wie auf dem Wochenmarkt.

Ludwigsburg: Klaus Wagner (kwa)
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Gerlingen - Wie soll die Stadt in einigen Jahren aussehen? Wie stellt man sich dem Klimawandel, dem demografischen Wandel, dem soziokulturellen Wandel? Wie steht es um Flächenverbrauch, Finanzen, Beteiligung und Engagement der Bürger? Das sind Fragen, auf die mit Hilfe eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Antworten gefunden werden sollen. Im Frühjahr hatte der Gemeinderat beschlossen, ein solches Konzept zu erarbeiten und eine erfahrene Firma dafür zu engagieren. Der Projektleiter des beauftragten Büros Weeber und Partner, Philip Klein, hat nun im Gemeinderat das Konzept vorgestellt. Es sieht eine ausgeprägte Bürgerbeteiligung vor. Damit soll in wenigen Wochen begonnen werden. Bis zu zwei Jahre sind für den gesamten Prozess vorgesehen.

Fünf Handlungsfelder definiert

„Was steht an? Chancen und Herausforderungen für Gerlingen“ ist die Präsentation überschrieben, in der das Vorgehen beschrieben ist. Es gehe um übergeordnete Zukunftsthemen, so Klein. Zunächst sind fünf sogenannte Handlungsfelder definiert – also Rahmenthemen: Das sind „Stadtstruktur, Bauen und Wohnen“, „Mobilität und Verkehr“, „Einkaufen, Arbeit und Wirtschaft“, „Klima, Energie und Umwelt“ sowie „Bildung, Stadtkultur und Zusammenleben“. Zu diesen Themen sollen Fragen gestellt werden wie die nach der Bevölkerungsentwicklung oder nach Wohnformen für nachfolgende Generationen. Beim Verkehr geht es sowohl um Parken und Pendler wie um Fußgänger oder Mobilität von älteren Menschen. Die Nahversorgung soll ebenso beleuchtet werden wie die Frage, wie der bestehende Einzelhandel gestärkt oder die innerstädtischen öffentlichen Räume verbessert werden können. Klimaschutz soll ebenso eine Rolle spielen wie die Frage der Freiflächen und der Ausgleichsmaßnahmen. Die Infrastruktur, die Bildungsangebote und Kultureinrichtungen sollen beleuchtet und die Frage gestellt werden, wie diese zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbestandort beitragen.

Vom Büro Weeber und Partner sollen sieben Mitarbeiter das Projektteam bilden und unter anderem in den Gremien vertreten sein, die gegründet und auch mit Stadträten besetzt wurden. Bestandteil der Analyse des Ist-Zustandes soll auch eine Befragung der Bürger sein – alle Einwohner von 16 Jahren an sollen teilnahmeberechtigt sein und einen Code zugeschickt bekommen, mit dessen Hilfe sie im Internet Zugriff auf den Fragebogen bekommen. Bei einer Auftaktveranstaltung ist vorgesehen, erste Ergebnisse zu präsentieren. Auf dem Wochenmarkt möchten die Beteiligten den Bürgern „Lust auf Beteiligung machen, auf die Leute zugehen und Diskussionen anregen“ . Ein Kinder- und Jugendforum soll stattfinden und Jugendeinrichtungen und der Jugendgemeinderat eingebunden werden. In allen Stadtteilen soll diskutiert werden, auch Spaziergänge vor Ort mit Bürger sind vorgesehen.

Kontakte auf dem Wochenmarkt

Insgesamt sind bis zur Abschlussveranstaltung zwei Jahre vorgesehen. Bereits im Juli nächsten Jahres steht eine ganztägige Tagung auf dem Programm – „Zukunftswerkstatt“ genannt. Sie soll sich auf drei Teilgebiete beziehen. Zum Schluss ist nochmals der Gemeinderat dran: mit einer zweitägigen Klausur. Diskutiert wurde das Konzept nicht. Mit den Worten „wir sind gespannt auf den Prozess“ gab der Bürgermeister Georg Brenner den Startschuss.




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