Planung in Marbach und Benningen Gartenschau mit zweitem Neckarsteg, Wasserspielplatz und neuen Parkplätzen

Rund 250 Bürger wollten wissen, was bei der Gartenschau geplant ist. Foto: Andreas Essig

Der Rahmenplan für die Gartenschau von Marbach und Benningen (Kreis Ludwigsburg) im Jahr 2033 ist vorgestellt worden. Was von all den Ideen umgesetzt wird, muss sich aber erst zeigen.

Die gemeinsame Gartenschau von Marbach und Benningen im Jahr 2033 zieht immer mehr Menschen in ihren Bann. Rund 250 Bürger waren am Montag in die Kelter in Benningen geströmt, wo erstmals der Rahmenplan für das Event präsentiert wurde. Eine Resonanz, die sämtliche Erwartungen übertraf. Mit einem so großen Zuspruch habe man nicht gerechnet, sagte Klaus Warthon, der gastgebende Bürgermeister. Die ganzen Zuhörer waren am Ende auch um einiges schlauer. Denn so detailliert wie an diesem Abend wurde noch nie erläutert, welche Attraktionen sich die Verantwortlichen wo vorstellen können, welche Ecken herausgeputzt werden sollen.

 

Der zweite Steg Auffällig oft war an dem Abend von der guten Zusammenarbeit zwischen den Kommunen die Rede. Quasi gesetzt als verbindendes Element ist deshalb ein zweiter Steg, der auf Höhe der Schleuse über den zwischen den beiden Siedlungen liegenden Neckar gezogen werden soll. „Das ist das brückenschlagende Projekt“, betonte Annette Fiss, bei der die Fäden für die Gartenschau zusammenlaufen. Die zweite Brücke über den Fluss soll auch die erste entlasten, über die derzeit der gesamte Rad- und Fußverkehr abgewickelt wird.

Kinder dürften an dem geplanten Wasserspielplatz ihre helle Freude haben. Foto: Planstatt Senner

Marbacher Neckarufer Die vielen Zuhörer spitzten auch die Ohren, als der Marbacher Stadtplaner Janus Baldermann ans Rednerpult trat und die Vorstellungen für das dortige Neckarufer erläuterte. Demnach sollen die geschotterten Parkplätze auf Tuchfühlung zum Biergarten aufgelöst werden, um den Individualverkehr aus dem Gelände zu verbannen. Im Gegenzug sollen in dem brachliegenden Korridor zwischen der Ludwigsburger Straße hinauf in die Innenstadt und der Landesstraße am Neckar 60 Parkplätze angelegt werden. Der wundervolle Auenwald wird eine Zone bleiben, in der Flora und Fauna Schutz finden. Um seine Funktion als Naherholungsraum zu stärken, will man aber auch die Wege darin besser erschließen. Zudem sollen auf der Wiese Spiel-, Begegnungs-, Entspannungs- und Bewegungsräume geschaffen sowie eventuell Bäume gepflanzt werden.

Benninger Neckarufer Auf der gegenüberliegenden Neckarseite dürfte der größte Anziehungspunkt ein geplanter Wasserspielplatz werden, womöglich sogar ergänzt um einen Skaterpark, der wegen des anvisierten Ausbaus der Oehlerkreuzung auf der Marbacher Seite nach Benningen verlagert werden könnte, wie Klaus Warthon andeutete. Der Dreschschuppen, der früher dem Kleintierzuchtverein gehört hat, könnte schon im Vorfeld der Gartenschau von Vereinen bewirtet werden und somit die Lust auf das Großevent wecken. Ferner ist angedacht, das Naturdenkmal Haags Loch ökologisch aufzuwerten und einen Seitenarm des Neckars durchzulegen. Ziel sei zudem, rund um den vorhandenen Steg wie in Marbach oder Hoheneck einen direkten Zugang zum Fluss zu schaffen. „Das brauchen wir auch“, sagte der Benninger Bürgermeister.

Marbacher Stadtmauer Sein Amtskollege Jan Trost wies derweil darauf hin, dass in Marbach das Potenzial der Pfade entlang der historischen Stadtmauer ausgeschöpft werden soll. Angestrebt werde zum Beispiel eine zusätzliche Verbindung zum westlichen Ring oberhalb der Lederfabrik Oehler. „Ein absolutes Highlight“ könne eine kleine Aussichtsplattform beim Haspelturm werden. Weiter Richtung Norden habe die Stadt ein Gebäude neben dem Gerberplatz erworben, das abgerissen werden könne, um den angrenzenden Parkplatz zu erweitern.

„Dann können wir den Verkehr vor unserer Stadt abfangen“, erklärte Trost. Die Trasse von hier hinauf zur Stadt solle aufgewertet, die Route um die Stadtmauer zu einem regelrechten Erlebnisweg werden. Auf der Agenda steht obendrein, die eher trostlose Ecke im Kreuzungsbereich Grabenstraße, Ludwigsburger Straße und Mühlweg in einen Bereich mit Platzcharakter umzugestalten. Mit mehr Grün und Sitzmöglichkeiten soll darüber hinaus unter anderem die Fläche vor der Stadtmauer auf Tuchfühlung zum Amtsgericht einen frischen Anstrich bekommen.

Marbachs Bürgermeister Jan Trost erklärte, über die Erweiterung des Parkplatzes am Gerberplatz den Verkehr aus der Stadt heraushalten zu wollen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle) / 

Römisches Erbe Auch Benningen hat ein reichhaltiges historisches Erbe in Form eines früheren Römer-Kastells. Bürg nennt man das Areal mit seinen charmanten Gärten nun, das attraktiver gestaltet werden soll. Man wolle hier das Thema Rom in kreativer Weise bespielen, das Gelände klarer strukturieren und einen Weg hinunter gen Neckartal ziehen, kündigte Klaus Warthon an. Ein Bonbon wäre ein Aussichtspunkt.

Schillerhöhe Schon verabschiedet wurde der Teilrahmenplan für die Schillerhöhe in Marbach, wo sich als Kern eine Art grüne Lunge vom Deutschen Literaturarchiv bis ins Schulzentrum erstrecken soll.

Weiteres Vorgehen In einem nächsten Schritt müssen die Gemeinderäte den Rahmenplan beschließen. Dann startet ein Planungswettbewerb. Auf der Basis des Grundkonzepts können Büros Ideen einreichen, wie sie die groben Vorgaben mit Leben füllen möchten. Anschließend müssten die Räte „Prioritäten setzen, was finanziell drin und was vielleicht auch nicht drin ist“, erklärte Jan Trost. Ab 2029 steige man in die Bauphase ein.

Annette Fiss hat die Veranstaltung moderiert. Es war eine ihrer letzten Amtshandlungen als Gartenschaumanagerin. Sie hat gekündigt. Foto: Andreas Essig

Abschied Dann wird die Gartenschaumanagerin Annette Fiss längst nicht mehr an Bord sein. Sie hat gekündigt, wird am 13. Juni ihren letzten Arbeitstag haben. Fiss werde sich beruflich verändern, sagte Klaus Warthon. „Wir bedauern das außerordentlich“, fügte er hinzu. Fiss selbst erklärte, sich zu den Gründen für ihren Abschied nicht äußern zu wollen. Es sei aber „total klasse“, was man in den vergangenen Jahren zusammen erreicht habe. Die Lücke, die sie reißt, wollen die beiden Kommunen zunächst mit Bordmitteln stopfen, sprich: verwaltungsintern. „Jetzt ist ohnehin eine Zäsur da. Es geht in den Wettbewerb und es schlägt quasi die Stunde der Planer“, erklärte Jan Trost. Nach dieser Phase müsse man entscheiden, wie man sich personell aufstellen wolle.

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