Planung von Anlagen Windenergie braucht festen Willen
Wer Windkraftanlagen in Betrieb nehmen will, muss mit Widerständen rechnen. Die Akteure vor Ort sollten jedoch letztlich an einem Strang ziehen.
Wer Windkraftanlagen in Betrieb nehmen will, muss mit Widerständen rechnen. Die Akteure vor Ort sollten jedoch letztlich an einem Strang ziehen.
Erst geht die Familie zum Schau-Hühnerhof, dann zum Biergarten auf die Burg Lichtenberg. So stellen sich manche in Oberstenfeld die heile Welt in ein paar Jahren vor. Doch schon der örtliche Widerstand gegen die Eier-Produktion im Umfeld der Stauferburg zeigt, wie schwer es ist, in der dicht besiedelten Region verschiedene Interessen unter einen Hut zu kriegen. Wie dann wohl rund 200 Meter hohe Windkraftanlagen ankommen? Postkartenbilder schauen anders aus. Noch vor wenigen Monaten hatte niemand den Windrad-Standort auf den Höhen hinter der Burg auf der Rechnung. Doch seit Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine stehen die Zeichen für Solar- und Windenergie auf Grün – und das ist gut so.
Natürlich hat auch die Windkraft ihren Preis. Das Zusammenspiel mit der Burg muss simuliert werden und in die Gesamtbewertung einfließen. Was ist verträglich? Nicht immer ist der Anblick von Windrädern „hässlich“. Sprich: Man kann damit auch eine umweltfreundliche Zukunft und den Gedanken, dass Sonne und Wind allen gehören, verbinden.
Und ja, es gibt windenergiesensible Vogel- und Fledermausarten, die bedroht sind. Erst kürzlich hatte der Nabu Alarm geschlagen und Hilfsprogramme gefordert. Genau darum geht es aber doch: Probleme erkennen und Mittel bereitstellen. Lösungen entwickeln, selbst wenn es denn der Verbot eines nächtlichen Betriebes sein muss.
Die Standorte, auf denen die EnBW und die Firma Uhl Windräder bauen wollen, erscheinen geeignet. Sonst wären sie nicht 2015 in die Vorrangflächen des Verbands Region Stuttgart aufgenommen worden. Die Fragen des Wie werden im Genehmigungsverfahren geklärt – vor allem in puncto Lärm muss Betreibern auf die Finger geschaut werden. Letztlich braucht es aber einen entschiedeneren Willen als bisher, Windkraftanlagen zu bauen. 758 im Land und 55 in der Region sind noch zu wenig.