Plattenhardter U-19-Pfingstturnier Spielabbruch und Wetter trüben die Turnierbilanz

Überraschungssieger in Plattenhardt: das U-19-Team des FC Esslingen. Foto: Günter Bergmann

Im FC Esslingen siegt erstmals seit langem ein lokaler Vertreter. Warum die Zeiten von Brasilianern und anderen großen Namen vorbei sind und welche Fragen sich nun stellen.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Immerhin, das Ende hatte etwas Versöhnliches. Rund 400 Zuschauer sorgten für eine ordentliche Kulisse. Und die Feierlaune des Überraschungssiegers wirkte durchaus ansteckend: In den A-Junioren des FC Esslingen hat sich beim traditionellen Fußballpfingstturnier des TSV Plattenhardt erstmals seit zehn Jahren wieder eine deutsche Mannschaft zum Cupgewinner gekürt. Im Finale behauptete sich der Tabellenführer der Landesstaffel Mitte gegen den 1. CfR Pforzheim mit 3:0. Getrübt wird die Veranstalter-Bilanz allerdings durch mehrere unliebsame Umstände.

 

Ärgerlich war schon der Rückzug des VfL Pfullingen kurz vor Wettbewerbsbeginn. Die Albkicker sagten aus personellen Gründen ab, wodurch sich im Spielplan Lücken ergaben. Dann kamen auf der Minusseite das überwiegend miese Wetter sowie zu allem Überfluss ein Spielabbruch hinzu. Eklat in der Gruppenbegegnung zwischen den slowakischen Gästen von MSK Tesla Stropkov und dem SGV Freiberg: Nachdem sich zwei Akteure eine handgreifliche Auseinandersetzung geliefert hatten, stürmten mehrere Begleitpersonen aufs Spielfeld. Der Schiedsrichter pfiff daraufhin vorzeitig ab. Mehr noch: Gemäß Turnierregularien wurden beide beteiligten Teams disqualifiziert. So musste ein Teil der Platzierungsspiele am Montag ausfallen.

„So etwas hat auf dem Sportplatz natürlich gar nichts zu suchen“, sagt der Plattenhardter Fußballchef Sascha Krammer, der mit seinem Mitarbeiterteam nun erst einmal „alles ein paar Wochen lang“ sacken lassen will. Zeit der Erholung nach einem einmal mehr organisatorisch großen Aufwand, ehe es sich im Verein wohl einige grundsätzliche Gedanken zu machen gilt. Weniger wegen der aktuellen Vorfälle, mehr in Anbetracht des allgemeinen Trends. Keinen Hehl macht Krammer daraus, dass ein Stemmen der Veranstaltung von Jahr zu Jahr schwieriger wird, sowohl unter logistischen als auch finanziellen Aspekten.

Offenkundig vorbei sind die Zeiten, als sich im Weilerhau Brasilianer, europäische Größen wie Malmö oder Slavia Prag und diverse Bundesliga-Nachwuchskicker die Klinke in die Hand gaben. „Pfingsten ist mittlerweile ein schlechter Zeitpunkt, um die Großen zu kriegen“, weiß Krammer mit Blick auf den Terminkalender. Auch sind die Ansprüche gestiegen. Ohne Hotelübernachtungen für eine breit aufgestellte Entourage macht es kaum einer mehr. Eben aus Kostengründen haben die Plattenhardter sich diesmal von vornherein auf zwei ausländische Teilnehmer beschränkt. Nach der Absage des dänischen Titelverteidigers AC Horsens fiel die Wahl auf die erwähnten Slowaken sowie die Isländer von Breidablik, die vor sechs Jahren schon einmal dabei waren. Letztere sicherten sich mit einem 3:0 gegen die Spvgg Holzgerlingen den dritten Platz.

Zugleich relativiert sich bei allem verdienten Finalhurra ein Stück weit der Esslinger Titelerfolg. Keine Frage: Die Konkurrenz war schon mal stärker. „Wir hatten auch diesmal gute Spiele, aber man muss ehrlich sein: nicht auf dem ganz hohen Niveau“, räumt Krammer ein. In den 20 Jahren zuvor hat es beim eigenen Traditionsturnier nur dreimal einen deutschen Sieger gegeben: 2007 die Stuttgarter Kickers, 2008 den Halleschen FC und zuletzt 2015 den FSV Frankfurt.

Die Frage, die sich stellt, ist, wie es weitergeht. Dass auf die aktuelle 52. Auflage auch eine nächstjährige 53. folgen wird, mag Krammer nicht in Zweifel ziehen. „Für den Verein an sich und den inneren Zusammenhalt ist das ein sehr wichtiges Event“, sagt er. Die Rahmenbedingungen sind dann aber noch einmal ein anderes Thema. Weiter U-19-Mannschaften? Weiter an Pfingsten? Weiter mit gleichem Drumherum? Mal schauen.

Das eigentliche Highlight des Beiprogramms, die große Beachparty am Sonntagabend, litt unter dem, worunter an diesem Wochenende so ziemlich jeder litt: Regenschauer, kühle Temperaturen. Und das im Juni! Da kann man als Veranstalter dann machen, was man will: Auf Petrus’ Launen hat keiner einen Einfluss.

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