Pleite des Spielwarenhändlers Toys-R-Us-Betriebsrat will um jeden Arbeitsplatz kämpfen

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Die angekündigte Schließung aller Toys-R-Us-Filialen in den USA und Großbritannien löst auch bei Beschäftigten des Spielwarenhändlers in Deutschland große Sorge vor dem Verlust der Arbeitsplätze auf. Nun hat sich der Betriebsrat zu Wort gemeldet.

Toys-R-Us gibt es seit 1948 in den USA und seit 1987 in Deutschland. Doch schon bald könnten die Lichter für immer ausgehen.Foto:dpa Foto:  
Toys-R-Us gibt es seit 1948 in den USA und seit 1987 in Deutschland. Doch schon bald könnten die Lichter für immer ausgehen. Foto:dpa

Stuttgart - Die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust bei Toys-R-Us geht um. Zieht die Pleite des US-amerikanischen Mutterkonzerns auch die deutsche Tochter mit in den Abgrund? Der Betriebsrat will sich mit aller Macht dagegen zur Wehr setzen. „Wir werden für alle Arbeitnehmer und um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen“, erklärte nun die Gesamtbetriebsratschefin Daniela Rogge auf Anfrage unserer Zeitung. Das Unternehmen, das am Donnerstag die Schließung von mehr als 800 Läden in den USA und in Großbritannien angekündigt hatte, beschäftigt in Deutschland rund 1800 Mitarbeiter in 68 Filialen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 360 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 15,5 Millionen Euro.

Der Gesamtbetriebsrat erwarte von der deutschen Geschäftsführung umgehend eindeutige und verbindliche Aussagen zur Zukunft des Unternehmens und der Beschäftigten im deutschsprachigen Raum. „Da ein Bankrott in den USA spätestens seit Einleitung des Insolvenzverfahrens im Herbst 2017 im Bereich des Möglichen lag, gehen wir davon aus, dass es Pläne für alle Eventualitäten gibt“, so Rogge weiter. Man werde sich in der kommenden Woche zusammenfinden, um sich zur aktuellen Situation zu beraten.

Besonders die Insolvenz der britischen Gesellschaft könnte sich negativ auf den deutschen Standort auswirken. Die deutsche Gesellschaft mit Sitz in Köln, zu der neben den Filialen in Deutschland auch Online-Shops in Deutschland, Österreich und den Niederlanden gehören, ist laut Bundesanzeiger eine 100-prozentige Tochter der britischen Gesellschaft, die nun abgewickelt werden soll. Der Mutterkonzern hatte angekündigt, Käufer für die Gesellschaften in Kanada, Zentraleuropa und Asien zu suchen. Zunächst würden die Geschäfte weiterlaufen wie bisher.

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