Plieningen Der Gockel kräht zum vierten Mal

Der grüne Gockel ist das Symbol des Landeskirche für nachhaltiges Handeln. Foto: privat
Der grüne Gockel ist das Symbol des Landeskirche für nachhaltiges Handeln. Foto: privat

Die evangelische Landeskirche hat die Gemeinde Plieningen-Hohenheim für ihr umweltbewusstes Handeln ausgezeichnet – mal wieder.

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Plieningen - Energiesparbirnen und eine Fernsteuerung für die Heizung – viel mehr brauchte es nicht für den Erfolg. Die evangelische Gemeinde Plieningen-Hohenheim verbraucht heute 30 Prozent weniger Strom als vor zehn Jahren. Oder anders: Dank ihres Umweltmanagements spart die Gemeinde 10 000 Euro an Energiekosten im Jahr.

Für die erfreuliche Statistik hat die Kirchengemeinde jüngst den Grünen Gockel bekommen. Dabei handelt es sich um eine Urkunde der Landeskirche, die den vorbildlichen Umgang mit Ressourcen und Energie bescheinigt.

Es ist mittlerweile die vierte Zertifizierung dieser Art für die evangelische Gemeinde Plieningen-Hohenheim. Erstmals ist sie 2003 mit dem Gockel ausgezeichnet worden; sie war damals unter den Ersten in Württemberg. Weil die Gemeinde den Standard seither halten konnte, hat die Landeskirche die Zertifizierung 2006 und 2009 bestätigt. Und jüngst war eben wieder ein Vertreter der Landeskirche da. Klaus-Peter Koch hat die Urkunde mit dem grünen Federvieh an Hans-Jürgen Siegel, den Umweltbeauftragten der Gemeinde, und an die Pfarrerin Daniela Reich übergeben.

„Wir waren überrascht, wie hoch das Einsparpotenzial war“

Seit der Jahrtausendwende sammelt das Umweltteam der Kirchengemeinde Daten zum eigenen Energieverbrauch. „Allein im Gemeindezentrum Steckfeld haben wir den Energieverbrauch um 53 Prozent gesenkt“, sagt Hans-Jürgen Siegel. Er hatte anfangs mit einem Minus von 30, 40 Prozent gerechnet, wie er sagt. „Wir waren überrascht, wie hoch das Einsparpotenzial war.“ Und es soll weitergehen. Allerdings werde es schwieriger, den Energieverbrauch noch mehr zu drosseln. Für die Gemeinde Anlass genug, nicht nur Energie zu sparen, sondern sie außerdem selbst zu produzieren.

So wurde Anfang 2010 eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindehauses am Mönchhof installiert; sie hat bis Ende 2012 etwa 25 000 Kilowattstunden Strom erzeugt und ins Netz eingespeist. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht im Jahr 3500 Kilowattstunden Strom. Bereits im Jahr 2000 ist das Dach des Gemeindezentrums im Steckfeld mit Fotovoltaik und einer thermischen Solaranlage bestückt worden.

Die Innenrenovierung mit dem Austausch der Bankheizung in der Plieninger Martinskirche in den Jahren 2007 und 2008 haben zur Reduktion des Energieverbrauchs und damit auch zur Senkung der Kosten beigetragen, wie der Ersatz des betagten Heizkessels im Pfarrhaus Plieningen (2009) und im Gemeindezentrum Hohenheim (2010). Zudem bezieht die Gemeinde Strom und Gas ausschließlich aus regenerativen Quellen.

Umwelt- und Naturschutz: ein grundsätzliches Thema

„Es geht bei der Zertifizierung für den Grünen Gockel nicht nur um die Reduktion des Energieverbrauchs“, sagt Hans-Jürgen Siegel. Umwelt- und Naturschutz seien ein grundsätzliches Thema. So gehöre die Putzaktion an der Körsch im Frühjahr ebenso zu den Bemühungen wie der Einsatz von Reinigungsmitteln, die möglichst rückstandsfrei abgebaut werden können. Dass die Leute bei kurzen Wegen eher das Fahrrad als das Autos benutzen, gehört ebenfalls zum Umweltengagement der Kirchengemeinde. Und auch die Kindergärten seien mit dabei. „Denn es geht ja auch darum, schon früh ein Bewusstsein bei den Kindern zu wecken“, erklärt Hans-Jürgen Siegel.

Das aktuell sechsköpfige Umweltteam ist laut Siegel gut in die Kirchengemeinde eingebunden. In den nächsten Jahren soll beispielsweise die Jugendarbeit intensiviert werden: Kinder und Jugendliche sollen lernen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Zudem soll das Umweltprogramm der Kirchengemeinde überarbeitet „und den heutigen Bedingungen angepasst werden“, sagt Siegel.

Die Gemeinde Plieningen-Hohenheim, die 2007 aus dem Zusammenschluss der beiden bis dahin unabhängigen Kirchengemeinden entstanden ist, hat das Zertifikat für die vorbildlichen Aktivitäten der Gesamtgemeinde erhalten. In den Bezirken unterm Fernsehturm ist sie übrigens nicht die einzige Kirchengemeinde, die sich mit dem Grünen Gockel schmücken darf. Auch die evangelische Kirchengemeinde Heumaden-Süd hat den Umwelt-Vogel im Jahr 2005 erhalten. In ganz Stuttgart hat die Landeskirche bisher circa ein Dutzend Kirchengemeinden mit dem Grünen Gockel zertifiziert.




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