Gemeinderäte pushen Pedelecs Plochingen bekommt zwei neue Verleihstationen

Blau, robust und angeblich immer fahrbereit: In Plochingen soll es künftig zwei weitere Verleihstationen des RegioRads Stuttgart geben. Foto: Roberto Bulgrin
Blau, robust und angeblich immer fahrbereit: In Plochingen soll es künftig zwei weitere Verleihstationen des RegioRads Stuttgart geben. Foto: Roberto Bulgrin

Die Stadt Plochingen will mit zwei neuen Regio-Rad-Verleihstationen die Menschen in den Sattel lupfen. Wegen der Topografie sollen verstärkt Pedelecs zum Einsatz kommen.

Plochingen - Zwei Fahrradverleihstationen bekommen und nur eine bezahlen: Da kann die Stadt Plochingen, für Förderprogramme immer aufgeschlossen, gar nicht nein sagen. Einstimmig hat sich der Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt dafür ausgesprochen, beim Verband Region Stuttgart (VRS) den Zuschuss aus dem Förderprogramm Regio-Rad Stuttgart „Zwei für eine“ zu beantragen. Für die Plochingerinnen und Plochinger heißt das: Sie können sich künftig unten am Bahnhof ein Fahrrad oder Pedelec ausleihen und damit hoch auf die Lettenäcker oder den Stumpenhof fahren. Oder umgekehrt.

Sie können damit aber auch zu jeder anderen der mittlerweile knapp 200 Stationen in der Region Stuttgart strampeln und ihren Untersatz dort wieder abgeben. Dafür bezahlen sie eine Jahresgebühr von drei Euro, die sie bei Nutzung der Polygo-Card sogar als Fahrtguthaben verrechnen können. Ein normales Rad kostet einen Euro pro halbe Stunde, höchstens neun Euro pro Tag. Pedelecs kann man sich für zwölf Cent pro Minute, höchstens vier Euro pro Stunde und maximal 16 Euro pro Tag ausleihen. Wer eine Polygo-Card hat, fährt günstiger, die erste halbe beziehungsweise viertel Stunde sogar gratis. Die Stadt kostet das Angebot knapp 9000 Euro pro Station – dank des Förderprogramms ist die zweite aber gratis.

Zwei weitere Standorte

Zwei solcher Stationen mit den auffälligen blauen Rädern gibt es bereits in Plochingen – allerdings nicht auf Initiative der Stadt. Sie sind von der DB Regio als Kooperationspartnerin mit der Deutschen Bahn Connect am Bahnhof und am S-Bahn-Depot eingerichtet worden und werden derzeit vor allem von Bahnmitarbeitern genutzt. Jetzt sollen zwei weitere dazukommen. Dass sie in der Geschwister-Scholl-Straße im Eingangsbereich der Lettenäcker und auf dem Teckplatz auf dem Stumpenhof ihren Platz haben werden, war nicht ganz unumstritten im Gremium. Die OGL gab zu bedenken, dass diese beiden Standorte schon über die Stadtbuslinie gut angeschlossen seien. Der Bürgermeister Frank Buß begründete den Vorschlag der Verwaltung indessen damit, dass dort die meisten Menschen und damit die voraussichtlich höchste Nachfrage zu erwarten seien. Für den Vorschlag, das System gegebenenfalls zu erweitern, zeigte er sich aufgeschlossen.

Auch die anderen Fraktionen waren angetan von der Möglichkeit, die das interkommunale Fahrrad- und Pedelecverleihsystem Regio-Rad Stuttgart bietet. Zumal Ralf Maier-Geißer, der in der Stuttgarter Stadtverwaltung für nachhaltige Mobilität zuständig und kommunaler Gesamtkoordinator von Regio-Rad ist, mit viel Engagement für die Räder warb: Sie seien robust und diebstahlsicher – denn die Pedelecs könnten nur an ihren dafür vorgesehen Stationen wieder aufgeladen werden und sonst nirgends.

„Viel Luft nach oben“

Zudem brauche es für die Räder nur die Fläche eines Parkplatzes und einen Stromanschluss. Die Stationen sollten an einem gut einsehbaren und frequentierten Ort – etwa einer Bushaltestelle – eingerichtet werden. Einrichtung, Betrieb und Service übernimmt die Deutsche Bahn Connect. Die Räder können über eine App, mit der Polygo-Card direkt am Rad oder über ein Terminal an der Station sowie telefonisch ausgeliehen werden. Die Kosten für die Stadt werden je nach Ausstattung beziehungsweise Anzahl der Räder wie eine Miete berechnet, davon ab gehen Werbe- und anteilige Fahrgeldeinnahmen.

„Wir haben beim Radverkehr bekanntlich ja noch viel Luft nach oben“, sagte Ralf Schmidgall (CDU) und begrüßte die „Super-Idee“. Zumal das Regio-Rad mit 195 Stationen in der Region seinen Nutzern sehr viele Möglichkeiten biete. „Es wird allerdings nur ein Mosaikstein sein, unsere Radler-Quote zu erhöhen. Die Stadtverwaltung braucht eine Stelle für einen Radexperten.“ Auch Dagmar Bluthardt (SPD) sah in diesem neuen Angebot einen kleinen Baustein, den motorisierten Individualverkehr von vier auf zwei Räder umzulenken. Lob gab es auch von Stefan Kirchner (OGL): Er regte in Anbetracht der Standortfragen denn auch gleich an, zwei mal zwei Stationen neu einzurichten.




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