Der Plochinger Busbahnhof ist in die Jahre gekommen und muss dringend modernisiert werden. Doch das Projekt haben die Stadträte vorerst auf Eis gelegt. Foto: /Karin Ait Atmane
Die Modernisierung des Plochinger Busbahnhofs wird erneut verschoben. Frühestens 2027 soll die Verkehrsdrehscheibe erneuert werden. Die Stadträte ziehen die Sanierung des Bauhofs vor.
Karin Ait Atmane
10.03.2025 - 11:58 Uhr
Der Plochinger Bauhof kann schneller saniert werden als ursprünglich geplant. Das beschloss der Gemeinderat jetzt im Zuge der Haushaltsplanung. Das ist erfreulich, hat aber eine negative Kehrseite: Denn das Geld dafür ist nur deshalb da, weil es bei den Plänen für die Neugestaltung des Busbahnhofs nicht vorwärts geht.
Grundsätzlich ist die Sanierung des Bauhofs unstrittig; die Pläne dafür wurden den Kommunalpolitikern bereits im Oktober vorgestellt. Die CDU beantragte damals, anstelle der Sanierung auch den Neubau einer Leichtbauhalle zu prüfen. Das haben die Planer inzwischen getan. Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, das sie kürzlich dem Gemeinderat präsentierten: Der ursprüngliche Vorschlag, sich auf die Bestandssanierung zu beschränken, sei der günstigere.
Der Plochinger Bahnhof ist ein Verkehrsknoten. Foto: Roberto Bulgrin
Bauhof stand erst 2026 auf dem Plan
Für deren ersten Abschnitt mit dem Neubau eines Verwaltungs- und Sozialgebäudes und der Neuordnung eines Teils der Betriebshallen geht man von Kosten von 1,4 Millionen Euro aus. Im Haushalt sind allerdings nur 560 000 Euro für den Bauhof eingestellt, weil die Stadt erst im kommenden Jahr mit dem Umbau beginnen wollte. Doch nun machte die Verwaltung den Vorschlag, zusätzlich 855 000 Euro aus der Haushaltsstelle „Neugestaltung des Busbahnhofs“ zu übertragen – denn das sei 2025 nicht mehr umsetzbar.
Diese Aussage hat den Gemeinderat aufgeschreckt, schließlich ist der Umbau des ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) schon lange ein Thema und immer wieder gefordert worden. Der Wartebereich soll freundlicher, die Bahnsteige neu und barrierefrei gestaltet und anders angeordnet werden, um die Abläufe zu optimieren. Zuletzt hatte die CDU zum Doppelhaushalt 24/25 beantragt, dass das in der aktuellen Haushaltsperiode umgesetzt wird. Was die Verwaltung Ende 2023 bestätigte: „Die Modernisierung des ZOB ist etatisiert und für das laufende Jahr vorgesehen“, hieß es damals.
Busbahnhof: Planung verzögert sich
Doch das Vorhaben ist offenbar inzwischen stillschweigend auf Eis gelegt worden. Man werde dieses Jahr noch nicht bauen können, sagt der Leiter des Tiefbauamtes Joachim Kohler. Die Planung komme nicht so schnell voran wie gedacht. Das habe unter anderem mit der notwendigen Abstimmung mit der Deutschen Bahn zu tun: Diese plant ja den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs und hat dabei auch eine „Schnittstelle“ zum ZOB. Zum anderen habe man auch eine Schnittstelle zum Bahnhofsvorplatz, der ebenfalls neugestaltet werden soll. Dafür gibt es aber bislang nicht einmal einen Entwurf – und bei der Projektierung des ZOB im Haushaltsplan sah man das offenbar auch nicht als Problem. Fakt ist: Es liegen noch keine Pläne vor, mit denen man eine Förderung des ZOB beantragen könne, sagt Kohler. Und ohne Förderung werde nicht gebaut.
Im Gemeinderat stellten sich Ernüchterung und auch Empörung ein, zumal diese Neuigkeit quasi nebenbei auf den Tisch kam. Seit Jahren rede man über den Busbahnhof, mehrfach seien Zeichnungen für seinen Umbau vorgelegt worden, sagte Ralf Schmidgall (CDU). Und jetzt werde „das Thema in einem Nebensatz der Vorlage abgesungen“ und es stelle sich heraus, „dass nichts gemacht wurde“. Laut Verwaltung ist frühestens 2027 mit einer Umsetzung zu rechnen, „wenn es gut läuft“, so Kohler. Das sei zu spät, kritisierte die Offene Grüne Liste.
Plochinger Stadträte stimmen gegen Umwidmung der Mittel
Die Stadträte stimmten zwar auch für die Bauhof-Sanierung, aber gegen die Umwidmung der Mittel für den Busbahnhof. „Wir befürchten, dass im Herbst wieder auf die schwierige Haushaltslage verwiesen wird“, sagte Peter Blitz. „Dann stehen wir nicht nur ohne ZOB-Dach und ohne Plan für einen Ersatz, sondern auch ohne Finanzmittel da.“ Tatsächlich hat der Bauausschuss bereits beschlossen, das Vordach am Busbahnhof zeitnah abzubrechen – in der Hoffnung, damit die Tauben und den Taubenkot zu reduzieren.
Auch die CDU kritisierte die Übertragung der Mittel vom Bahnhof auf den Bauhof. Die Fraktion stimmte aber, mit Ausnahme von Schmidgall, der sich enthielt, trotzdem zu. Denn 150 000 Euro zur Planung des ZOB verbleiben im Haushalt. Mehr werde 2025 ohnehin nicht geschehen. Im Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt am 11. März geht die Diskussion weiter. Unter Top 3 steht das Thema „Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof“.
Lieber sanieren als neu bauen
Sanierung in zwei Abschnitten Aktuell steht, neben dem Neubau eines Büro- und Sozialgebäudes, die Modernisierung der sogenannten „Ostspange“ des Bauhofs an. Damit gemeint ist die Sanierung samt Neuordnung des östlich gelegenen Riegels an Betriebs- und Lagerhallen. Beide Maßnahmen zusammen werden auf 1,4 Millionen Euro beziffert, eventuell kommt bei der Ostspange zusätzlich noch eine Fotovoltaik-Anlage aufs Dach.
Sanierung ist günstiger Bauabschnitt zwei betrifft dann die übrigen Lager- und Betriebshallen, die sogenannte „Westspange“. Alternativ dazu haben die Planer auf Antrag der CDU-Fraktion untersucht, ob eine neue Fertighalle günstiger wäre. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Sanierung mit 842 000 Euro deutlich weniger kostet als der Bau einer neuen Halle mit gleicher Grundfläche (1,45 Millionen Euro). Zudem erhalte man bei der Leichtbauhalle weniger Lagerfläche, weil keine zusätzliche Ebene unterm Dach besteht.