Plochinger Haushalt Die Stadt Plochingen geht finanziell an ihre Grenzen

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Die immensen Ausgaben für das Gymnasium und die Otto-Konz-Brücke werden den Haushalt stark belasten.

Die Sanierung des  Gymnasiums Plochingens verschlingt knapp 48 Millionen Euro. Foto: /Ines Rudel
Die Sanierung des Gymnasiums Plochingens verschlingt knapp 48 Millionen Euro. Foto: /Ines Rudel

Plochingen - Das Plochinger Gymnasium, eines der größten der Region, fordert seinen Preis: Der jetzt eingebrachte Doppelhaushalt der rund 14 400 Einwohner zählenden Stadt ist von der Schulsanierung geprägt, die mit knapp 48 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Ursprünglich seien sogar 60 Millionen Euro für das Gymnasium geplant gewesen, berichtet der Plochinger Bürgermeister Frank Buß, doch habe die Verwaltung mehrere Einsparmöglichkeiten ausgenutzt und mache Abstriche bei der Barrierefreiheit und der Medienausstattung des Schulgebäudes. Zwar erwartet die Stadtkämmerei Zuschüsse von rund 26,7 Millionen Euro, doch ist hier noch nicht alles bewilligt, was beantragt wurde.

Zweitgrößtes Sanierungsobjekt ist die Otto-Konz-Brücke

Die zweitgrößte Investition fließt in die Otto-Konz-Brücke und ihren beiden Abbiegern zum Neckarhafen. Die Sanierung ist mit rund fünf Millionen Euro veranschlagt, 1,84 Millionen Euro davon bezahlt das Land. Teuer wird auch die Sanierung der Burgschule, die knapp vier Millionen Euro kostet, auch wenn die Stadt einen Zuschuss von 2,2 Millionen Euro vom Land bekommt.

Zusammenfassend sprach der Stadtkämmerer Michael Hanus in seiner Haushaltsrede von einer „fast nicht vorstellbaren Summe“ von 22,1 Millionen Investitionen im Jahr 2020, das sei der zweieinhalbfache Betrag des Durchschnitts der beiden Vorjahre. 2021 würden dann nochmals 13,5 Millionen Euro ausgegeben.

Ein Unsicherheitsfaktor für den Haushaltsplan ist nach wie vor das Hallenbad. Es soll abgerissen werden, was aber auf den Widerstand der Bürger trifft. Inzwischen haben knapp zehn Prozent aller Plochinger ihre Unterschrift dafür hergeben, das Hallenbad zu erhalten. Abgesehen von den Investitionen ist es für die Verwaltung jedoch kaum darstellbar, dem laufenden Betrieb noch einmal mehrere 100 000 Euro aufzubürden, die das Hallenbad im Jahr kosten würde. „Wir müssen jetzt schon Zuschüsse an Vereine und Mittel für die Stadtbücherei kürzen, um den Haushalt auszugleichen“, sagt Frank Buß zu den laufenden Ausgaben der Stadtverwaltung.

Sollte das Bürgerbegehren für das Hallenbad Erfolg haben, wird sich die Stadtverwaltung etwas einfallen lassen müssen. Frühestens im Jahr 2025 könne wiederum über das Bad nachgedacht werden, sagt dazu Frank Buß.