Podcast „Deutschland3000“ Intime Momente mit Lena, Felix Jaehn und Coldmirror

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Was haben Coldmirror, Felix Jaehn und Kevin Kühnert gemeinsam? Sie alle waren schon im Podcast „Deutschland3000“ zu hören. Eva Schulz trifft dort Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zum Interview. Wir haben das Format unter die Lupe genommen.

Was verbirgt sich hinter „Deutschland3000“? Wir haben genauer hingesehen. Foto: imago images/ Cavan Images
Was verbirgt sich hinter „Deutschland3000“? Wir haben genauer hingesehen. Foto: imago images/ Cavan Images

Stuttgart - Eva Schulz trifft bei „Deutschland3000“ jede Woche Menschen zum Interview, die sich „irgendwo zwischen Pop und Politik“ bewegen. Das Gefühl „näher dran zu sein“ kommt beim Hören auf. Menschen, die sich hinter der prominenten Erscheinung verbergen, werden durch das Format für die „Normalsterblichen“ greifbar. Der Podcast im Überblick:

Die Protagonisten

Eva Schulz führt durch die Interviews – ihr Gegenüber ist jedes Mal ein anderer prominenter Gast. Schulz kennt man durch den gleichnamigen YouTube-Kanal, der von Funk produziert wird. Ihre Videos drehen sich um politische Themen, anschaulich gestaltet für junge Menschen. Dieses Konzept gibt es seit 2017, im April 2019 kam der Podcast „Deutschland3000“ dazu. Bei den Gästen gibt es aber klare Unterschiede, wenn es um die „Auskunftsfreude“ geht. Während sich der eine auf die Fragen einlässt (zum Beispiel Coldmirror alias Kathrin Fricke) und viel Privates preisgibt, weicht der andere (zum Beispiel Philipp Amthor) einigen Fragen aus und redet um den heißen Brei. 

Darum geht’s

Im Mittelpunkt des Formats steht jede Woche ein wechselnder Gast, die Auswahl reicht von Coldmirror über Felix Jaehn bis hin zu Kevin Kühnert. Eine gute Stunde wird über das Schaffen der Person gesprochen – von der Wirkung in der Öffentlichkeit bis hin zu persönlich schweren Zeiten. Die Besonderheit: das Interview wird immer wieder durch Einschübe, wie etwa Reden oder eingespielte Songs, unterbrochen. So kann der Hörer dem Gespräch folgen, ohne vorher mit der Thematik in Berührung gekommen zu sein. Es gibt aber auch nachträglich eingesprochene Einschübe von Eva Schulz, die entweder den Hintergrund erklären oder ihre persönliche Meinung zu der vorherigen Aussage darstellen. Der Hörer bekommt so eine unmittelbare Reaktion auf die Aussagen des Interview-Gastes. Ein Fazit am Ende rundet jede Ausgabe ab.

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Die Stimmen

Unangenehme Pausen und aufdringliches Nachhaken sucht man bei „Deutschland3000“ vergeblich. Stattdessen klinkt sich Eva Schulz geschickt ein, ohne plump zu wirken, wenn Nachfragen aufkommen. Ihre Stimme ist angenehm und ein Gesprächsfluss ist immer gegeben. Durch die Stimmen der wechselnden Gäste bekommt der Hörer Abwechslung geboten.

Suchtfaktor oder Abschaltgefahr?

Suchtfaktor. Die Vielfalt der Gäste, die Art der Moderatorin und die Mischung aus Interview und Einordnung machen diesen Podcast aus. Auf den Hörer warten interessante Fragen und Geschichten, die man zum Großteil noch nicht kannte. Aber auch Fragen, die man sich vielleicht selbst gestellt hat, kommen zur Sprache. Die ein oder andere Situation aus der Vergangenheit des jeweiligen Gastes wird nochmal thematisiert. Schulz schafft - wenn ihr Gegenüber es zulässt - eine intime Atmosphäre. Als Hörer bekommt man das Gefühl, dass einige Interviewpartner vergessen, dass sie gerade von Tausenden gehört werden. Alles in allem ein rundum gelungenes Format.

Info

„Deutschland3000“ erscheint wöchentlich unter anderem in der ARD Audiothek, bei Apple Podcasts und Spotify.