Im erfolgreichen Podcast „Gemischtes Hack“ kritisieren Felix Lobrecht und Tommi Schmitt den Stuttgarter Hauptbahnhof. Der schlimmste Ort für einen Kater, findet das Duo.

Reporter: Sebastian Steegmüller (seb)

Über das Milliardenprojekt Stuttgart 21 haben sich schon zahlreiche Comedians lustig gemacht. Nun ist die Großbaustelle im Video-Podcast „Gemischtes Hack“ Thema. Er ist bei Spotify zu sehen und zu hören, ist dort in Deutschland auf Platz 1 der Podcast-Charts und weltweit auf Platz zwei. „Gemischtes Hack“ hat Woche für Woche rund zwei Millionen Zuschauer beziehungsweise Zuhörer.

 

In der aktuellen Folge fragen sich die beiden Podcaster Felix Lobrecht und Tommi Schmitt, an welchem Ort man nicht verkatert aufwachen will – und kommen schnell auf eine klare Antwort: „In einem Hotel und Check-out ist in einer halben Stunde“, sagt Schmitt, der dann noch einen draufsetzt: Die Abreise erfolge mit dem Zug und von Stuttgart aus. „Dieser Bahnhof. Ich weiß, das ist alles provisorisch, aber selbst das Provisorische ist scheiße.“ Es sei wie bei einer Reparatur im Haushalt, bei der man statt einer Schraube Tesafilm nehmen würde. Der 37-Jährige kritisiert unter anderem die vielen kleinen Kioske am Kopfbahnhof. „Sie sind so groß wie ein Trampolin.“

Lobrecht: „So einen Wahnsinn“

Während Schmitt hofft, dass der Tiefbahnhof am Ende „sehr geil“ aussieht, merkt Felix Lobrecht an, dass Stuttgart 21 gebaut wird, um von Stuttgart aus 17 Minuten schneller in Nürnberg zu sein. Nicht ganz korrekt: Die Deutsche Bahn wirbt damit, dass sich die Verbindung nach Ulm von 43 auf 28 Minuten verkürzt, München soll 18 Minuten schneller erreicht werden. Trotz dieser Zeitersparnis bezeichnet er das ganze Projekt als „so einen Wahnsinn“, um dann wieder auf die Kater-Frage zurückzukommen. „Ich hätte Flugzeug oder Flughafen gesagt, aber du hast gewonnen, da brauche ich gar nicht mehr antworten, das ist der schlimmste Ort“, sagt er zu seinem Gegenüber.

Felix Lobrecht. Foto: IMAGO/teutopress

Zuvor schmückt Lobrecht das Szenario aber noch etwas aus. „Du wachst im Juli im Steigenberger Graf Zeppelin schräg gegenüber auf. Gehst schön über die Straße und musst dich in diesem Chaoten-Bahnhof zurechtfinden, um dann schön erst einmal mit dem Zug nach Berlin zu fahren.“ Das sei der schlimmste Ort für einen Kater. „Da gehe ich mit“, so der 37-Jährige.

Schon vor Lobrecht und Schmitt hatte bereits der Grimme-Preis-Gewinner Fabian Köster das Milliardenprojekt auf die Schippe genommen. Im Podcast „Schlag und fertig“, den er gemeinsam mit Ex-Profifußballer Jonas Hector moderiert, kritisierte er mehrfach die lange Bauzeit und die Kostensteigerung. Die Eröffnung des Tiefbahnhofs wurde mehrfach verschoben, aktuell gibt es keinen offiziellen Termin.

Der Comedian Fabi Rommel war indes bei Lobrecht und Schmitt. Er monierte bei seinem Auftritt in der Liederhalle die Umwege zu den Bahnsteigen, die es unter dem Namen „Fernwanderweg Stuttgarter Hbf“ in die Freizeit-App „Komoot“ geschafft haben. Sie dient eigentlich zur Planung von Outdoor-Aktivitäten. Dort werden neben guter Laune Wanderschuhe und Verpflegung für den 3,2 Kilometer langen Rundkurs empfohlen.