Pokémon Go Bosch verjagt die Handymonster

Pokémon-Go-daddeln ist in vielen Firmen tabu. Man fürchtet Foto: AFP
Pokémon-Go-daddeln ist in vielen Firmen tabu. Man fürchtet Foto: AFP

Die Vorliebe ihrer Mitarbeiter für den Daddel-Spaß Pokémon Go ist vielen Firmen gar nicht recht. Bosch hat jetzt eine Art Anti-Pokémon-Ukas herausgegeben.

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Stuttgart - Vom Hype um das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ haben viele Arbeitnehmer in Deutschland rein gar nichts. Bosch hat seinen Beschäftigten jetzt via Intranet geraten, die Finger von der virtuellen Monsterjagd zu lassen. „Wir haben unsere Mitarbeiter noch einmal über die geltenden Sicherheitsbestimmungen informiert“, sagte ein Bosch-Sprecher unserer Zeitung. Danach sei der Daddel-Spaß „Pokémon Go“ auf dem Betriebsgelände jetzt tabu.

Der Stuttgarter Zulieferergigant, der derzeit mit Macht ins digitale Industriezeitalter strebt, steht mit seinem Anti-Monster-Ukas nicht alleine. Die Ablehnung gegenüber den eigentlich harmlosen Pokémons, die in Deutschland von Millionen Nutzern eingesammelt, trainiert und zum Kampf in virtuelle Arenen geschickt werden, zieht sich quer durch die Firmenlandschaft. Das Spiel sei nicht mit den bestehenden Regeln zum Daten- und Informationsschutz vereinbar, heißt es etwa vom weltgrößten Chemiekonzern BASF. Ähnlich hört es sich bei Daimler an: Monsterjagden? „Nicht hinter meinem Werktor!“ lautet die Devise.

Die Ablehnung speist sich dabei nicht aus allgemeiner Verachtung gegenüber dem virtuellen Müßiggang, sondern ist einfachen Sicherheitsbedenken geschuldet. Das Spiel nutzt die Handykamera, um die Minimonster im virtuellen Raum zu platzieren. Um sie einzusammeln, muss man sich dann an reale Orte begeben. Die Gefahr, dass sich ein Boschler im ­Pokémon-Taumel aus Versehen ins Entwicklungslabor verirrt und da die neue Diesel-Einspritzdüse ablichtet, scheint wohl einfach zu groß. Man habe gegenüber den Beschäftigten „auch eine Fürsorgepflicht“, heißt es vom schwäbischen Konzern.

Die weniger verkrampften Badener tun sich da leichter. Bei der Karlsruher EnBW ist „Pokémon Go“ nicht nur erlaubt, man fördert das Spiel sogar. „Unsere Mitarbeiter dürfen spielen“, heißt es von der EnBW. Auf dem frei zugänglichen Teil des Firmengeländes befänden sich mehrere Monsterstationen. Um die schwer beanspruchten Handyakkus der Pokémon-Fans wieder aufzuladen, haben EnBW-Mitarbeiter sogar eine mobile Ladestation entwickelt, mit der sie neuerdings durch Karlsruhe tingeln. Die Abgabe des Stroms sei noch (!) kostenlos.

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