Pokalfinale des VfB Stuttgart Vater und Sohn im Glück: Auf nach Berlin!

Die VfB-Fans Stefan (li.) und Mika Häcker an ihrem sportlichen Lieblingsplatz – in der MHP-Arena. Foto: privat

Wenn der Vater mit dem Sohne das DFB-Pokalfinale besucht – Stefan und Mika Häcker aus Rutesheim haben ihre Trikots dabei. Dabei war der Vater als Fußballer eher ungeeignet.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

An den 19. Mai 2007 erinnert sich Stefan Häcker fast genauso gerne wie an den Tag der Geburt seines Sohnes Mika. Vor 18 Jahren holte der VfB Stuttgart seinen bislang letzten Titel, wurde deutscher Meister und nicht nur Stuttgart, sondern die gesamte Region war nach dem 2:1 über Energie Cottbus in kollektiver Feierlaune. „Ich habe in Stuttgart auf dem Schlossplatz mitgefeiert – unvergesslich“, sagt der Rutesheimer.

 

Ein Tröpfchen Leitungswasser schwappt aber im Sieges-Schampus der Erinnerung. „Ich hätte im Stadion sein können, aber ich habe das Ticket damals abgelehnt“, sagt der 41-Jährige, der in Rutesheim bei der Freiwilligen Feuerwehr als stellvertretender Kommandant eine weitere Leidenschaft lebt neben seinem Engagement als VfB-Fan.

Dieser wahnwitzige Lapsus sollte Stefan Häcker kein zweites Mal unterlaufen – also hat sich das VfB-Mitglied beim Bundesligisten an der Online-Verlosung für Tickets beteiligt, um beim DFB-Pokalfinale gegen Drittliga-Meister Arminia Bielefeld an diesem Samstag (20 Uhr) in Berlin mit dabeizusein. Und Sohnemann Mika (12), ebenfalls VfB-Mitglied, natürlich auch.

Das Glück war der Vater-Sohn-Kombination hold, Mika ergatterte zwei Tickets – und an diesem Freitag gilt für die Häckers: „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!“ Mit im Gepäck selbstverständlich die Trikots mit der „27“ und der Aufschrift „Führich“, das Mika am Samstag tragen wird sowie das Leibchen des Vaters mit der „1893“ plus dem VfB-Slogan „Furchtlos und treu“.

Vater und Sohn vor der MHP-Arena mit dem Mannschaftsbus des VfB Stuttgart. Foto: privat

Häcker senior ist im Kielwasser des Stuttgarter Vereins für Bewegungsspiele schon einiges rumgekommen, in Deutschland sowieso, er stand aber auch im ehrwürdigen Camp Nou des FC Barcelona im Herbst 2007, als der VfB dort in der Champions League 1:3 unterlag. „Mehr als 100 Spiele habe ich als Auswärts-Fan auf dem Buckel“, erzählt Stefan Häcker, dazu kommen mindestens so viele auf den Rängen in der Arena am Neckar.

Barca-Star Ronaldinho beim Freistoß: Der VfB Stuttgart 2007 im Camp Nou gegen den FC Barcelona. Foto: imago/Sportfoto Rudel

Mika hatte sein erstes VfB-Erlebnis mit sieben Jahren, es war kein Start mit Pauken und Trompeten, die Stuttgarter verloren daheim gegen Borussia Dortmund – seiner Liebe zum Club mit dem Brustring hat das aber nicht geschadet. In dieser Saison hat der Zwölfjährige sämtliche Pokal-Partien mit dem Papa live vor Ort in der MHP-Arena verfolgt. Als aktiver Kicker in der D-Jugend der SKV Rutesheim ist Mika noch höchst aktiv im Fußball-Geschehen, ganz im Gegensatz zu seinem Vater. Für den endete das Abenteuer mit dem Ball am Fuß nach wenigen Wochen in der Erkenntnis: Lass das mal lieber bleiben.

Der Vater war als Fußballer unbegabt

„Ich habe als junger Kerl beim TSV Höfingen gekickt“, erzählt der 41-Jährige, „nach drei Wochen war mir klar, dass das nichts wird.“ Er fand in der Leichtathletik eine Sportart, die seinen Fähigkeiten besser entsprochen hat. „Die Aufgaben bei der Feuerwehr benötigten mit den Jahren immer mehr Zeit“, erzählt der Rutesheimer, „und so habe ich den aktiven Sport aufgegeben.“

Jetzt ist der Mann eben Fan in seiner Freizeit und geht mit dem Junior gemeinsam diesen Weg – beide freuen sich auf den großen Samstag in Berlin auf der Fanmeile und im Olympiastadion wie ein Ur-Münchner aufs Oktoberfest. „Ich bin gespannt auf die Choreo der VfB-Ultras, die wird bestimmt grandios“, sagt Stefan Häcker, „auch wenn ich das mit den Bengalos als aktiver Feuerwehrmann durchaus auch kritisch betrachte.“ Am Sonntag steht die Rückreise nach Rutesheim auf dem Plan. Am besten mit den Gedanken an den Pokalsieg des VfB mit im Gepäck – dann bekäme der 24. Mai 2025 einen ganz besonderen Platz in den Erinnerungen von Stefan und Mika Häcker.

Weitere Themen