Nach dem Pokalsieg bei den Blauen will Sonnenhof-Stürmer Kleinschrodt mit seinem Vater zum Auto – und wird dabei überfallen. Die Kickers sind schockiert, die Polizei sucht Zeugen.
Nach der 1:4-Niederlage der Stuttgarter Kickers im Finale des WFV-Pokals gegen die SG Sonnenhof Großaspach ist es zu einem brutalen Überfall auf den Großaspacher Stürmer Michael Kleinschrodt gekommen. Demnach wurde der 30-Jährige auf dem Weg zum Parkplatz des Gazi-Stadions von mehreren Personen in Kickers-Trikots attackiert und ausgeraubt. Er selbst und sein 65 Jahre alter Vater wurden dabei leicht verletzt. Die Täter konnten unerkannt flüchten, die Kriminalpolizei sucht nun nach Zeugen – und die Stuttgarter Kickers zeigen sich tief erschüttert.
Was war passiert?
Nach Informationen unserer Zeitung wollte Kleinschrodt gegen 19.30 Uhr gemeinsam mit seinem Vater nach der Partie zu einer privaten Feier. Auf dem Weg zu seinem Auto auf dem Stadionparkplatz sei er dann von mehreren Personen abgepasst worden. Auf Nachfrage unserer Redaktion konnte ein Sprecher der Stuttgarter Polizei lediglich bestätigen, dass es sich bei dem Überfallenen um einen Spieler der SG Sonnenhof Großaspach handelte.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen befanden sich der Spieler und sein Vater auf dem Weg zu Kleinschrodts Fahrzeug und bemerkten dabei, dass sie von einer etwa fünfköpfigen Personengruppe verfolgt wurden. Als der 30-Jährige flüchten wollte, verlor er sein Mobiltelefon und seine Geldbörse. Einer der mutmaßlichen Täter soll die Gegenstände aufgehoben und diese an sich genommen haben.
Nachdem der Geschädigte von der Gruppe eingeholt worden war, sei eine weitere Gruppe von etwa fünf bis sieben Personen hinzugekommen, die unvermittelt auf den 30-Jährigen einschlugen und eintraten. Außerdem sollen die Täter dem Opfer eine Sporttasche, in der sich unter anderem die Medaille vom Pokalsieg befand, von den Schultern gerissen und diese zwei bislang unbekannten Komplizen zugeworfen haben, die auf einem Fahrrad flüchteten. Der 65-jährige Vater versuchte die Tätergruppe von seinem Sohn fernzuhalten, wobei er stürzte und leicht verletzt wurde. Im weiteren Verlauf habe eine Person aus der Gruppe dem Sonnenhof-Stürmer die Geldbörse zurückgegeben, allerdings fehlte daraus ein niedriger dreistelliger Bargeldbetrag. Die Täter konnten unerkannt flüchten.
Kleinschrodt entschuldigt sich bei Kickers-Fans für Herz-Gruß
Ein möglicher Zusammenhang des Überfalls mit einem Vorfall während des Spiels steht außerdem im Raum. So berichtet Kleinschrodt in einem Interview direkt nach der Partie davon, dass er kurz vor Schluss vor dem Kickers-Block von Fans der Blauen beleidigt worden sei, es seien auch Becher in seine Richtung geflogen. Diesen Anfeindungen sei der Stürmer mit einem Herz-Gruß an die Kickers-Fans begegnet – was gelinde gesagt nicht ganz so gut aufgenommen wurde und schließlich auch zum Platzsturm geführt haben soll. Kleinschrodt, der in der neuen Saison für Regionalliga-Aufsteiger VfR Aalen spielen wird, entschuldigte sich in dem Video ausdrücklich bei den Fans für seinen Gruß.
Ob dieser Vorfall allerdings in direktem Zusammenhang mit dem Überfall steht, darf bezweifelt werden. Wahrscheinlicher ist es, dass es sich um einen Zufall handelte und Kleinschrodt auf dem Weg zum Parkplatz von den mutmaßlichen Tätern erkannt wurde. Die Hintergründe müssen nun von der Polizei ermittelt werden. Ebenfalls ist es noch nicht sicher, ob es sich bei den Tätern tatsächlich um Kickers-Fans handelt. So waren beim Spiel beispielsweise auch mit den Kickers-Anhängern befreundete Fangruppen aus Regensburg, Linz und Kassel vor Ort.
Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen und sucht unter der Telefonnummer 0711/8990-5778 nach Zeugen.
Stuttgarter Kickers verurteilen Angriff aufs Schärfste
Derweil haben sich die Stuttgarter Kickers zu dem Vorfall geäußert und zeigen sich schockiert: „Emotionen und Provokationen im sportlichen Wettbewerb dürfen niemals in Gewalt oder persönliche Übergriffe umschlagen. Die geschilderten Angriffe und Bedrohungen außerhalb des Stadions verurteilen wir auf das Schärfste. Wer Menschen körperlich angreift oder einschüchtert, überschreitet jede Grenze des sportlichen Miteinanders. Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form von Gewalt und unterstützen die vollständige Aufklärung der Vorfälle durch die zuständigen Behörden“.